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Mit welchen Programmen die Parteien in Berlin antreten
Schlagzeilen · 15.09.2026 04:25

Mit welchen Programmen die Parteien in Berlin antreten

Kurz: Am 20. September wählt Berlin ein neues Abgeordnetenhaus. 17 Parteien treten an. Ein Überblick über die Programme und Spitzenkandidaten der wichtigsten Akteure.

Der Urnengang am 20. September

Am 20. September 2026 steht Berlin vor einer richtungsweisenden Entscheidung: Die Bürgerinnen und Bürger der Hauptstadt sind aufgerufen, ein neues Abgeordnetenhaus zu wählen. Der Wahltermin markiert einen entscheidenden Moment für die politische Zukunft des Bundeslandes, da die Umfragen ein äußerst enges Rennen zwischen den etablierten Kräften signalisieren. Insbesondere die CDU, die Linke, die AfD und die Grünen liegen in den aktuellen Erhebungen dicht beieinander, was eine Prognose über die künftige Regierungsbildung zum jetzigen Zeitpunkt nahezu unmöglich macht. Die politische Landschaft Berlins präsentiert sich dabei als hochgradig volatil. Während die Wohnungs- und Mietenfrage das mit Abstand drängendste Anliegen der Berliner Bevölkerung darstellt, sorgen zudem die Schwäche der SPD, der Aufstieg der AfD und die komplexen Mehrheitsverhältnisse für ein hohes Maß an Unvorhersehbarkeit. Insgesamt treten 17 Parteien mit Landes- oder Bezirkslisten an, die allesamt versuchen, die Wähler mit unterschiedlichen Schwerpunkten von ihren Konzepten für die kommenden Jahre zu überzeugen. Die Stimmung im Vorfeld der Wahl ist durch diverse Kontroversen um einzelne Spitzenkandidaten zusätzlich belastet, was die Dynamik des Wahlkampfes weiter verschärft.

Die Akteure und ihre Spitzenkandidaten

Die personelle Aufstellung der Parteien für den 20. September ist von signifikanten Veränderungen geprägt. Die CDU, derzeit führende Regierungspartei in der Koalition mit der SPD, geht mit Finanzsenator Stefan Evers als neuem Spitzenkandidaten ins Rennen. Er übernahm die Führung, nachdem der bisherige Regierende Bürgermeister Kai Wegner im Juli nach anhaltender Kritik an seinem Krisenmanagement während eines Stromausfalls im Berliner Südwesten auf eine erneute Kandidatur verzichtete. Die SPD setzt auf den ehemaligen hannoverschen Regionspräsidenten Steffen Krach, um die Führung im Roten Rathaus zurückzugewinnen. Die Grünen schicken Werner Graf ins Rennen, um die größte Oppositionsfraktion in die Regierungsverantwortung zu führen. Bei der Linken tritt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Elif Eralp als Spitzenkandidatin an. Die AfD setzt erneut auf die Landes- und Fraktionsvorsitzende Kristin Brinker. Die FDP versucht unter der Führung ihres Landesvorsitzenden Christoph Meyer den Wiedereinzug in das Parlament, nachdem sie 2023 an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert war. Die Tierschutzpartei, die nun offiziell unter dem Namen "PARTEI MENSCH KLIMA TIERSCHUTZ" firmiert, setzt auf eine Kooperation mit der Klimaliste Berlin, um ihre parlamentarischen Ambitionen zu untermauern.

Hintergrund und bisheriger Verlauf

Die aktuelle Ausgangslage ist das Resultat einer turbulenten Legislaturperiode. Die SPD, die seit 1989 ununterbrochen an der Landesregierung beteiligt war, musste bei der Wiederholungswahl 2023 eine historische Niederlage hinnehmen und landete mit 18,4 Prozent deutlich hinter der CDU, was zum Wechsel in die Rolle des Juniorpartners führte. Die Grünen, die von 2016 bis 2023 Teil des Regierungsbündnisses waren, bilden seither die größte Oppositionsfraktion. Die Linke, die ebenfalls bis 2023 an der Regierung beteiligt war, befindet sich seit der letzten Wahl in der Opposition. Die AfD ist seit 2016 im Abgeordnetenhaus vertreten und konnte 2023 einen Stimmenanteil von 9,1 Prozent erzielen. Die FDP hingegen verlor bei der Wiederholungswahl 2023 ihre parlamentarische Vertretung. Der Wahlkampf 2026 wird maßgeblich durch die Erfahrungen der vergangenen Jahre geprägt, insbesondere durch die anhaltende Wohnungskrise, die das zentrale Thema für die Berlinerinnen und Berliner bleibt. Die politische Debatte wird zudem durch die schwierigen Mehrheitsverhältnisse und die Notwendigkeit, komplexe städtische Probleme wie die Digitalisierung der Verwaltung oder die Klimaanpassung zu lösen, bestimmt.

Die inhaltlichen Schwerpunkte der Parteien

Die inhaltlichen Profile der Parteien könnten kaum unterschiedlicher sein. Die CDU fokussiert sich auf Sicherheit, Ordnung und wirtschaftliches Wachstum, wobei sie den Neubau von Wohnungen durch beschleunigte Genehmigungsverfahren vorantreiben will, während sie Enteignungen strikt ablehnt. Die SPD hingegen setzt auf ein Programm namens "Wieder Berlin", das den Fokus auf Bezahlbarkeit, Wohnen und soziale Infrastruktur legt, inklusive der Forderung nach einem Mietendeckel. Die Grünen fordern eine klimaneutrale Stadt bis 2040 und ein "Bezahlbare-Mieten-Gesetz", das Vermieter stärker in die Pflicht nimmt. Die Linke verfolgt einen deutlich radikaleren Kurs mit der Forderung nach einem Mietenstopp und der Vergesellschaftung großer privater Wohnungsbestände gemäß dem Volksentscheid "Deutsche Wohnen & Co enteignen". Die AfD konzentriert sich auf eine restriktive Migrationspolitik, die Stärkung der Polizei und eine Abkehr von staatlicher Regulierung auf dem Wohnungsmarkt. Die FDP propagiert marktwirtschaftliche Lösungen, Bürokratieabbau und eine Sonderwirtschaftszone auf dem Tempelhofer Feld, während die Tierschutzpartei Tierrechte mit einer sozial gerechten Wohnungspolitik und dem Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs verknüpft.

Einordnung der politischen Konzepte

Einzuordnen ist die aktuelle politische Lage als ein Ringen um die Deutungshoheit bei den drängendsten sozialen Fragen der Stadt. Den Berichten zufolge ist die Wohnungspolitik der zentrale Prüfstein für alle Parteien. Während das konservative Lager unter Führung der CDU und die liberale FDP auf Anreize für private Investoren und den Abbau von bürokratischen Hemmnissen setzen, fordern die Parteien am linken Rand, insbesondere die Linke und in Teilen die Grünen, eine stärkere staatliche Regulierung und Eingriffe in den Markt. Diese ideologische Kluft macht eine Koalitionsbildung nach dem 20. September zu einer großen Herausforderung. Die Einordnung der AfD ist zudem durch die Beobachtung des Bundesamtes für Verfassungsschutz geprägt, das die Partei seit 2021 als rechtsextremistischen Verdachtsfall führt, da ihr Volksverständnis im Widerspruch zum Grundgesetz stehe. Die wirtschaftspolitischen Ansätze der FDP, insbesondere die Idee einer Sonderwirtschaftszone, werden von Beobachtern als Versuch gewertet, Berlin als Innovationsstandort attraktiver zu machen, während die klimapolitischen Ziele der Grünen und der Tierschutzpartei eine tiefgreifende Transformation der städtischen Infrastruktur erfordern würden.

Offene Fragen zur Wahl

Der Quelltext lässt eine Reihe von Fragen unbeantwortet, die für den Ausgang der Wahl von entscheidender Bedeutung sein könnten. So bleibt völlig unklar, welche Koalitionsoptionen nach dem 20. September tatsächlich realistisch sind, da die Umfragen keine eindeutigen Mehrheiten erkennen lassen. Auch die Frage, wie die Parteien die Finanzierung ihrer teils kostenintensiven Wahlversprechen – etwa im Bereich des Wohnungsbaus oder bei der kostenlosen Nutzung des Nahverkehrs – konkret sicherstellen wollen, wird nicht detailliert erläutert. Zudem fehlen Angaben zu den genauen Auswirkungen der genannten Kontroversen um Spitzenkandidaten auf das tatsächliche Wählerverhalten. Es wird nicht spezifiziert, wie die Parteien auf die spezifischen Herausforderungen reagieren wollen, die sich aus dem Stromausfall im Südwesten ergeben haben, abgesehen von der personellen Konsequenz bei der CDU. Auch die genaue Ausgestaltung der rechtlichen Voraussetzungen für einen Mietendeckel oder eine Vergesellschaftung bleibt in der Tiefe offen, da der Quelltext hier lediglich die politischen Forderungen wiedergibt, ohne die juristische Umsetzbarkeit oder die zu erwartenden rechtlichen Hürden zu bewerten.

Ausblick auf den Wahltag und danach

Die kommenden Tage bis zum 20. September werden durch einen intensiven Wahlkampf geprägt sein, in dem die Parteien versuchen, die noch unentschlossenen Wähler von ihren Programmen zu überzeugen. Da die Umfragen zwischen CDU, Linke, AfD und Grüne eng beieinander liegen, ist mit einem spannenden Wahlabend zu rechnen. Nach der Wahl wird sich zeigen, ob die bisherigen Regierungspartner CDU und SPD ihre Zusammenarbeit fortsetzen können oder ob die Wähler ein völlig neues Bündnis erzwingen. Die Parteien haben ihre Ziele klar definiert: Während die CDU auf eine Fortsetzung ihres Kurses hofft, streben die Oppositionsparteien nach einem Machtwechsel. Die Entscheidung über die künftige Regierungsbildung wird von den tatsächlichen Sitzverteilungen im neuen Abgeordnetenhaus abhängen, die erst nach Auszählung der Stimmen am Wahlabend feststehen werden. Die Berlinerinnen und Berliner haben es in der Hand, die politische Richtung für die kommenden Jahre zu bestimmen. Ob die angekündigten Maßnahmen wie das Mietenregister der SPD, das "Bezahlbare-Mieten-Gesetz" der Grünen oder die Sonderwirtschaftszone der FDP tatsächlich umgesetzt werden, hängt maßgeblich von der Zusammensetzung des künftigen Parlaments ab.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/wahrzeichen-berlin-deutschland-monument-18576930/ · Foto: Nino Keller
Quelle: https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/wahl-berlin-2026-wahlprogramme-parteien-100.html