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Wie aus einem Sci-Fi-Film: ESA fotografiert metallische Wellen auf dem Mars
Technik · 26.07.2026 16:00

Wie aus einem Sci-Fi-Film: ESA fotografiert metallische Wellen auf dem Mars

Kurz: Die ESA-Sonde Mars Express liefert faszinierende Aufnahmen vom Kaiser-Krater. Was wie flüssiges Metall aussieht, entpuppt sich als geologisches Phänomen.

Ein visuelles Spektakel aus dem All

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) hat neue Aufnahmen des Mars veröffentlicht, die bei Betrachtern Assoziationen an Science-Fiction-Filme wecken. Die Bilder zeigen eine Landschaft, die von Strukturen durchzogen ist, welche an flüssiges Metall erinnern. Diese geologischen Formationen, die sich im Kaiser-Krater befinden, erheben sich teilweise über hundert Meter über die Umgebung und erstrecken sich über mehrere Kilometer.

Die Entstehung des metallischen Glanzes

Was auf den ersten Blick wie eine metallische Oberfläche wirkt, ist in Wahrheit ein komplexes Zusammenspiel aus geologischen Materialien und klimatischen Bedingungen. Die Dünen bestehen aus dunklem, basaltischem Sand, der reich an vulkanischen Mineralien wie Olivin und Pyroxen ist. Dieser Sand absorbiert das einfallende Sonnenlicht nahezu vollständig.

Der metallische Effekt entsteht durch eine hauchdünne Schicht aus gefrorenem Kohlendioxid, auch bekannt als Trockeneis. Während des extrem kalten marsianischen Winters lagert sich dieses Eis bevorzugt an den nach Süden ausgerichteten Hängen ab. Da das weiße Trockeneis das Licht stark reflektiert, bildet es einen extremen Kontrast zum dunklen Vulkansand. Diese optische Täuschung sorgt in den Kameradaten für das charakteristische, metallisch anmutende Schimmern.

Technologische Präzision aus Deutschland

Die Aufnahmen stammen von der High Resolution Stereo Camera (HRSC), die an Bord der Raumsonde Mars Express installiert ist. Die Entwicklung und der Betrieb dieses Instruments wurden vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln geleitet. Die Verarbeitung der Rohdaten erfolgt am DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin, während Wissenschaftler der Freien Universität Berlin die Daten nutzen, um detaillierte topografische Karten zu erstellen.

Geologische Bedeutung des Kaiser-Kraters

Der Kaiser-Krater liegt in der Region Noachis Terra im südlichen Hochland des Mars. Mit einem Durchmesser von rund 180 Kilometern gilt das Gebiet als eine der ältesten und am stärksten von Einschlägen gezeichneten Zonen des Planeten. Der Krater fungiert dabei als natürliche Falle für Sand, die das vulkanische Material vor der Erosion durch Wind schützt.

Die Existenz dieser massiven Dünenfelder liefert Geologen wichtige Hinweise auf die Klimageschichte des Roten Planeten. Da die heutige Mars-Atmosphäre etwa hundertmal dünner ist als die der Erde, könnten die Winde die gewaltigen Sandmassen kaum in dieser Form bewegen. Die Strukturen deuten daher darauf hin, dass die Atmosphäre vor Milliarden von Jahren deutlich dichter gewesen sein muss.

Spuren von Wasser in der Vergangenheit

Neben den markanten Dünen offenbaren die Satellitenbilder weitere geologische Geheimnisse. Es wurden Schichten aus hellem Tongestein identifiziert, deren Entstehung üblicherweise die Präsenz von flüssigem Wasser voraussetzt. Zudem weisen Rinnen an den Kraterwänden darauf hin, dass in der fernen Vergangenheit möglicherweise Schmelzwasser oder austretendes Grundwasser die Landschaft geformt haben könnten.

Obwohl die hochauflösenden Aufnahmen der ESA wertvolle Einblicke in die geologische Historie des Mars bieten, bleibt die Interpretation der Daten eine Herausforderung. Für definitive wissenschaftliche Beweise zu den klimatischen Abläufen der Vergangenheit sind laut Expertenmeinungen weiterhin direkte Untersuchungen des Gesteins vor Ort durch Rover erforderlich.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/graues-metallteil-3520696/ · Foto: Miguel Á. Padriñán
Quelle: https://t3n.de/news/mars-express-metallische-duenen-kaiser-krater-esa-1753523/?utm_source=rss&utm_medium=newsFeed&utm_campaign=newsFeed