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Weltgesundheits-Organisation - WHO kritisiert US-Präsident Trumps reduzierte Impfempfehlungen für Kinder - auch Ärzte warnen
Technik · 11.08.2026 16:58

Weltgesundheits-Organisation - WHO kritisiert US-Präsident Trumps reduzierte Impfempfehlungen für Kinder - auch Ärzte warnen

Kurz: Die WHO und Mediziner kritisieren Trumps neue Impfempfehlungen für Kinder. Geplante Änderungen bei Zeitabständen und Impfstoffen stoßen auf massiven Widerstand.

Neue Richtlinien für die Kindergesundheit in den USA

US-Präsident Donald Trump hat ein Dekret unterzeichnet, das die bisherigen Empfehlungen für Kinderimpfungen in den Vereinigten Staaten grundlegend verändern soll. Die Anordnung sieht vor, die Zeitabstände zwischen den einzelnen Immunisierungen deutlich zu vergrößern. Zudem sollen bestimmte Krankheiten wie Hepatitis B, Covid-19 und die Grippe aus dem Katalog der obligatorischen Impfempfehlungen gestrichen werden. Auch der bewährte Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln steht im Fokus der Kritik des Weißen Hauses; künftig soll gegen diese Erreger nur noch einzeln geimpft werden.

Weltgesundheitsorganisation mahnt wissenschaftliche Standards an

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) reagierte umgehend mit deutlicher Kritik auf das Vorhaben. Ein Sprecher der Behörde in Genf betonte, dass die aktuellen globalen Impfstrategien auf einer mehr als 60-jährigen Forschungsgeschichte basieren. Die zeitliche Taktung der Impfungen sei keineswegs willkürlich gewählt, sondern das Ergebnis umfassender wissenschaftlicher Untersuchungen. Diese Studien berücksichtigen sowohl die spezifische Anfälligkeit für bestimmte Krankheiten in verschiedenen Lebensphasen als auch die natürliche Entwicklung des kindlichen Immunsystems.

Die WHO appellierte an alle Staaten, ihre nationalen Impfstrategien konsequent an wissenschaftlichen Grundlagen auszurichten, anstatt politische Vorgaben über medizinische Evidenz zu stellen.

Mediziner und Hersteller warnen vor Versorgungsrisiken

Neben der internationalen Gesundheitsbehörde äußern auch Ärzte und Impfstoffhersteller erhebliche Bedenken. Experten warnen, dass die geplante Reduzierung der Impfempfehlungen die Immunität der Bevölkerung schwächen könnte. Es bestehe die konkrete Gefahr, dass eine größere Anzahl von Kindern anfällig für Krankheiten wird, die durch Impfungen eigentlich vermeidbar wären.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die praktische Umsetzung: Die Forderung, Impfungen künftig einzeln und in größeren Abständen durchzuführen, könnte bei Eltern zu erheblicher Verunsicherung führen. Der Impfstoffhersteller Merck wies zudem darauf hin, dass es keinerlei wissenschaftliche Belege für einen medizinischen Nutzen einer solchen Aufteilung gebe. Vielmehr berge das Dekret organisatorische Risiken. Die Notwendigkeit zahlreicher separater Arztbesuche könnte dazu führen, dass Eltern Termine eher versäumen oder Impfungen zeitlich zu weit nach hinten schieben, was den Schutz der Kinder gefährdet.

Hintergrund und Ausblick

Das Dekret markiert einen deutlichen Bruch mit den bisherigen medizinischen Standards in den USA. Während die Regierung die Änderungen als notwendige Anpassung darstellt, sehen Fachkreise darin eine Abkehr von bewährten Präventionsmaßnahmen. Die kommenden Monate werden zeigen, wie die medizinischen Fachgesellschaften in den USA auf die Umsetzung des Dekrets reagieren und ob die neuen Vorgaben tatsächlich flächendeckend in die Praxis umgesetzt werden oder auf rechtlichen sowie fachlichen Widerstand stoßen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/zimmer-raum-krankenhaus-drinnen-8410647/ · Foto: Odin Reyna
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/who-kritisiert-us-praesident-trumps-reduzierte-impfempfehlungen-fuer-kinder-auch-aerzte-warnen-102.html