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VM-1: Videomischer auf Raspberry Pi5-Basis
Technik · 01.09.2026 17:14

VM-1: Videomischer auf Raspberry Pi5-Basis

Kurz: Der VM-1 Videomischer geht in die zweite Runde. Das auf dem Raspberry Pi 5 basierende Projekt richtet sich an Kreative, Musiker und Theater-Produktionen.

Ein neues Kapitel für den VM-1 Videomischer

Das Projekt VM-1 hat mit der Veröffentlichung der zweiten Version einen bedeutenden Entwicklungsschritt vollzogen. Bei dem VM-1 handelt es sich um einen spezialisierten Videomischer, der technologisch auf dem leistungsstarken Einplatinencomputer Raspberry Pi 5 aufbaut. Die Entwickler hinter diesem Vorhaben, Julian Jungel und Nils Zweiling, haben damit ein Werkzeug geschaffen, das sich primär an Anwender aus den Bereichen Theater, Videokunst und Live-Musik richtet. Die Zielsetzung des Projekts ist es, Videotechnik für eine breite Nutzerschaft zugänglich und vor allem erschwinglich zu machen. In der aktuellen Ausführung bietet das System eine deutlich erweiterte Funktionalität im Vergleich zu den Anfängen des Projekts, wobei das zentrale Leitmotiv „Play Video like an Instrument“ unverändert geblieben ist. Es handelt sich um ein System, das durch seine Flexibilität besticht und sowohl für den Eigenbau als auch für zukünftige kommerzielle Erwerbsmöglichkeiten konzipiert wurde. Die Hardware-Basis des Raspberry Pi 5 ermöglicht dabei eine Performance, die für komplexe visuelle Aufgaben in Echtzeit ausgelegt ist.

Technische Details und Funktionsumfang

Der VM-1 Videomischer folgt einem strukturierten Signalweg, der sich in die Phasen Source, Control, FX und Out unterteilt. Nutzer können eine Vielzahl von Bildquellen integrieren, darunter klassische Videodateien, Live-Kamerasignale sowie generative Shader. Letztere ermöglichen es, dynamische Muster zu erzeugen oder bestehende Inhalte künstlerisch zu verfremden. Ein besonderes Merkmal ist die Fähigkeit, diese verschiedenen Quellen nahtlos ineinander zu blenden und zu mischen. Die Verwaltung der visuellen Inhalte erfolgt über vier Ebenen, was eine komplexe Komposition ermöglicht. Die Ausgabe kann dabei auf bis zu zwei Displays gleichzeitig erfolgen, wobei das System zudem grundlegende Funktionen für das sogenannte Projection-Mapping unterstützt. Für die Bedienung und Kontrolle bietet der Mischer eine Vorschau-Funktion auf einem integrierten Display. Die Übertragung von Videodateien auf das Gerät erfolgt komfortabel über eine WLAN-Verbindung, wofür der VM-1 einen eigenen Access Point bereitstellt, der mit einem benutzerfreundlichen Webinterface gekoppelt ist. Die Hardware lässt sich dabei modular aufbauen, wobei Standardkomponenten und ein 3D-druckbares Gehäuse die Basis bilden.

Die Entstehungsgeschichte des Projekts

Die Wurzeln des VM-1 liegen in einem ganz praktischen Bedarf: Ursprünglich wurde das System konzipiert, um eine einfache Lösung für das Abspielen von Videos auf Theaterbühnen zu bieten. Was als minimalistisches Werkzeug für den Bühnenalltag begann, hat sich durch die kontinuierliche Arbeit von Julian Jungel und Nils Zweiling zu einem multifunktionalen Videomischer gewandelt. Die Entwicklung verlief dabei stets unter der Prämisse, die Komplexität der Videotechnik zu reduzieren und sie in einen Workflow zu überführen, der sich für Musiker und VJs intuitiv anfühlt. Über die Zeit hinweg wurden immer mehr Funktionen integriert, die über das einfache Abspielen von Dateien hinausgehen. Die Entscheidung, das System auf dem Raspberry Pi 5 aufzubauen, war ein logischer Schritt, um die nötige Rechenleistung für moderne visuelle Anforderungen bereitzustellen. Das Projekt hat sich somit von einer internen Lösung für spezifische Theateranforderungen zu einem offenen System entwickelt, das nun einer breiteren Community zur Verfügung gestellt wird, wobei die Philosophie der kreativen Kontrolle stets im Vordergrund stand.

Akteure und Community-Einbindung

Die treibenden Kräfte hinter dem VM-1 sind die Maker Julian Jungel und Nils Zweiling. Sie zeichnen für die Konzeption, die technische Umsetzung und die Bereitstellung der Ressourcen verantwortlich. Die Kommunikation mit den Nutzern erfolgt über die offizielle Website des Projekts, auf der Interessierte Kontaktmöglichkeiten finden. Ein wesentlicher Aspekt der Philosophie der Entwickler ist die Offenheit: Der VM-1 wird unter einer Source-Available-Lizenz veröffentlicht. Dies bedeutet, dass die Entwickler den Quellcode in den kommenden Tagen für die Öffentlichkeit zugänglich machen werden. Bereits jetzt können Anwender mit den bereitgestellten SD-Karten-Images experimentieren, um die Funktionen des Mischers zu testen. Ergänzend dazu bieten die Macher Anleitungen, 3D-Druckdaten für das Gehäuse und spezielle Video-Packs an, die den Einstieg in die Arbeit mit dem VM-1 erleichtern sollen. Die Community ist somit eingeladen, nicht nur Anwender zu sein, sondern aktiv an der Weiterentwicklung und Anpassung des Systems teilzuhaben, was den kollaborativen Charakter des Projekts unterstreicht.

Einordnung der technologischen Bedeutung

Einzuordnen ist der VM-1 als eine Brücke zwischen professioneller Videotechnik und der DIY-Kultur. Den Berichten zufolge ermöglicht das System eine Form der digitalen Souveränität, da der Anwender die volle Kontrolle über die Hardware und die Software-Konfiguration behält. Durch die Nutzung von Standardkomponenten und die Möglichkeit, eigene Gehäuse mit Fadern oder anderen Bedienelementen zu entwerfen, hebt sich der VM-1 von geschlossenen, kommerziellen Systemen ab. Die Flexibilität, die das System bietet, ist besonders für VJs und Musiker interessant, die ihre visuelle Performance direkt mit ihrem Instrumentarium verknüpfen möchten. Der Einsatz von generativen Shadern deutet zudem darauf hin, dass das Projekt auch für experimentelle Kunstformen offen ist. Die Entscheidung für eine Source-Available-Lizenz ist dabei als Bekenntnis zur Transparenz zu werten, was in der Maker-Szene als ein starkes Signal für die Langlebigkeit und Anpassbarkeit des Projekts gewertet werden kann. Es ist ein Werkzeug, das die Hürde für den Einstieg in die professionelle Videoproduktion deutlich senkt.

Offene Fragen und Lücken im Informationsstand

Trotz der detaillierten Informationen zum Funktionsumfang und zur technischen Basis des VM-1 bleiben einige Aspekte unbeantwortet. So ist zum jetzigen Zeitpunkt unklar, wie hoch die exakten Kosten für den Bau eines solchen Systems sind, da die Preise für die benötigten Standardkomponenten variieren können. Auch gibt es keine konkreten Angaben dazu, wann und in welcher Form eine kommerzielle Kaufoption für fertig montierte Einheiten verfügbar sein wird, da bisher nur von einem „bald auch kaufen“ die Rede ist. Ebenso fehlen genauere Informationen zur Stabilität des Systems bei der Verarbeitung von hochauflösenden 4K-Signalen, was für professionelle Anwender ein entscheidendes Kriterium wäre. Auch die genauen Details der Source-Available-Lizenz und die damit verbundenen Einschränkungen für kommerzielle Nutzer wurden nicht im Detail spezifiziert. Schließlich bleibt offen, welche spezifischen Dateiformate und Codecs in der aktuellen Version optimal unterstützt werden, um eine flüssige Performance ohne Latenzprobleme zu gewährleisten. Diese Lücken lassen Raum für zukünftige Ankündigungen der Entwickler.

Der weitere Fahrplan für das Projekt

Für die nahe Zukunft haben die Entwickler Julian Jungel und Nils Zweiling die Veröffentlichung des Quellcodes angekündigt. Diese Maßnahme soll in den kommenden Tagen erfolgen und wird es der Community ermöglichen, tiefer in die Funktionsweise des VM-1 einzutauchen und eigene Erweiterungen zu programmieren. Die bereits verfügbaren SD-Karten-Images dienen als erste Anlaufstelle für Anwender, um das System in der Praxis zu erproben. Da die Anleitungen und 3D-Daten bereits bereitgestellt werden, ist davon auszugehen, dass die Maker-Community kurzfristig eigene Hardware-Varianten entwickeln wird. Die Ankündigung, dass der Mischer bald auch als fertiges Produkt erworben werden kann, deutet zudem auf eine Professionalisierung des Projekts hin, wobei jedoch keine konkreten Termine für den Verkaufsstart genannt wurden. Interessierte Nutzer sind angehalten, die Website des Projekts im Auge zu behalten, um über die Veröffentlichung des Codes und etwaige weitere Updates informiert zu bleiben. Das Projekt befindet sich somit in einer aktiven Phase der Verbreitung und der weiteren Optimierung durch die Nutzerbasis.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/retro-tastatur-mit-mechanischen-tasten-und-individuellen-tastenkappen-35595045/ · Foto: FOX ^.ᆽ.^= ∫
Quelle: https://www.heise.de/news/VM-1-Videomischer-auf-Raspberry-Pi5-Basis-11437317.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag