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Tour de France Femmes: Der Mont Ventoux ruft
Sport · 06.08.2026 21:10

Tour de France Femmes: Der Mont Ventoux ruft

Kurz: Die Tour de France Femmes erreicht einen historischen Meilenstein: Zum ersten Mal stellt sich das Peloton dem legendären Mont Ventoux.

Ein historischer Anstieg für die Frauen

Die aktuelle Ausgabe der Tour de France Femmes schreibt Sportgeschichte. Mit der siebten Etappe steht eine Premiere auf dem Programm, die weit über den sportlichen Wettkampf hinausreicht: Das Peloton nimmt erstmals den Mont Ventoux in Angriff. Der „Riese der Provence“, der bei der Männer-Tour bereits 18-mal als Schauplatz diente, gilt als einer der mythischsten Anstiege im Radsport. Sein Einzug in den Rennkalender der Frauen unterstreicht die stetige Professionalisierung und das wachsende Niveau des weiblichen Straßenradsports.

Fahrerinnen wie Linda Riedmann vom Team Lotto Intermarché sehen in dieser Streckenführung eine logische Konsequenz. Noch vor wenigen Jahren wäre eine solche Herausforderung für das Feld kaum denkbar gewesen, doch die Leistungsdichte hat sich enorm gesteigert. Der Mont Ventoux reiht sich damit in eine Serie von Premieren ein, zu denen in dieser Saison auch der Alto de L’Angliru bei der Vuelta Feminina und der Colle delle Finestre beim Giro d’Italia zählen.

Die Favoritinnen und der Kampf um das Gelbe Trikot

Im Fokus steht neben dem Berg auch die französische Lokalmatadorin Pauline Ferrand-Prevot. Nach einem schwierigen Verlauf der bisherigen Etappen und einem deutlichen Rückstand auf das Führungstrio – bestehend aus Demi Vollering, Kasia Niewiadoma und der Trägerin des Gelben Trikots, Marlen Reusser – bleibt die 34-Jährige kämpferisch. Ferrand-Prevot, die 2025 in den Straßenradsport zurückkehrte, setzt auf ihre Erfahrung an langen Anstiegen. Da sie den Berg bereits mehrfach befahren hat, könnte sie einen psychologischen Vorteil gegenüber der Konkurrenz haben.

Die Konkurrenz zeigt sich derweil respektvoll vor der bevorstehenden Aufgabe. Marlen Reusser gab augenzwinkernd zu, dass der Anstieg eine extreme Belastung darstellen werde. Dennoch gilt sie gemeinsam mit Demi Vollering und Kasia Niewiadoma als Favoritin. Auch Antonia Niedermaier, die derzeit als beste Nachwuchsfahrerin überzeugt, könnte am Mont Ventoux eine zentrale Rolle spielen. Rolf Aldag, sportlicher Leiter bei Canyon//Sram, betont jedoch, dass taktische Szenarien am Berg oft an der Realität scheitern können.

Kritik an der TV-Präsenz

Begleitet wird die sportliche Spannung von einer Debatte über die mediale Vermarktung. Wie bei vielen Etappen der diesjährigen Tour de France Femmes werden die ersten zwei Stunden des Rennens nicht live übertragen. Dies entspricht zwar den aktuellen Regularien des Weltradsportverbands UCI, die lediglich eine Übertragung der letzten 45 Minuten vorschreiben, stößt jedoch bei den Athletinnen auf Unverständnis. Liane Lippert kritisierte diese Praxis öffentlich als verbesserungswürdig.

Tour-Direktorin Marion Rousse zeigte sich für die Kritik offen. In einer Medienrunde signalisierte sie, dass eine Ausweitung der Live-Übertragungen auf die volle Etappenlänge ernsthaft geprüft werde. Die steigenden Zuschauerzahlen und die sportliche Relevanz der Frauen-Tour seien Argumente, die für eine umfassendere mediale Begleitung in der Zukunft sprechen. Für die Fans vor Ort am Mont Ventoux wird der Tag zweifellos ein episches Erlebnis, während das Fernsehpublikum erst in der entscheidenden Phase des Anstiegs live zugeschaltet wird.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/bank-sitzbank-menschen-frauen-9442065/ · Foto: Anastasia Shuraeva
Quelle: https://www.sportschau.de/radsport/tourdefrance-femmes/mythos-mont-ventoux-der-riese-ruft,sechste-etappe-mythos-mont-ventoux-der-riese-ruft-100.html