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Tiefer, breiter, schneller: Spezial Breadboard für ESP-Entwicklungsboards
Technik · 18.08.2026 22:11

Tiefer, breiter, schneller: Spezial Breadboard für ESP-Entwicklungsboards

Kurz: Berrybase präsentiert ein neuartiges Breadboard, das speziell für ESP32- und NodeMCU-Entwicklungsboards konzipiert wurde, um Platzmangel bei Projekten zu behebe

Was geschehen ist – die Kernmeldung

Das Unternehmen Berrybase Electronics hat ein neuartiges Breadboard auf den Markt gebracht, das gezielt auf die Bedürfnisse von Anwendern moderner Mikrocontroller-Entwicklungsboards wie dem ESP32, ESP8266 und NodeMCU zugeschnitten ist. Die Kernproblematik, die dieses Produkt adressiert, ist der chronische Platzmangel auf herkömmlichen Steckbrettern. Sobald ein ESP32-Board auf ein Standard-Breadboard gesteckt wird, verbleiben in der Regel nur noch zwei freie Kontaktzeilen. Dies macht den Aufbau komplexerer Schaltungen extrem schwierig, da für zusätzliche Komponenten wie LEDs oder Widerstände kaum noch Raum zur Verfügung steht. In der Praxis führt dies zu unübersichtlichen und fehleranfälligen Verkabelungen, bei denen Jumper-Kabel unter dem Board hindurchgeführt oder in unordentlichen Bündeln seitlich vorbeigeleitet werden müssen. Das neue Format von Berrybase schafft hier Abhilfe, indem es die Anordnung der Steckkontakte grundlegend optimiert und so mehr Flexibilität für Entwickler bietet, die mit den genannten Mikrocontrollern arbeiten. Es handelt sich somit um eine spezifische Hardware-Lösung für ein weit verbreitetes Ärgernis in der Maker-Szene.

Die Einzelheiten – Fakten, Namen und technische Daten

Das neue Breadboard, das von Berrybase Electronics entwickelt wurde, zeichnet sich durch eine veränderte Architektur aus. Um zwei zusätzliche Zeilen an Steckkontakten zu gewinnen, wurde eine der üblichen Stromschienen eingespart. Dies ermöglicht es, auch ältere NodeMCU-Boards zu verwenden, die auf Standard-Breadboards oft gar keine freien Kontaktzeilen mehr ließen. Bei schmaleren Boards, wie dem Arduino Nano oder dem Raspberry Pi Pico, erlaubt das Design eine variable Nutzung: So können beispielsweise fünf Zeilen auf der einen und eine Zeile auf der anderen Seite des Boards für die Beschaltung genutzt werden. Eine Besonderheit ist die mittig angeordnete, rot markierte Stromschiene. Da bei vielen Projekten zwei verschiedene Spannungen, etwa 3,3 Volt und 5 Volt, benötigt werden, ist diese Schiene in der Mitte geteilt. Sollte diese Teilung für ein spezifisches Projekt nicht erforderlich sein, kann sie einfach mit einem beiliegenden Jumper überbrückt werden. Die Masse-Schiene hingegen bleibt durchgehend. Das Board ist ab sofort für einen Preis von 4,90 Euro erhältlich.

Hintergrund – Die Entstehungsgeschichte und das Problem

Die Entwicklung dieses Spezial-Breadboards ist eine direkte Reaktion auf die physischen Dimensionen moderner Entwicklungsboards. Während klassische Breadboards für einfachere DIP-Bauteile konzipiert wurden, sind ESP32- und NodeMCU-Module deutlich breiter. Auf einem herkömmlichen Steckbrett belegen diese Module fast die gesamte Breite, sodass die seitlich verbleibenden Kontakte kaum ausreichen, um eine sinnvolle Peripherie anzuschließen. Die bisherige Praxis erforderte oft kreative, aber instabile Lösungen wie das Unterführen von Kabeln unter dem Board, was die Fehlersuche bei Schaltungen erheblich erschwerte. Berrybase hat dieses Problem erkannt und ein eigenes Format entwickeln lassen, das explizit auf die Geometrie dieser Mikrocontroller ausgelegt ist. Es ist ein Versuch, den Komfort bei der Prototypenentwicklung zu erhöhen, indem die mechanischen Einschränkungen der Hardware-Plattformen durch ein angepasstes Trägermaterial kompensiert werden. Die Entscheidung, eine Stromschiene zugunsten von mehr Signalkontakten zu opfern, ist dabei ein bewusster Kompromiss, der die Flexibilität bei der Signalverteilung gegenüber der Stromversorgung priorisiert.

Die Beteiligten – Wer entscheidet und wer ist betroffen

Die treibende Kraft hinter diesem neuen Produkt ist Berrybase Electronics. Das Unternehmen fungiert hierbei sowohl als Entwickler als auch als Anbieter des Boards. Die Zielgruppe sind Maker, Hobby-Elektroniker und Entwickler, die regelmäßig mit ESP32-, ESP8266- oder NodeMCU-Boards arbeiten. Die Berichterstattung und der fachliche Test des Produkts erfolgten durch die Redaktion des Magazins „Make“, wobei Carsten Wartmann die technischen Details und die Praxistauglichkeit des Boards beleuchtet hat. Die Einordnung des Produkts erfolgt somit im Kontext der Maker-Szene, in der das „Make“-Magazin als zentrale Instanz für Hardware-Projekte und Werkzeuge gilt. Andere Akteure wie Global Specialities werden im Vergleich erwähnt, um die Kompatibilität und die Rastermaße der Boards einzuordnen, wobei deutlich wird, dass Berrybase hier einen eigenen Weg geht, der nicht zwingend mit allen existierenden Standards anderer Hersteller harmoniert.

Einordnung – Was das bedeutet

Den Berichten zufolge stellt das neue Board eine sinnvolle Ergänzung dar, weist jedoch auch spezifische Einschränkungen auf. Einzuordnen ist das so: Das Board ist ein spezialisiertes Werkzeug, das seine Stärken in der Platzersparnis bei ESP-Projekten hat, aber bei der Interoperabilität mit anderen Systemen Schwächen zeigt. Ein großer Kritikpunkt ist, dass die neuen Boards nicht nahtlos mit den verbreiteten 400-Kontakt-Breadboards zusammenpassen. Zwar lassen sie sich in Reihe stecken, doch entsteht dabei ein unschöner Versatz, da die mechanischen Plastiknasen an den Längsseiten nicht mit anderen Systemen kompatibel sind. Auch die Rastermaße für etwaige Schraublöcher entsprechen nicht den Standards anderer Hersteller wie Global Specialities. Positiv hervorzuheben ist laut der Analyse die Verarbeitungsqualität sowie die Entscheidung, auf der Rückseite auf ein festes Schaumstoff-Klebeband zu verzichten. Stattdessen wird ein transparentes Klebeband verwendet, das dem Nutzer die Freiheit lässt, eigene Befestigungsmethoden wie Magnetfolien oder doppelseitiges Klebeband nach Wahl anzubringen, ohne dass die Kontaktfedern bei einem Wechsel beschädigt werden.

Offene Fragen – Was der Quelltext nicht beantwortet

Obwohl das Produkt detailliert beschrieben wird, bleiben einige Fragen unbeantwortet. So wird nicht explizit geklärt, ob in Zukunft eine Version geplant ist, die durch eine Anpassung der Stromschienen-Konfiguration eine nahtlose Kompatibilität zu Standard-Breadboards ohne Versatz ermöglicht. Auch bleibt offen, wie die langfristige Haltbarkeit der Kontaktfedern bei intensiver Nutzung im Vergleich zu etablierten Industriestandards ausfällt, da der Testzeitraum laut Angaben im Quelltext begrenzt war. Zudem wird nicht spezifiziert, ob das Board für spezielle Hochfrequenzanwendungen, die bei manchen ESP32-Projekten eine Rolle spielen könnten, eine bessere Signalintegrität bietet als herkömmliche Steckbretter. Die Frage nach der Verfügbarkeit in anderen Regionen oder über Drittanbieter wird ebenfalls nicht adressiert, ebenso wenig wie die genauen Spezifikationen der angekündigten, längeren Variante des Boards. Diese Lücken lassen Raum für weitere Beobachtungen und zukünftige Produktiterationen seitens des Herstellers.

Wie es weitergeht – Ausblick und Termine

Das Produkt ist ab sofort bei Berrybase im Sortiment verfügbar und kann direkt erworben werden. Für die Zukunft hat das Unternehmen bereits eine weitere Variante des Boards angekündigt, die eine größere Länge aufweisen soll. Weitere konkrete Termine oder Ankündigungen für eine Erweiterung des Systems, etwa durch kompatible Zubehörteile oder eine Überarbeitung des mechanischen Designs zur besseren Integration mit anderen Breadboard-Typen, wurden im Quelltext nicht genannt. Nutzer, die auf eine nahtlose Integration in bestehende Breadboard-Landschaften angewiesen sind, müssen sich vorerst mit dem Versatz arrangieren oder auf zukünftige Modellreihen warten, bei denen Berrybase möglicherweise auf die Kritik bezüglich der Plastiknasen und der Kompatibilität reagiert. Die Entwicklung bleibt somit ein dynamischer Prozess, bei dem die Rückmeldungen der Anwender aus der Maker-Community maßgeblich für die weitere Produktpflege sein dürften.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/computer-pc-ventilator-kuhlung-7858767/ · Foto: Ron Lach
Quelle: https://www.heise.de/news/Tiefer-breiter-schneller-Spezial-Breadboard-fuer-ESP-Entwicklungsboards-11418602.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag