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Bosnien verabschiedet sich emotional von Edin Dzeko
Sport · 02.10.2026 23:24

Bosnien verabschiedet sich emotional von Edin Dzeko

Kurz: Nach 152 Länderspielen beendet Edin Dzeko seine Karriere im Nationalteam. Ein emotionaler Abschied in Zenica markiert das Ende einer Ära für Bosnien-Herzegowina

Ein emotionaler Abschied von einer Legende

Es war ein Abend, der in die Geschichte des bosnischen Fußballs eingehen wird. Am Freitagabend, dem 2. Oktober 2026, endete eine Ära, die fast zwei Jahrzehnte lang das Gesicht des Sports in Bosnien-Herzegowina prägte. Edin Dzeko, der langjährige Kapitän und unumstrittene Anführer der Nationalmannschaft, absolvierte im Rahmen der Nations League gegen Schweden sein 152. und damit letztes Länderspiel. Die Partie, die mit einem 1:1-Unentschieden endete, rückte jedoch angesichts des feierlichen Rahmens fast in den Hintergrund. Für den 40-jährigen Stürmer, der aktuell beim FC Schalke 04 unter Vertrag steht, war es der letzte Auftritt im Trikot seines Heimatlandes. Als er nach 62 Minuten den Platz verließ, bildeten seine Teamkollegen ein Spalier, während das Stadion in Zenica in tosenden Applaus ausbrach. Es war der würdige Schlusspunkt einer außergewöhnlichen Laufbahn, die im Juni 2007 mit einem Debüt gegen die Türkei ihren Anfang genommen hatte. Dzeko verlässt die internationale Bühne als Rekordspieler und als eine Identifikationsfigur, die weit über den Sport hinausreicht.

Die Details eines denkwürdigen Spieltages

Die Vorbereitungen auf diesen besonderen Abend begannen bereits weit vor dem Anpfiff. In der bosnischen Hauptstadt Sarajevo wurde ein gigantisches Trikot mit der Rückennummer 11 an einem Gebäude in der Innenstadt angebracht, versehen mit dem Schriftzug „Danke, Diamant“. Auch die kulinarische Welt Bosniens zollte dem Stürmer Tribut: In zahlreichen Restaurants wurde die traditionelle Portion Cevapi von zehn auf elf Stück erhöht – eine symbolische Geste für den Ausnahmespieler. Im Stadion von Zenica herrschte bereits eine Stunde vor Spielbeginn eine elektrisierende Atmosphäre, als die Fans lautstark den Namen ihres Idols skandierten. Fast hätte Dzeko seinem Abschied die Krone aufgesetzt, als er in der Nachspielzeit der ersten Hälfte den Ball im Netz versenkte. Der Treffer wurde jedoch aufgrund einer Abseitsentscheidung, da der Ball zuvor im Toraus war, nicht anerkannt. So blieb es bei insgesamt 73 Länderspieltoren für den Stürmer. Er führte das Team ein letztes Mal als Kapitän auf den Rasen und hinterließ ein Erbe, das in den Statistiken des bosnischen Fußballverbandes für lange Zeit unerreicht bleiben dürfte.

Ein Rückblick auf eine außergewöhnliche Laufbahn

Der Weg von Edin Dzeko begann im Jahr 2007, als er erstmals das Trikot der A-Nationalmannschaft überstreifte. Über die Jahre entwickelte er sich nicht nur zum torgefährlichsten Spieler des Landes, sondern auch zum emotionalen Ankerpunkt der Auswahl. Er selbst bezeichnete seine Zeit im Nationaltrikot als das „emotionalste Privileg“, das ihm der Fußball jemals ermöglicht habe. Besonders die Teilnahmen an den Weltmeisterschaften 2014 und 2026 hob er in seinen Rückblicken hervor. Diese Turniere seien die schönsten Momente gewesen, die er gemeinsam mit der Mannschaft erleben durfte. Sein Stolz, für Bosnien-Herzegowina aufzulaufen, war in jedem seiner Interviews spürbar. Die Verbindung zwischen dem Spieler und seinem Land war stets von einer tiefen gegenseitigen Wertschätzung geprägt. Dzeko war nicht nur ein Torjäger, sondern ein Botschafter für den bosnischen Fußball auf der Weltbühne. Seine Karriere verlief parallel zum Aufstieg der bosnischen Nationalmannschaft, die er durch viele Höhen und Tiefen begleitete und dabei stets als Vorbild für nachfolgende Generationen fungierte.

Die Akteure und das Umfeld des Abschieds

Die Entscheidung zum Rücktritt traf Dzeko nach reiflicher Überlegung, doch die Bindung zu seinen Mitspielern bleibt bestehen. Er beschrieb seine Teamkollegen als „jüngere Brüder“, die ihn bis zuletzt dazu gedrängt hätten, seine Karriere in der Nationalelf fortzusetzen. Die Wehmut war bei den Spielern deutlich spürbar, als sie ihren Kapitän nach 62 Minuten vom Feld verabschiedeten. Auch der bosnische Fußballverband und die Fans in Zenica zeigten sich als eine Einheit, die an diesem Abend gemeinsam Abschied nahm. Dzeko betonte, dass er die Mannschaft zwar auf dem Spielfeld verlasse, aber keineswegs den Kontakt zu seinen Weggefährten abbrechen werde. Er sieht die Zukunft des bosnischen Fußballs positiv und ist fest davon überzeugt, dass die verbleibenden Spieler in seine Fußstapfen treten werden. Die Anerkennung, die ihm entgegengebracht wurde, unterstreicht seinen Stellenwert als eine der bedeutendsten Sportpersönlichkeiten, die das Land jemals hervorgebracht hat.

Einordnung der Bedeutung für den bosnischen Fußball

Einzuordnen ist dieser Abschied als das Ende einer Ära, die den bosnischen Fußball international erst richtig auf die Landkarte brachte. Dzekos Präsenz auf dem Platz verlieh der Mannschaft eine Aura der Wettbewerbsfähigkeit, die weit über seine individuellen Tore hinausging. Den Berichten zufolge hinterlässt er eine Mannschaft in einer soliden Verfassung, was den Übergang für seinen Nachfolger erleichtern dürfte. Dzekos Rolle als Mentor für die jüngeren Spieler war in den letzten Jahren ein zentraler Aspekt seiner Arbeit. Er agierte als Bindeglied zwischen den Generationen und sorgte für Stabilität in einer Zeit des Umbruchs. Dass er nun als Fan auf die Tribüne wechselt, zeigt seine tiefe Verbundenheit mit dem Team. Die Lücke, die er hinterlässt, ist sportlich wie menschlich enorm. Es bleibt abzuwarten, wie das Team ohne den „Diamanten“ an der Spitze funktionieren wird, doch die positive Stimmung, die er hinterlässt, könnte als Fundament für zukünftige Erfolge dienen.

Offene Fragen und der Blick in die Zukunft

Obwohl der Abschied von Edin Dzeko feierlich begangen wurde, bleiben einige Fragen zur sportlichen Zukunft des Teams unbeantwortet. Es ist noch unklar, wer die Kapitänsbinde dauerhaft übernehmen wird und wie der taktische Umbau der Offensive ohne den langjährigen Zielspieler aussehen soll. Der Quelltext bietet keine Informationen über mögliche Nachfolger oder taktische Anpassungen, die der Trainerstab nun vornehmen muss. Ebenso bleibt offen, ob Dzeko in Zukunft eine offizielle Funktion innerhalb des bosnischen Fußballverbandes anstrebt oder ob er sich nach seinem Vertragsende beim FC Schalke 04 vollständig aus dem Profifußball zurückziehen wird. Was die nächsten Schritte betrifft, so ist lediglich bekannt, dass Dzeko die Spiele künftig von der Fan-Perspektive aus verfolgen wird. Die Nationalmannschaft von Bosnien-Herzegowina steht nun vor der Herausforderung, sich ohne ihren prägenden Kapitän in der Nations League zu beweisen. Der Fokus richtet sich nun auf die Spieler, die in den kommenden Monaten beweisen müssen, dass sie das Erbe des „Diamanten“ würdig fortführen können.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/menschen-sitzung-sitzen-menge-12537017/ · Foto: Md Jawadur Rahman
Quelle: https://www.sportschau.de/fussball/nationsleague/bosnien-verabschiedet-sich-emotional-von-edin-dzeko,dzeko-abschied-bosnien-100.html