Ein misslungener Trollversuch im digitalen Raum
Ein aktueller Beitrag auf dem offiziellen TikTok-Account der Trump-Kampagne sorgt für Aufsehen, allerdings anders als vermutlich beabsichtigt. Das Video zeigt eine animierte Darstellung von Donald und Melania Trump, die ein Feuerwerk betrachten. Der begleitende Text suggeriert eine triumphale Stimmung: Er verweist auf den Monat August und behauptet, Donald Trump sei der amtierende Präsident. Besonders provokant ist der schriftliche Hinweis, dass Taylor Swift von der Verwendung ihres Songs begeistert sein werde.
Der Bezug zum Songtitel »August« aus dem Repertoire der Sängerin ist dabei keineswegs zufällig gewählt. Doch der Plan, den Popstar durch die Einbindung ihrer Musik zu vereinnahmen oder bloßzustellen, ging nicht auf. Nutzer und Fans der Künstlerin stellten fest, dass die Audiospur des Videos stummgeschaltet ist. Wer versucht, den Ton zu aktivieren, erhält lediglich den Hinweis, dass dies nicht möglich sei. Berichten zufolge wurde die Tonspur entfernt, bevor das Video größere Aufmerksamkeit erregen konnte.
Systematische Provokation als Strategie
Die Nutzung von Musik bekannter Künstler, die sich kritisch gegenüber Donald Trump positioniert haben, scheint Teil einer bewussten Kommunikationsstrategie zu sein. In der Vergangenheit wurden bereits Videos mit Titeln von Bad Bunny oder Ariana Grande unterlegt, um politische Botschaften – etwa im Kontext von Abschiebungen oder polizeilichen Festnahmen – zu untermalen. Diese Praxis wird von Beobachtern als Machtdemonstration gewertet, die darauf abzielt, die betroffenen Musiker öffentlich vorzuführen.
Besonders das Verhältnis zu Taylor Swift ist seit Längerem von Spannungen geprägt. Nachdem die Sängerin im Jahr 2024 ihre Unterstützung für Kamala Harris öffentlich gemacht hatte, äußerte Trump deutliche Ablehnung. Ein Jahr später nutzte das Weiße Haus ein TikTok-Video, das Regierungsbilder und Soldaten zeigte, und unterlegte es mit dem Swift-Song »The Fate of Ophelia«. Ein Beamter bestätigte im Nachhinein, dass es sich dabei um eine bewusste Provokation gehandelt habe.
Wiederkehrende Probleme mit der Audiospur
Das aktuelle Ereignis ist kein Einzelfall. Auch in früheren Clips, in denen Musik von Bad Bunny oder Ariana Grande verwendet wurde, verschwand die Audiospur nachträglich. Ein ähnliches Phänomen war bereits im November zu beobachten, als ein Video mit dem Swift-Titel »Father Figure« veröffentlicht wurde, bei dem der Ton ebenfalls später entfernt wurde. Warum dies geschieht und ob rechtliche oder technische Gründe vorliegen, bleibt unklar. Weder aus dem Umfeld von Taylor Swift noch aus dem Weißen Haus gab es hierzu eine offizielle Stellungnahme.
Weitere Versuche der Vereinnahmung
Trotz des gescheiterten Versuchs mit dem Song »August« hält das Social-Media-Team an dieser Taktik fest. Nur kurze Zeit später wurde ein weiteres Video hochgeladen, das mit dem Swift-Song »Red« unterlegt ist. Die Begründung der Kampagne dazu: Das gleichnamige Album der Sängerin thematisiere die Farbe Rot, was wiederum mit der Farbe der Republikanischen Partei verknüpft wurde. Ob dieses Video dauerhaft mit Ton verfügbar bleiben wird, bleibt abzuwarten. Die bisherigen Erfahrungen deuten darauf hin, dass die digitale Auseinandersetzung zwischen dem politischen Lager um Trump und dem Umfeld des Popstars weiterhin von Provokationen und medialen Reaktionen geprägt sein wird.