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Stralsund - AfD in Mecklenburg-Vorpommern bekräftigt Ziel einer Alleinregiergung nach der Landtagswahl im September
Schlagzeilen · 08.08.2026 20:54

Stralsund - AfD in Mecklenburg-Vorpommern bekräftigt Ziel einer Alleinregiergung nach der Landtagswahl im September

Kurz: Die AfD in Mecklenburg-Vorpommern strebt bei der kommenden Landtagswahl eine Alleinregierung an. Spitzenkandidat Leif-Erik Holm sieht dafür hohe Hürden.

Ambitionierte Ziele im Nordosten

Im Vorfeld der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern, die für den 20. September angesetzt ist, hat die AfD ihre strategischen Ziele präzisiert. Während eines Wahlkampfauftakts in Stralsund bekräftigte der Spitzenkandidat der Partei, Leif-Erik Holm, den Anspruch, nach dem Urnengang die Regierungsverantwortung allein zu übernehmen. Holm bezeichnete dieses Vorhaben als die zentrale Aufgabe für die kommenden Wochen.

Die rechnerische Hürde

Um dieses Ziel einer Alleinregierung aus eigener Kraft zu erreichen, kalkuliert die Partei mit einem Ergebnis von etwa 43 Prozent der Wählerstimmen. Holm räumte in diesem Zusammenhang ein, dass bis zum Wahltag noch erhebliche Anstrengungen notwendig seien, um diese Marke zu erreichen. Aktuelle Umfragen zeichnen ein differenziertes Bild: Zwar führt die AfD die Umfragewerte in Mecklenburg-Vorpommern an, liegt jedoch mit 36 Prozent – Stand Juli, laut Infratest dimap – noch deutlich hinter dem selbst gesteckten Ziel von 43 Prozent zurück.

Politische Schwerpunkte und Programm

Sollte die AfD tatsächlich die Regierungsgeschäfte übernehmen, hat Holm bereits konkrete politische Kurskorrekturen angekündigt. Zu den zentralen Vorhaben zählen:

* Eine deutlich restriktivere Ausrichtung in der Migrationspolitik.

* Die Aufkündigung des Rundfunkstaatsvertrages.

Diese Forderungen unterstreichen den konfrontativen Kurs, den die Partei im Wahlkampf verfolgt, um sich von den etablierten politischen Kräften abzugrenzen.

Die Haltung der politischen Mitbewerber

Die politische Landschaft in Mecklenburg-Vorpommern ist derzeit von einer klaren Abgrenzung gegenüber der AfD geprägt. Die SPD, die aktuell gemeinsam mit der Linken die Landesregierung stellt, sowie die CDU haben eine Zusammenarbeit mit der AfD kategorisch ausgeschlossen.

Die amtierende Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) ordnet die bevorstehende Wahl als richtungsweisend ein. Sie kritisierte die AfD scharf und bezeichnete die Partei als „gefährlich und unsozial“. Laut Schwesig fördere die AfD Ängste und Verachtung innerhalb der Gesellschaft. Zudem warf sie der Partei vor, Verfassungsgegner in führenden Positionen zu tolerieren.

Einordnung der Ausgangslage

Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern findet zeitlich kurz nach der Abstimmung in Sachsen-Anhalt statt, wobei nur zwei Wochen zwischen den beiden Terminen liegen. Die Ausgangslage ist für die AfD einerseits durch eine führende Position in den Umfragen gekennzeichnet, andererseits durch eine isolierte Stellung im parlamentarischen Spektrum.

Da die anderen im Landtag vertretenen Parteien eine Koalition mit der AfD ablehnen, bleibt die Alleinregierung die einzige rechnerische Option für die Partei, um tatsächlich Regierungsverantwortung zu übernehmen. Ob die AfD die Lücke zwischen den aktuellen Umfragewerten und der angestrebten Mehrheit in der verbleibenden Zeit schließen kann, bleibt eine der zentralen Fragen des Wahlkampfs im September.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/malerische-klippen-und-meer-in-mecklenburg-vorpommern-38025871/ · Foto: Adriaan Westra
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/afd-in-mecklenburg-vorpommern-bekraeftigt-ziel-einer-alleinregiergung-nach-der-landtagswahl-im-septe-102.html