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Start der EM-Qualifikation: Handballer zeigen Belgien klar die Grenzen auf
Sport · 05.11.2026 22:15

Start der EM-Qualifikation: Handballer zeigen Belgien klar die Grenzen auf

Kurz: Die deutsche Handball-Nationalmannschaft ist mit einem souveränen 42:32-Erfolg gegen Belgien in die EM-Qualifikation gestartet. Bundestrainer Gislason testet.

Ein gelungener Auftakt mit Anlaufschwierigkeiten

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat ihre erste Aufgabe auf dem Weg zur Europameisterschaft erfolgreich gemeistert. In der Berliner Arena trat das Team von Bundestrainer Alfred Gislason gegen den Außenseiter aus Belgien an und sicherte sich einen deutlichen 42:32-Erfolg. Auch wenn das Endergebnis eine klare Sprache spricht und die Dominanz der deutschen Auswahl in der zweiten Spielhälfte unterstreicht, verlief der Start in die Partie keineswegs reibungslos. Die Zuschauer in der Hauptstadt erlebten eine Begegnung, die erst nach einer intensiven Ansprache des Bundestrainers die gewünschte Souveränität annahm. Besonders in der Anfangsphase wirkte das deutsche Spiel phasenweise gehemmt, was den Gästen aus Belgien ermöglichte, den Anschluss zu halten und das Spielgeschehen offener zu gestalten, als es die Kräfteverhältnisse auf dem Papier vermuten ließen. Erst gegen Ende der Partie konnte das DHB-Team seine spielerische Überlegenheit vollends ausspielen und den Gegner durch ein hohes Tempo sowie eine konsequentere Chancenverwertung endgültig in die Schranken weisen. Der Sieg markiert einen wichtigen ersten Schritt in der Qualifikationsphase, dient jedoch für das Trainerteam vor allem als Standortbestimmung vor dem anstehenden Großereignis im kommenden Januar.

Detailreiche Analyse des Spielgeschehens

Der Spielverlauf war von einer deutlichen Leistungssteigerung geprägt. Nach zehn Minuten war die Partie beim Stand von 4:4 völlig offen, nachdem Marko Grgic, Johannes Golla und Lukas Zerbe zwar für erste Akzente gesorgt hatten, die Defensive jedoch noch nicht den nötigen Zugriff fand. Der belgische Torhüter Arthur Vanhove erwies sich in dieser Phase als starker Rückhalt für seine Mannschaft. Erst ein 3:0-Lauf durch Juri Knorr, Golla und Renars Uscins verschaffte den Gastgebern etwas Luft. Dennoch blieb Belgien hartnäckig, provozierte immer wieder Siebenmeter, die der deutsche Torhüter David Späth nicht abwehren konnte. Beim Stand von 15:12 sah sich Alfred Gislason gezwungen, eine Auszeit zu nehmen, um seine Mannschaft wachzurütteln. Kurz vor dem Seitenwechsel gelang dem Debütanten Niklas Theiß sein erstes Länderspieltor zum 22:17, ehe Pierre Brixhe zwei Sekunden vor der Sirene den 22:18-Pausenstand markierte. Nach dem Wechsel dauerte es bis zur 38. Minute, ehe die Vorentscheidung fiel. Angeführt von einem stark aufspielenden Grgic und Treffern von Zerbe bei gleichzeitiger Überzahl, zog das DHB-Team davon. In den letzten 20 Minuten machte sich der Kräfteverschleiß bei den Belgiern bemerkbar, was den Weg für weitere Debütanten wie den Eisenacher David Móré ebnete, der dreifach traf.

Der Weg zur Heim-Weltmeisterschaft

Die aktuelle EM-Qualifikation ist für das deutsche Team untrennbar mit der Vorbereitung auf die kommende Weltmeisterschaft verknüpft, die vom 13. bis zum 31. Januar 2027 in Deutschland ausgetragen wird. Für Bundestrainer Alfred Gislason dienen diese Pflichtspiele unter Wettkampfbedingungen als entscheidendes Casting für den endgültigen WM-Kader. Die Nominierung des Aufgebots steht unmittelbar bevor, da direkt nach den beiden Qualifikationsspielen gegen Belgien und die Slowakei die finale Entscheidung über die Spieler getroffen werden muss. Die Vorfreude auf das Turnier im eigenen Land ist groß, zumal die Auslosung der Vorrundengruppen Deutschland machbare Aufgaben beschert hat. Die DHB-Auswahl trifft in der Vorrunde auf Uruguay, Tunesien und Serbien. Dieses Umfeld macht die Qualifikationsspiele zu einer Art Generalprobe, bei der es nicht nur um die Punkte für die EM-Teilnahme geht, sondern auch darum, Automatismen zu festigen und jungen Spielern die Möglichkeit zu geben, sich unter Druck zu beweisen. Die sportliche Leitung möchte dabei sicherstellen, dass die Mannschaft bis zum Januar eine Einheit bildet, die in der Lage ist, gegen internationale Top-Nationen wie Dänemark zu bestehen.

Die Akteure und ihre Rollen im Team

Im Zentrum des Geschehens stand Bundestrainer Alfred Gislason, der mit der Leistung seiner Defensive im ersten Durchgang sichtlich unzufrieden war. Seine deutlichen Worte in der Auszeit unterstrichen den Ernst der Lage. Auf dem Feld übernahmen etablierte Kräfte wie Juri Knorr, Johannes Golla und Renars Uscins die Verantwortung, um das Spiel zu beruhigen. Marko Grgic und Julian Köster stachen besonders in der zweiten Hälfte hervor, als sie die belgische Abwehr vor unlösbare Probleme stellten. Ein besonderes Augenmerk lag auf den Debütanten: Niklas Theiß konnte sich in die Torschützenliste eintragen, während David Móré aus Eisenach mit drei Treffern ein Ausrufezeichen setzte. Auch im Tor gab es personelle Wechsel; neben David Späth erhielt Lasse Ludwig die Chance, sich auf der internationalen Bühne zu beweisen. Die belgische Mannschaft, angeführt von ihrem Torhüter Arthur Vanhove und Torschützen wie Pierre Brixhe, agierte als unangenehmer Gegner, der vor allem durch Disziplin und das Herausholen von Siebenmetern überzeugte, letztlich aber der individuellen Klasse der deutschen Auswahl Tribut zollen musste.

Einordnung der gezeigten Leistung

Einzuordnen ist das Ergebnis als Pflichtsieg, der jedoch offenbart, dass noch Arbeit vor dem Team liegt. Den Berichten zufolge war die erste Halbzeit von einer mangelnden Kompaktheit in der Abwehr geprägt, was Gislason zu deutlichen Korrekturen veranlasste. Dass das Team in der zweiten Hälfte den Zugriff fand und den Gegner deutlich distanzierte, spricht für die Qualität und die Tiefe des Kaders. Die Kritik des Bundestrainers, dass es sich nicht um ein Freundschaftsspiel handele, unterstreicht den Anspruch, in jeder Phase der Qualifikation absolute Konzentration abzurufen. Dass die Abwehr sich zu weit auseinanderziehen ließ, wie Marko Grgic in der Pause selbstkritisch anmerkte, ist ein Punkt, an dem das Team arbeiten muss, um gegen stärkere Gegner bei der WM bestehen zu können. Die offensive Ausbeute von 42 Toren ist hingegen ein Beleg für die Durchschlagskraft des Angriffs, der auch ohne den ganz großen Glanz über weite Strecken effizient agierte. Die Integration der Debütanten verlief vielversprechend, was dem Trainerteam für die Kaderzusammenstellung weitere Optionen eröffnet.

Offene Fragen und verbleibende Lücken

Der Quelltext lässt einige Fragen unbeantwortet, die für die weitere Entwicklung des Teams von Bedeutung sein könnten. So bleibt unklar, welche taktischen Alternativen Gislason für die Abwehrarbeit konkret in Betracht zieht, um die festgestellten Lücken dauerhaft zu schließen. Auch die Frage, wie die Torhüterleistung – insbesondere bei den gegnerischen Siebenmetern – langfristig stabilisiert werden soll, wird nicht abschließend geklärt. Ebenso wenig ist bekannt, welche Spieler aus dem aktuellen Kreis nach den beiden Qualifikationsspielen den Sprung in den finalen WM-Kader schaffen werden und wer möglicherweise aus dem erweiterten Aufgebot gestrichen wird. Die genaue Gewichtung der Leistungen der Debütanten im Vergleich zu den etablierten Kräften bleibt ebenfalls eine Entscheidung, die intern im Trainerteam getroffen werden muss. Zudem fehlen Informationen darüber, wie der Gegner Slowakei, auf den Deutschland am kommenden Sonntag trifft, taktisch einzuschätzen ist und ob Gislason für dieses Spiel personelle Änderungen in der Startaufstellung oder im Kader plant, um weitere Testmöglichkeiten wahrzunehmen.

Ausblick auf die kommenden Tage

Der Fokus der deutschen Handballer richtet sich nun unmittelbar auf die zweite Begegnung der EM-Qualifikation. Am kommenden Sonntag, den 8. November 2026, steht das Duell gegen die Slowakei auf dem Programm. Die Partie beginnt um 18 Uhr und wird für die Fans über den Live-Ticker der Sportschau verfolgbar sein. Dieses Spiel wird der letzte Härtetest unter Wettkampfbedingungen sein, bevor Alfred Gislason seinen endgültigen Kader für die Weltmeisterschaft 2027 bekannt gibt. Die Spieler haben damit eine letzte Gelegenheit, sich für einen Platz im WM-Aufgebot zu empfehlen. Nach diesem Termin wird die Vorbereitung auf das Turnier im Januar intensiviert, bei dem Deutschland als Gastgeber hohe Ambitionen hegt. Die kommenden Tage sind somit entscheidend für die Strukturierung der Mannschaft und die Festlegung der taktischen Marschroute für das Turnier, das am 13. Januar mit der Vorrunde beginnt und in dem die deutsche Mannschaft ihre Ambitionen auf den Titel unter Beweis stellen möchte.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/intensives-american-football-spiel-auf-dem-rasenplatz-32911056/ · Foto: Haberdoedas Photography
Quelle: https://www.sportschau.de/handball/nationalmannschaft/gislasons-wm-casting-unter-wettkampfbedingungen,handball-em-qualifikation-deutschland-belgien-100.html