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Speicherversorgung für Apple: Samsung dreht offenbar Produktion auf
Technik · 29.07.2026 11:35

Speicherversorgung für Apple: Samsung dreht offenbar Produktion auf

Kurz: Samsung reagiert auf Apples Lieferengpässe bei Arbeitsspeicher: Mit einer Produktionssteigerung in Hwaseong soll der Engpass bei Standard-DRAM behoben werden.

Strategische Anpassung bei der Speicherfertigung

Samsung Electronics plant eine kurzfristige Ausweitung seiner Produktionskapazitäten für DRAM-Speicher. Berichten zufolge soll der Standort Hwaseong am Gelben Meer seinen Output um 15 Prozent steigern. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Versorgungssicherheit für Großkunden wie Apple zu erhöhen, die derzeit mit einem angespannten Markt konfrontiert sind.

Um dieses Ziel zu erreichen, setzt der Konzern auf eine Optimierung bestehender Anlagen. Durch die Konsolidierung der Fertigungslinien und die Ergänzung einer neuen sogenannten „End Fab“ soll die Handhabung der Wafer effizienter gestaltet werden. Diese Umstrukturierung ermöglicht einen logistisch optimierten Transport der Wafer-Chargen. Die Kapazitätserweiterung konzentriert sich dabei explizit auf „General Purpose DRAM“. Damit grenzt sich Samsung von der Produktion von High-Bandwidth-Memory-Chips (HBM) ab, die aktuell vor allem durch die hohe Nachfrage im Bereich der KI-Chips von Unternehmen wie Nvidia stark beansprucht werden.

Marktdruck und Apples Suche nach Alternativen

Apple befindet sich in einer schwierigen Verhandlungsposition. Bisher konnte der Konzern aufgrund seiner enormen Abnahmemengen günstige Preise bei den drei großen Speicherherstellern – SK Hynix, Micron und Samsung – aushandeln. Dieses Modell ist jedoch durch die veränderte Marktdynamik unter Druck geraten. Da KI-Unternehmen bereit sind, für HBM-Chips hohe Preise zu zahlen und wertvolle Kapazitäten auf den Wafern belegen, sind die Kosten für Standard-DRAM-Module deutlich gestiegen. Die Preiserhöhungen bei Apple-Produkten wie Macs und iPads sind eine direkte Folge dieser Entwicklung; Experten halten ähnliche Preisanpassungen bei iPhones für wahrscheinlich.

In diesem Kontext wurden Berichte laut, wonach Apple versucht hat, DRAM-Komponenten für den chinesischen Markt von lokalen Herstellern wie CXMT zu beziehen. Dieses Vorhaben wird jedoch durch die US-Regierung blockiert. Da der chinesische Hersteller auf einer Sanktionsliste steht, die ihn als dem Militär nahestehendes Unternehmen einstuft, ist ein solcher Handel für Apple derzeit nicht realisierbar.

Ausblick auf die kommenden Monate

Die von Samsung angestrebte Produktionssteigerung soll laut Insidern bereits bis zum Ende des laufenden Jahres greifen. Ein Vergleich zum Jahresanfang soll dann ein Plus von 15 Prozent bei der Produktion von Standard-DRAM zeigen. Diese Entwicklung ist für Samsung selbst von Bedeutung, da auch die eigene Mobilfunksparte des Konzerns unter den derzeit hohen Speicherpreisen leidet.

Die Situation verdeutlicht, wie stark die globale Hardware-Industrie von der Priorisierung der KI-Chips betroffen ist. Während Apple versucht, seine Lieferketten zu diversifizieren oder durch Druck auf die bestehenden Partner zu stabilisieren, bleibt die Abhängigkeit von den „großen Drei“ der Speicherbranche bestehen. Die kommenden Quartale werden zeigen, ob die Kapazitätserweiterungen ausreichen, um den Preisdruck zu mildern und die Versorgung der Apple-Produktpalette sicherzustellen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/meer-ozean-laptop-computer-13328200/ · Foto: Avinash Kumar
Quelle: https://www.heise.de/news/Speicherversorgung-fuer-Apple-Samsung-dreht-offenbar-Produktion-auf-11381065.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag