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SpaceX: Oberstufe von Falcon 9 schlägt in Kürze auf dem Mond ein
Technik · 01.08.2026 13:37

SpaceX: Oberstufe von Falcon 9 schlägt in Kürze auf dem Mond ein

Kurz: Eine ausgediente Oberstufe der SpaceX-Falcon-9-Rakete steuert auf den Mond zu. Astronomen haben den Zeitpunkt des Aufpralls präzise berechnet.

Ein ungewöhnliches Ereignis im Mondorbit

In Kürze wird ein Relikt der modernen Raumfahrt auf der Mondoberfläche enden. Wie Berechnungen des US-Astronomen Bill Gray belegen, steht der Einschlag einer ausgedienten Oberstufe einer SpaceX-Falcon-9-Rakete unmittelbar bevor. Das Objekt, das seit seinem Start im Januar 2025 durch den Weltraum driftet, soll nach aktuellen Prognosen am 5. August 2026 um 08:34:32 Uhr (MESZ) auf den Erdtrabanten treffen.

Der anvisierte Einschlagsort liegt nach den vorliegenden Daten in der Nähe des Einstein-Kraters. Es handelt sich dabei um ein Überbleibsel jener Mission, bei der im Januar 2025 zwei kommerzielle Projekte – die japanische Hakuto-R-2-Mission von Ispace sowie die Blue-Ghost-Sonde von Firefly Aerospace – ins All befördert wurden.

Warum das Raketenteil so lange im All blieb

Die Falcon-9-Rakete ist für ihre Wiederverwendbarkeit bekannt, wobei sich dieser Prozess primär auf die Erststufe konzentriert. Die zweite Stufe sowie der Nutzlastbehälter verbleiben nach der Trennung jedoch in der Regel im Orbit. Während der Nutzlastbehälter bereits im März 2025 kontrolliert in die Erdatmosphäre eintrat und dort verglühte, verblieb die Oberstufe auf einer deutlich höheren Umlaufbahn.

In den vergangenen Monaten näherte sich das Objekt sowohl der Erde als auch dem Mond mehrfach an, ohne jedoch in eine Kollisionsbahn zu geraten. Erst durch die komplexe Dynamik der Gravitationskräfte und die stetige Beobachtung durch Asteroiden-Überwachungsprogramme konnte der nun bevorstehende Einschlag determiniert werden.

Herausforderungen bei der Flugbahnberechnung

Die Vorhersage der Flugbahn von Weltraumschrott ist mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. Bill Gray stützt seine Berechnungen auf über 1.000 Beobachtungsdaten, die bis Ende 2026 gesammelt wurden. Eine zentrale Schwierigkeit stellt dabei der Strahlungsdruck der Sonne dar. Dieser beeinflusst die Bewegung kleinerer, unbemannter Objekte im Vakuum des Alls messbar, was eine exakte Bestimmung des Einschlagzeitpunkts und des genauen Ortes erschwert.

Bereits im September 2025 hatte Gray den Einschlag für August 2026 prognostiziert. Die nun vorliegende Präzision ist das Ergebnis kontinuierlicher Datenverarbeitung, wenngleich eine Restunsicherheit aufgrund physikalischer Einflüsse bestehen bleibt.

Historischer Kontext und wissenschaftliche Einordnung

Die Identifizierung von Objekten im Weltraum ist nicht immer eindeutig. Ein prominentes Beispiel aus der Vergangenheit zeigt, wie komplex die Zuordnung sein kann: Im Jahr 2022 sagte Gray den Einschlag eines Raketenteils auf dem Mond voraus. Zunächst wurde vermutet, es handele sich um eine Falcon-9-Oberstufe. Eine spätere Spektralanalyse des Lacks ergab jedoch, dass das Objekt eine Turbine einer chinesischen Trägerrakete vom Typ Langer Marsch 3 war. Die US-Mondsonde Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) konnte nach dem Aufprall tatsächlich zwei Krater identifizieren, die auf diesen Einschlag zurückzuführen waren.

Der bevorstehende Aufprall der Falcon-9-Stufe bietet der Wissenschaft erneut die Gelegenheit, die Auswirkungen von Kollisionen auf der Mondoberfläche zu studieren. Ob weitere Sonden wie der LRO den Einschlag dokumentieren können, bleibt abzuwarten, da die exakten Parameter des Aufpralls durch die Einflüsse der Sonnenstrahlung bis zum letzten Moment in Bewegung bleiben.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/mann-vor-dem-monitor-2239655/ · Foto: Lucas Fonseca
Quelle: https://www.golem.de/news/spacex-oberstufe-von-falcon-9-schlaegt-in-kuerze-auf-dem-mond-ein-2608-211511.html