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Saudi-arabischer Tanker von Huthi-Miliz angegriffen
Schlagzeilen · 23.07.2026 08:28

Saudi-arabischer Tanker von Huthi-Miliz angegriffen

Kurz: Die Huthi-Miliz hat im Roten Meer saudi-arabische Öltanker attackiert. Die Angriffe gefährden eine der wichtigsten Handelsrouten für den globalen Öltransport.

Eskalation im Roten Meer: Tanker unter Beschuss

Das Rote Meer ist erneut Schauplatz militärischer Auseinandersetzungen geworden. Wie Berichte vom 23. Juli 2026 bestätigen, wurde mindestens ein saudi-arabischer Öltanker Ziel eines Angriffs durch die jemenitische Huthi-Miliz. Nach Angaben der britischen Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) wurde das Schiff, die „Encelia“, etwa 130 Kilometer südwestlich des saudi-arabischen Küstenorts Al-Schukaik von einem unbekannten Geschoss getroffen. Dies löste einen Brand am Bug aus. Glücklicherweise blieb die Besatzung bei diesem Vorfall unverletzt.

Die Huthi-Rebellen, die im Jemen weite Teile des Nordens und der Westküste kontrollieren, reklamieren die Tat für sich. Über ihre Nachrichtenagentur Saba teilte die Miliz mit, sie habe insgesamt zwei saudi-arabische Tanker attackiert. Dabei seien Raketen, Marschflugkörper sowie Drohnen zum Einsatz gekommen. Die Angriffe seien eine direkte Reaktion auf die von der Miliz ausgerufene „Seeblockade“ für saudische Schiffe.

Hintergrund der Blockade-Drohung

Die aktuelle Aggression ist eingebettet in einen langjährigen Konflikt. Saudi-Arabien führt seit über zehn Jahren Krieg gegen die Huthi-Miliz, die ihrerseits vom Iran unterstützt wird. Erst wenige Tage vor den Angriffen hatte der Militärsprecher der Huthis, Jahja Sari, ein „Verbot der Schifffahrt“ für saudi-arabische Schiffe verkündet. Zwar blieb zunächst unklar, in welchen exakten Gewässern dieses Verbot gelten soll, doch die nun erfolgten Angriffe unterstreichen den Ernst der Lage.

Die strategische Bedeutung der Region ist immens. Da die Straße von Hormus aufgrund des Iran-Krieges faktisch blockiert ist, nutzt Saudi-Arabien das Rote Meer als zentrale Ausweichroute. Ein Großteil des saudischen Öls wird derzeit über eine Pipeline zum Hafen Janbu am Roten Meer transportiert, um von dort aus in Richtung der globalen Märkte verschifft zu werden.

Bedrohung für den Welthandel

Die Meerenge Bab al-Mandab, die das Rote Meer mit dem Golf von Aden verbindet, gilt als eines der wichtigsten Nadelöhre des Welthandels. Sie ist ein essenzieller Bestandteil der Route von Asien über den Suezkanal nach Europa. Experten warnen, dass eine dauerhafte Instabilität oder eine effektive Blockade dieser Passage gravierende wirtschaftliche Folgen hätte.

Schon in der Vergangenheit haben die Huthi-Rebellen durch Angriffe im Roten Meer – insbesondere im Kontext des Gaza-Krieges – den internationalen Warenverkehr massiv beeinträchtigt. Die aktuelle Drohkulisse zielt nun gezielt auf die saudi-arabische Wirtschaft ab. Laut Berichten der Huthi-Miliz seien infolge der jüngsten Aktionen bereits etwa zehn Schiffe zur Umkehr gezwungen worden.

Völkerrechtliche Einordnung und Reaktion

Die saudi-arabischen Behörden verurteilten den Angriff scharf. Ein Vertreter der Verkehrsbehörde TGA bezeichnete das Vorgehen als einen klaren Verstoß gegen das Völkerrecht sowie gegen das Prinzip der sicheren Passage von Handelsschiffen. Während die Besatzung der „Encelia“ in Sicherheit gebracht werden konnte, bleibt die Sicherheitslage für die zivile Schifffahrt in der Region hochgradig volatil.

Die nächsten Schritte hängen maßgeblich von der weiteren militärischen Entwicklung und der internationalen Reaktion ab. Da die Huthi-Miliz weiterhin Zugang zu einem Arsenal aus Drohnen und Raketen hat, bleibt die Gefahr für Tanker und Frachter in der Meerenge Bab al-Mandab akut bestehen. Die Situation verdeutlicht erneut, wie verwundbar die globalen Lieferketten gegenüber regionalen Konflikten sind, die sich auf strategische maritime Knotenpunkte auswirken.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/silber-laptop-laptop-auf-dem-tisch-291777/ · Foto: AS Photography
Quelle: https://www.zdfheute.de/politik/ausland/schiff-saudi-arabien-rotes-meer-beschuss-100.html