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Samsung: Speicherkrise verschärft sich 2027
Technik · 30.07.2026 18:00

Samsung: Speicherkrise verschärft sich 2027

Kurz: Samsung warnt vor einer Verschärfung der Speicherkrise im Jahr 2027. Lange Bauzeiten für Halbleiterwerke verhindern eine schnelle Entspannung bei DRAM und NAND.

Die angespannte Lage am Speichermarkt

Die Verfügbarkeit von Halbleiterkomponenten bleibt ein kritisches Thema für die globale Tech-Branche. Jaejune Kim, Leiter der Speicher-Sparte bei Samsung, hat in einer Analystenkonferenz eine düstere Prognose für die kommenden Jahre abgegeben. Demnach ist nicht mit einer kurzfristigen Entspannung bei DRAM-Modulen wie DDR5 oder NAND-Flash-Speichern für SSDs zu rechnen. Die aktuelle Einschätzung deutet darauf hin, dass die Lieferengpässe bis mindestens 2028 anhalten könnten.

Besonders kritisch bewertet Samsung die Entwicklung für das Jahr 2027. Laut Kim wird sich die ungedeckte Nachfrage aus dem aktuellen Jahr nahtlos in die kommenden Zeiträume fortsetzen. Die Anfragen von Kunden deuten darauf hin, dass die Diskrepanz zwischen Angebot und Bedarf sogar noch an Schärfe gewinnen könnte.

Ursachen der Verzögerungen

Der Kern des Problems liegt in der langen Vorlaufzeit für den Ausbau von Produktionskapazitäten. Der Bau eines modernen Halbleiterwerks ist ein hochkomplexes Unterfangen, das laut Samsung etwa drei Jahre in Anspruch nimmt, bis die ersten Wafer vom Band laufen. Dabei entfallen wesentliche Zeitanteile auf die Spezifizierung der Reinräume und das Hochfahren der Serienproduktion, was allein meist mehr als ein Jahr beansprucht.

Zusätzlich müssen Hersteller die Prozessdauer für die eigentliche Chip-Fertigung einplanen. Von der ersten Belichtung bis zum fertigen Produkt vergehen weitere Monate. Diese langen Zyklen machen die Branche unflexibel gegenüber plötzlichen Nachfrageschwankungen.

Strategische Fehlentscheidungen der Vergangenheit

Die aktuelle Krise ist auch eine Folge wirtschaftlicher Entscheidungen aus der jüngeren Vergangenheit. Bis 2024 verzeichneten Speicherhersteller wie Samsung, SK Hynix und Micron massive Verluste, da ein Überangebot die Preise unter die Profitabilitätsschwelle drückte. Als Reaktion auf diese Marktlage wurden Investitionen in neue Fabriken zurückgefahren, verschoben oder komplett gestoppt.

Dieser Rückzug bei den Kapazitätserweiterungen rächt sich nun. Da die Nachfrage nach Speicherkomponenten in vielen Bereichen stabil bleibt oder steigt, trifft ein begrenztes Angebot auf einen hohen Bedarf. Die Industrie befindet sich in einer Phase, in der die notwendige Skalierung nicht mit der Marktentwicklung Schritt halten kann.

Langfristige Folgen für die Preisgestaltung

Um die Volatilität des sogenannten „Schweinezyklus“ – das ständige Wechselspiel zwischen Über- und Unterangebot – abzufedern, setzt Samsung verstärkt auf langfristige Lieferabkommen. Diese Verträge, die teilweise Laufzeiten von bis zu fünf Jahren umfassen, sollen für mehr Planungssicherheit sorgen. Dennoch scheint eine Rückkehr zu den niedrigen Speicherpreisen des Jahres 2025 zunehmend unwahrscheinlich.

Die Branche stellt sich darauf ein, dass die Zeiten günstiger Speicherkomponenten vorerst vorbei sind. Die Kombination aus langen Bauzeiten, strategischer Vorsicht bei Investitionen und einer stetigen Nachfrage schafft ein Umfeld, in dem hohe Preise für DRAM und NAND-Speicher auf absehbare Zeit die Norm bleiben könnten. Für Unternehmen und Endverbraucher bedeutet dies, dass die Kosten für Speicherlösungen ein zentraler Faktor in der Budgetplanung der nächsten Jahre bleiben werden.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/nahaufnahme-von-bauteilen-einer-computerplatine-36169771/ · Foto: Jakub Pabis
Quelle: https://www.heise.de/news/Samsung-Speicherkrise-verschaerft-sich-2027-11387501.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag