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Regional · 28.09.2026 08:43

Rüsselsheim: Mauer mit verfassungsfeindlichen Symbolen beschmiert / Polizei sucht Zeugen

Kurz: In Rüsselsheim haben Unbekannte eine Mauer mit verfassungsfeindlichen Symbolen beschmiert. Der Staatsschutz ermittelt nun und sucht dringend nach Zeugen.

Was geschehen ist – die Kernmeldung

Im Stadtgebiet von Rüsselsheim ist es zu einer strafbaren Sachbeschädigung mit politisch motiviertem Hintergrund gekommen. Wie das Polizeipräsidium Südhessen am Samstagmorgen mitteilte, haben bislang unbekannte Täter eine Mauer im Bereich der Darmstädter Straße mit blauer Farbe verunstaltet. Dabei wurden Symbole verwendet, die eindeutig als verfassungsfeindlich einzustufen sind. Die Tat ereignete sich in einem Zeitfenster zwischen Donnerstag, dem 24. September, und Freitag, dem 25. September. Ein aufmerksamer Zeuge entdeckte die Schmierereien am Freitagmittag gegen 12.15 Uhr und informierte umgehend die zuständigen Polizeibehörden. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Täter den öffentlichen Raum gezielt für ihre verbotene Botschaft genutzt haben, um die Symbole gut sichtbar anzubringen. Da die Tatbestände den Einsatz von verbotenen Kennzeichen umfassen, hat der polizeiliche Staatsschutz die weiteren Ermittlungen übernommen, um die Hintergründe der Tat sowie die Identität der unbekannten Täter zu klären.

Die Einzelheiten der Tat

Die polizeilichen Ermittlungen vor Ort ergaben, dass die Täter insgesamt an vier verschiedenen Stellen der Mauer blaue Farbe auftrugen. Bei der Begutachtung der Schmierereien stellten die Beamten Hakenkreuze sowie die Zahlenkombination „88“ fest. Diese Zeichen sind als Symbole nationalsozialistischer Ideologie bekannt und strafrechtlich relevant. Der Zeuge, der die Sachbeschädigung entdeckte, konnte den Tatzeitraum durch eigene Beobachtungen eingrenzen. Er gab gegenüber der Polizei zu Protokoll, dass die Mauer am Donnerstagvormittag gegen 11 Uhr noch unbeschädigt war. Somit muss die Tat in der Zeit zwischen Donnerstag, 11 Uhr, und Freitag, 12.15 Uhr, begangen worden sein. Die Polizei hat die Spuren gesichert und dokumentiert. Da die Ermittlungen noch am Anfang stehen, ist die genaue Identität der Täter derzeit völlig unklar. Die Polizei bittet nun die Bevölkerung um Mithilfe, um den Vorfall in der Darmstädter Straße zeitnah aufklären zu können.

Hintergrund und bisheriger Verlauf

Der Vorfall in der Darmstädter Straße reiht sich in eine Reihe von Delikten ein, bei denen der öffentliche Raum für politisch motivierte Botschaften missbraucht wird. Da die verwendeten Symbole – namentlich das Hakenkreuz und die Zahl 88, die in rechtsextremen Kreisen als Code für den Hitlergruß verwendet wird – eine klare Sprache sprechen, hat die Polizei Südhessen den Fall nicht als gewöhnliche Sachbeschädigung eingestuft. Vielmehr wurde das Kommissariat für Staatsschutzangelegenheiten in Darmstadt unmittelbar in die Ermittlungen eingebunden. Dieses Fachkommissariat ist spezialisiert auf Delikte, die auf eine politische Motivation hindeuten oder die freiheitlich-demokratische Grundordnung angreifen. Bisher gibt es keine Hinweise auf die Tätergruppierung oder ein mögliches Bekennerschreiben. Die Ermittler prüfen nun, ob es in der näheren Umgebung der Darmstädter Straße weitere Vorfälle dieser Art gab oder ob Zeugen in der fraglichen Nacht verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet haben, die mit der Tat in Verbindung stehen könnten.

Die Beteiligten und Verantwortlichen

In den Fall involviert ist primär das Polizeipräsidium Südhessen, welches durch die Pressestelle in der Klappacher Straße in Darmstadt vertreten wird. Stefan Launhardt fungiert hierbei als Ansprechpartner für die Medien. Die Ermittlungen werden konkret vom Kommissariat für Staatsschutz geführt, das für die Aufarbeitung solcher politisch motivierten Straftaten im Zuständigkeitsbereich Darmstadt und Umgebung verantwortlich ist. Als Zeuge fungiert eine bisher namentlich nicht genannte Person, die den Schaden am Freitagmittag entdeckte und die Polizei verständigte. Die unbekannten Täter sind weiterhin flüchtig. Die Polizei appelliert an die Zivilgesellschaft, bei verdächtigen Beobachtungen nicht zu zögern, sondern die Behörden direkt zu kontaktieren. Die Ermittler sind auf Informationen angewiesen, um die Täter zur Rechenschaft ziehen zu können. Die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Dienststellen innerhalb des Polizeipräsidiums Südhessen stellt sicher, dass alle verfügbaren Ressourcen für die Aufklärung der Straftat genutzt werden.

Einordnung und offene Fragen

Einzuordnen ist der Vorfall als eine gezielte Provokation im öffentlichen Raum. Die Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole wiegt schwer und führt regelmäßig zu intensiven Ermittlungen durch den Staatsschutz. Den Berichten zufolge ist die Tat durch die Wahl der Symbole eindeutig dem rechtsextremen Spektrum zuzuordnen. Dennoch bleiben zahlreiche Fragen offen, die der aktuelle Ermittlungsstand noch nicht beantworten kann. So ist beispielsweise unklar, ob es sich um eine Einzeltäter-Aktion oder um eine organisierte Gruppe handelte. Auch die genaue Uhrzeit der Tat innerhalb des festgelegten Zeitfensters von über 25 Stunden konnte bisher nicht präzisiert werden. Ebenso wenig ist bekannt, ob die Täter aus der direkten Nachbarschaft stammen oder gezielt diesen Ort für ihre Schmierereien ausgewählt haben. Es liegen zudem keine Informationen darüber vor, ob bereits früher ähnliche Vorfälle an dieser Mauer oder in unmittelbarer Nähe gemeldet wurden. Die Ermittler müssen nun klären, ob es Videomaterial aus der Umgebung gibt, das zur Identifizierung beitragen könnte.

Wie es weitergeht

Die Ermittlungen des Kommissariats für Staatsschutz dauern an. Die Polizei ist dringend auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen, um die Täter zu identifizieren. Zeugen, die im Zeitraum zwischen Donnerstag, dem 24. September, und Freitag, dem 25. September, verdächtige Beobachtungen im Bereich der Darmstädter Straße gemacht haben, werden gebeten, sich telefonisch unter der Rufnummer 06151/969-0 bei den Ermittlern zu melden. Die Polizei hat die Telefonnummer der Dienststelle explizit für sachdienliche Hinweise freigeschaltet. Ob weitere Maßnahmen, wie etwa eine verstärkte Bestreifung des Gebiets oder eine Auswertung von Überwachungskameras in der Umgebung, eingeleitet werden, liegt im Ermessen der zuständigen Ermittlungsbehörden. Sobald neue Erkenntnisse vorliegen, wird die Pressestelle des Polizeipräsidiums Südhessen darüber informieren. Die Beseitigung der Schmierereien obliegt in der Regel dem Eigentümer der Mauer, wobei die Polizei im Rahmen der Spurensicherung zunächst die Beweise dokumentiert hat.

Quelle: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/4969/6360000