Ein schwieriger Wettkampf in Oklahoma City
Die Kanuslalom-Weltmeisterschaft in Oklahoma City verlief für die deutsche Spitzenathletin Ricarda Funk nicht nach Wunsch. Die 34-jährige Olympiasiegerin von Tokio, die bereits 2021 und 2022 WM-Gold gewinnen konnte, musste sich diesmal mit dem fünften Platz begnügen. Trotz ihrer Ambitionen auf einen Podestplatz reichte die Leistung auf der 305 Meter langen Strecke nicht für eine Medaille.
Analyse des Rennverlaufs
Funk, die für den KSV Bad Kreuznach startet und ihren Lebensmittelpunkt in Augsburg hat, qualifizierte sich als einzige deutsche Athletin für das Finale der besten zwölf Kanutinnen. Dies gelang ihr durch einen neunten Platz im Halbfinale. Im entscheidenden Endlauf fehlten der Athletin jedoch die entscheidenden Sekunden für den Sprung auf das Podium.
Die Sportlerin selbst zeigte sich nach dem Rennen enttäuscht. Sie gab an, voll auf Angriff gefahren zu sein, habe jedoch den ersten wichtigen technischen Move nicht präzise genug umgesetzt. Dieser Fehler kostete wertvolle Zeit, die am Ende den Ausschlag gab. „Es tut weh“, kommentierte Funk ihre Leistung unmittelbar nach dem Wettkampf.
Die Konkurrenz und das Teilnehmerfeld
Den Weltmeistertitel sicherte sich die dreimalige Olympiasiegerin Jessica Fox. Die Australierin, die im Vorjahr aufgrund einer Tumor-Operation an der Niere noch auf ihre Teilnahme an der Heim-WM verzichten musste, meldete sich eindrucksvoll an der Spitze zurück. Das Podium komplettierten die US-Amerikanerin Evy Leibfarth auf dem zweiten Rang sowie die Britin Kimberley Woods auf dem dritten Platz.
Für das deutsche Team verlief die Weltmeisterschaft bisher insgesamt schwierig. Bereits im Team-Wettbewerb der Kajak-Frauen verpassten die deutschen Starterinnen um Ricarda Funk eine vordere Platzierung und beendeten das Rennen auf dem achten Rang mit einem Rückstand von über acht Sekunden auf die siegreichen Australierinnen.
Ausblick auf den Kajak Cross
Obwohl die Enttäuschung über das verpasste Edelmetall im Kanuslalom überwiegt, bleibt für Ricarda Funk eine letzte Gelegenheit, bei dieser Weltmeisterschaft eine Medaille zu gewinnen. Am kommenden Samstag steht der Wettbewerb im Kajak Cross an.
Obwohl diese Disziplin nicht als ihre Paradedisziplin gilt, zeigt sich die Rheinland-Pfälzerin kämpferisch. Sie kündigte an, im Kajak Cross vollen Einsatz zu zeigen und sich trotz der körperlichen und mentalen Anforderungen durchzusetzen. Die Devise für das kommende Rennen lautet für die erfahrene Kanutin, „die Ellbogen auspacken“ und bis zum Schluss um eine gute Platzierung zu kämpfen.
Einordnung und Kontext
Die Weltmeisterschaft in Oklahoma City hat eine besondere Bedeutung, da der Ort im Jahr 2028 auch die olympischen Kanu-Wettbewerbe ausrichten wird. Auch wenn das sportliche Ergebnis im Slalom hinter den Erwartungen zurückblieb, konnte Funk hinsichtlich der Sicherung eines Olympia-Quotenplatzes eine positive Bilanz ziehen.
Die aktuelle WM findet zudem vor dem Hintergrund einer persönlichen Aufarbeitung statt. Erst vor wenigen Wochen berichtete die Athletin über eine schwierige Phase und eine Krise, die sie in den Monaten vor dem Turnier durchlebt hatte. Der Fokus liegt nun darauf, die verbleibende Chance im Kajak Cross zu nutzen, um den sportlichen Aufenthalt in den USA mit einem versöhnlichen Ergebnis abzuschließen.