News aus aller Welt
Start
?Prince of Persia“: GOG rüstet „Sands of Time“ für moderne PCs auf
Technik · 19.08.2026 08:16

?Prince of Persia“: GOG rüstet „Sands of Time“ für moderne PCs auf

Kurz: GOG macht den Klassiker „Prince of Persia: The Sands of Time“ fit für moderne PCs. Das Update bietet Ultrawide-Support und technische Optimierungen.

Was geschehen ist – die Kernmeldung

Die bekannte Spieleplattform GOG hat das Action-Adventure „Prince of Persia: The Sands of Time“ aus dem Jahr 2003 einer umfassenden technischen Überarbeitung unterzogen. Ziel dieser Maßnahme ist es, den Klassiker, der unter Spielern als einer der besten Teile der langlebigen Reihe gilt, für die Anforderungen moderner PC-Hardware zu optimieren. Die Ankündigung erfolgte am Dienstag durch die Plattform selbst. Dabei wurde das Spiel offiziell in das sogenannte „GOG Preservation Program“ aufgenommen. Diese Initiative wurde im Jahr 2024 ins Leben gerufen, um ausgewählte Titel langfristig spielbar zu halten, auch wenn die ursprünglichen Publisher keine Aktualisierungen mehr für ihre Produkte bereitstellen. Für die Nutzer bedeutet dies konkret, dass der Titel nun nativ auf aktueller Hardware läuft, wobei GOG eine Reihe von technischen Anpassungen vorgenommen hat, um die Kompatibilität zu gewährleisten. Es handelt sich dabei nicht um eine vollständige grafische Neuauflage oder ein Remaster im klassischen Sinne, sondern vielmehr um ein gezieltes Engine-Update, das die größten Hürden bei der Ausführung auf modernen Betriebssystemen und mit zeitgemäßer Monitor-Hardware aus dem Weg räumt. Damit reagiert GOG auf den Wunsch vieler Fans, den Titel auch heute noch in einer technisch einwandfreien Form genießen zu können.

Die Einzelheiten – Zahlen, Namen und Funktionen

Das technische Update umfasst eine Vielzahl von Neuerungen, die GOG detailliert im Changelog auf der entsprechenden Store-Seite dokumentiert hat. Ein zentraler Punkt ist die native Unterstützung von Breitbild- und Ultrawide-Auflösungen. Das Spiel ist nun in der Lage, das Sichtfeld (Field of View, kurz FOV) automatisch an das jeweilige Seitenverhältnis des verwendeten Monitors anzupassen, was den visuellen Genuss auf modernen Bildschirmen deutlich verbessert. Zudem wurde ein interner FPS-Limiter integriert, um die Bildrate zu stabilisieren. Für Anwender, die mit Multi-Monitor-Setups arbeiten, gibt es nun die Möglichkeit, den Mauszeiger direkt auf das Spielfenster zu begrenzen. Ein neu implementiertes Overlay erlaubt es den Spielern zudem, die Bildrate sowie das Sichtfeld während des laufenden Spiels per Tastendruck individuell anzupassen. Trotz dieser Verbesserungen gibt es zwei spezifische Einschränkungen, die GOG transparent kommuniziert: Das Hauptmenü des Spiels bleibt weiterhin auf das ursprüngliche 4:3-Format beschränkt, da die Bedienelemente fest in der Engine verdrahtet sind. Zudem ist der manuelle Regler für das Sichtfeld bei Ultrawide-Monitoren auf etwa 110 Prozent begrenzt, um eine unnatürliche Verzerrung des Bildes zu verhindern. Das Spiel ist aktuell für 3 Euro rabattiert erhältlich, während der reguläre Preis bei 10 Euro liegt.

Hintergrund – Der Weg zum Update

Die Geschichte hinter dieser technischen Aufwertung ist eng mit den strategischen Entscheidungen des Publishers Ubisoft verknüpft. Im Januar traf Ubisoft die Entscheidung, das bereits im Jahr 2020 angekündigte Remake von „The Sands of Time“ einzustellen. Dieses Projekt war eines von insgesamt sechs Spielen, die einem radikalen Sparprogramm des Unternehmens zum Opfer fielen. Die Absage des Remakes löste in der Gaming-Community Enttäuschung aus, da viele Fans auf eine moderne Neuauflage gewartet hatten. Noch am selben Tag reagierte die Plattform GOG auf der Social-Media-Plattform X und versprach der Community, sich des Originals anzunehmen. Die Verantwortlichen gelobten damals, die „beste Version“ zu erschaffen, die jemals gespielt wurde. Dieses Versprechen mündete nun in die Aufnahme des Titels in das GOG Preservation Program. Dieses Programm wurde 2024 gestartet, um Klassiker durch technische Anpassungen an künftige Hard- und Software-Umgebungen zu binden. Zum Start umfasste das Portfolio bereits über 100 Spiele, darunter bekannte Titel wie „Diablo“ oder „Heroes of Might and Magic 3“. GOG verfolgt damit das Ziel, die Verfügbarkeit von Videospiel-Klassikern unabhängig von den Entscheidungen der ursprünglichen Publisher sicherzustellen.

Die Beteiligten – Wer entscheidet und wer profitiert

Die Hauptakteure in diesem Prozess sind die Plattform GOG sowie der Publisher Ubisoft. Während Ubisoft als Rechteinhaber des geistigen Eigentums „Prince of Persia“ die ursprüngliche Entwicklung des Remakes stoppte und damit den Anstoß für die jetzige Entwicklung gab, agiert GOG als treibende Kraft hinter der technischen Konservierung. GOG ist bekannt dafür, Spiele ohne Kopierschutz zu vertreiben, was auch für „The Sands of Time“ gilt. Die Nutzer der Plattform profitieren direkt von diesen Bemühungen, da sie nun eine Version erhalten, die über die ursprünglichen Möglichkeiten hinausgeht. Die Entwickler bei GOG haben hierbei die Rolle der technischen Kuratoren übernommen, die das Engine-Update eigenständig konzipiert und umgesetzt haben. Es ist ein bemerkenswerter Vorgang, dass eine Vertriebsplattform die technische Wartung eines Spiels übernimmt, für das der eigentliche Hersteller keine Ressourcen mehr aufwenden möchte. Die Kommunikation zwischen GOG und der Community, insbesondere über soziale Kanäle, spielte dabei eine entscheidende Rolle für die Priorisierung dieses Titels innerhalb des Preservation-Programms. Die Spieler, die den Titel über GOG erwerben, sind die primären Nutznießer dieser Maßnahme, da die Neuerungen exklusiv für diese Version gelten.

Einordnung – Was das für die Branche bedeutet

Einzuordnen ist das GOG Preservation Program als eine wichtige Gegenbewegung zur zunehmenden Vergänglichkeit digitaler Software. In der Videospielbranche kommt es immer wieder vor, dass ältere Titel aufgrund von Inkompatibilitäten mit moderner Hardware oder Betriebssystemen unspielbar werden, sobald der Support durch den ursprünglichen Entwickler endet. Dass GOG hier aktiv eingreift und eigene Ressourcen in die technische Instandhaltung investiert, ist ein ungewöhnlicher, aber für die Bewahrung des kulturellen Erbes von Videospielen wertvoller Schritt. Den Berichten zufolge ist das Update für „The Sands of Time“ ein Paradebeispiel dafür, wie eine Plattform Verantwortung für ihr Sortiment übernimmt. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass es sich hierbei nicht um ein vollwertiges Remake handelt. Die grafische Substanz bleibt, abgesehen von der Skalierung und dem Sichtfeld, auf dem Stand von 2003. Die Entscheidung, das Spiel in das Preservation Program aufzunehmen, signalisiert den Kunden, dass sie sich auf eine dauerhafte Lauffähigkeit verlassen können. Dies ist ein strategisches Alleinstellungsmerkmal für GOG, das die Plattform von anderen digitalen Stores abhebt, die sich primär auf den reinen Vertrieb konzentrieren, ohne die technische Funktionalität über Jahrzehnte hinweg aktiv zu garantieren.

Offene Fragen – Was bleibt ungeklärt

Obwohl GOG viele Details zu den technischen Verbesserungen geliefert hat, bleiben einige Aspekte im Unklaren. Der Quelltext macht keine Angaben darüber, ob weitere Teile der „Prince of Persia“-Reihe in das Preservation Program aufgenommen werden sollen. Ebenso bleibt offen, wie GOG die langfristige Wartung sicherstellt, falls sich die Windows-Architektur in den kommenden Jahren grundlegend ändern sollte. Es wird zwar zugesichert, dass das Spiel dauerhaft auf künftiger Hardware lauffähig gehalten werden soll, doch die konkreten technischen Mechanismen hinter dieser Zusage werden nicht näher erläutert. Auch ist nicht bekannt, ob GOG in Zukunft plant, weitere Titel, deren offizielle Remakes von Ubisoft oder anderen Firmen abgesagt wurden, in ähnlicher Weise zu „retten“. Eine weitere Lücke besteht bezüglich der Frage, ob das Update auch Auswirkungen auf die Spielmechanik oder die Steuerung hat, oder ob sich die Optimierungen rein auf die audiovisuelle Darstellung und die Kompatibilität beschränken. Die genaue Arbeitsweise des internen FPS-Limiters und dessen Einfluss auf die physikalischen Berechnungen des Spiels, die bei älteren Titeln oft eng mit der Bildwiederholrate verknüpft sind, wird im vorliegenden Text nicht weiter vertieft. Diese technischen Details bleiben für den Endanwender vorerst eine Blackbox, deren Auswirkungen sich erst in der Praxis zeigen werden.

Wie es weitergeht – Ausblick und Verpflichtungen

Für die Zukunft hat GOG eine klare Linie vorgegeben: Das Spiel „Prince of Persia: The Sands of Time“ ist nun fester Bestandteil des Preservation Programms. Dies beinhaltet nicht nur die aktuelle technische Anpassung, sondern auch die explizite Zusage von technischem Support durch die Plattform. GOG verpflichtet sich damit, das Spiel dauerhaft auf künftiger Hard- und Software lauffähig zu halten. Dies bedeutet, dass bei zukünftigen Problemen, die durch neue Betriebssystem-Updates oder veränderte Hardware-Standards entstehen könnten, die Plattform erneut eingreifen wird. Es gibt keine konkreten Termine für weitere Updates, da diese von der Notwendigkeit abhängen, die sich aus der technologischen Entwicklung ergibt. Die Nutzer können das Spiel weiterhin regulär über den Store beziehen, wobei die Plattform durch die Aufnahme in das Programm eine Art „Garantie“ für die Spielbarkeit abgibt. Ob und wann weitere Titel aus dem Ubisoft-Katalog oder von anderen Publishern in das Programm aufgenommen werden, bleibt abzuwarten, doch die bisherige Strategie von GOG deutet darauf hin, dass die Plattform ihr Angebot an „konservierten“ Spielen kontinuierlich ausbauen will. Die Spieler können sich somit darauf verlassen, dass der Titel auch in den kommenden Jahren ein fester Bestandteil des GOG-Portfolios bleiben wird.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/weisses-und-graues-digitales-gerat-4874406/ · Foto: cottonbro studio
Quelle: https://www.heise.de/news/Prince-of-Persia-GOG-ruestet-Sands-of-Time-fuer-moderne-PCs-auf-11418799.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag