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Pablo Picasso: In Wisconsin gestohlene Radierung in Wohnung gefunden
Kultur · 15.08.2026 14:27

Pablo Picasso: In Wisconsin gestohlene Radierung in Wohnung gefunden

Kurz: Eine 2018 gestohlene Picasso-Radierung wurde in Wisconsin bei einer Wohnungsräumung entdeckt. Der Galerist zeigt sich nach der Rückkehr des Werkes bewegt.

Ein unerwarteter Fund nach sechs Jahren

Im US-Bundesstaat Wisconsin hat sich ein bemerkenswerter Kriminalfall aus der Kunstwelt nach sechs Jahren überraschend aufgelöst. Eine wertvolle Radierung des weltberühmten Künstlers Pablo Picasso, die seit dem Jahr 2018 als gestohlen galt, ist wieder aufgetaucht. Die Entdeckung ereignete sich unter alltäglichen Umständen, als ein Vermieter eine leer stehende Wohnung räumte. Inmitten der Hinterlassenschaften der ehemaligen Bewohner stieß der Mann auf das gerahmte Kunstwerk, das dort an einer ungewöhnlichen Stelle an der Wand hing. Dass es sich bei dem Fundstück um ein Original des spanischen Meisters handelt, war dem Vermieter zunächst nicht bewusst, doch die Umstände der Auffindung ließen schnell auf eine längere Zeit des Verbleibs an diesem Ort schließen. Die Entdeckung markiert das Ende einer langen Ungewissheit für den ursprünglichen Besitzer, den Galeristen Bill DeLind aus Milwaukee, der das Werk bereits vor Jahren als verloren geglaubt hatte. Die Nachricht von der Wiederkehr des Bildes löste bei dem Galeristen tiefe Emotionen aus, als er das Kunstwerk nach so langer Zeit wieder in Empfang nehmen konnte. Die Polizei von Milwaukee wurde eingeschaltet, um den Fund offiziell zu dokumentieren und die Rückgabe an den rechtmäßigen Eigentümer zu veranlassen.

Die Details der Entdeckung und Identifizierung

Der Vermieter, der den Fund machte, heißt Tim Dertz. Er schilderte gegenüber dem lokalen Fernsehsender WISN-TV, dass er das Werk während einer Zwangsräumung entdeckte. Auffällig war für ihn, dass das Bild an einer Stelle hing, die für ein solches Kunstwerk eher untypisch erschien. Zudem hatte sich auf dem oberen Rahmen eine dicke Staubschicht gebildet, was darauf hindeutete, dass das Objekt dort über einen sehr langen Zeitraum unberührt geblieben war. Dertz, der sich über die Herkunft des Bildes unsicher war, wandte sich an einen befreundeten Antiquitätenhändler. Dieser erkannte das Potenzial des Stücks und äußerte den Verdacht, dass es sich um einen Picasso handeln könnte, der im Jahr 2018 als gestohlen gemeldet worden war. Nachdem das Bild in die Hände der Polizei gelangte, wurde der Galerist Bill DeLind kontaktiert. Dieser identifizierte das Werk sofort. Es handelt sich um die Radierung mit dem Titel „Torero“. Besonders überzeugend war für DeLind der Umstand, dass sich auf der Rückseite des Rahmens noch der originale Aufkleber seines Unternehmens befand, den er selbst im Jahr 2018 angebracht hatte. Für ihn war dies der endgültige Beweis für die Identität des Werkes, das für ihn eine große persönliche Bedeutung besitzt.

Hintergrund und Geschichte des Kunstwerks

Das nun wieder aufgetauchte Werk ist ein bedeutendes Sammlerstück. Nach Angaben von Bill DeLind existieren weltweit lediglich 30 signierte Exemplare dieser spezifischen Picasso-Radierung. Der Wert des Bildes wurde zum Zeitpunkt des Diebstahls im Jahr 2018 auf eine Summe zwischen 35.000 und 50.000 US-Dollar geschätzt. Die Geschichte des Bildes ist eng mit der Galerie von DeLind in Milwaukee verknüpft, aus deren Bestand das Werk ursprünglich entwendet wurde. Über den genauen Hergang des Diebstahls im Jahr 2018 ist im aktuellen Kontext wenig bekannt, doch der Verlust stellte für den Galeristen einen herben Schlag dar. Über Jahre hinweg blieb das Schicksal der Radierung ungeklärt, bis der Zufall bei der Wohnungsräumung die Wende brachte. Dass das Bild nun wieder in den Besitz des Galeristen zurückgekehrt ist, wird von diesem als eine Art glückliche Fügung betrachtet. Die Tatsache, dass das Werk trotz der ungewöhnlichen Lagerbedingungen in einer offensichtlich vernachlässigten Wohnung den Weg zurückgefunden hat, unterstreicht die Seltenheit solcher Ereignisse in der Kunstwelt, in der gestohlene Objekte oft für immer im Verborgenen bleiben.

Die Akteure im Geschehen

In diesen Fall sind verschiedene Personen und Institutionen involviert, die maßgeblich zur Aufklärung beigetragen haben. Im Zentrum steht der Galerist Bill DeLind, der das Werk über Jahre vermisste und nun durch die Rückkehr sichtlich bewegt ist. Er betonte gegenüber den Medien, wie sehr ihn der Verlust berührt habe und wie überwältigt er nun von der Rückkehr sei. Auf der anderen Seite steht der Vermieter Tim Dertz, dessen Aufmerksamkeit und Handeln die Wiederentdeckung erst ermöglichten. Durch seine Entscheidung, das Bild einem Experten zu zeigen, anstatt es zu ignorieren oder zu entsorgen, bewahrte er das Kunstwerk vor dem Vergessen. Ebenso ist das Milwaukee Police Department in den Fall involviert. Die Behörde fungiert als Schnittstelle bei der Übergabe des Kunstgutes und führt die notwendigen Ermittlungen durch. Auch der namentlich nicht genannte Antiquitätenhändler, der als Berater für Tim Dertz fungierte, spielte eine entscheidende Rolle, indem er die Verbindung zwischen dem Fundstück und dem alten Diebstahlsfall herstellte. Die Zusammenarbeit dieser Akteure ermöglichte eine reibungslose Rückgabe des Kunstwerkes an den rechtmäßigen Besitzer.

Einordnung des Vorfalls

Einzuordnen ist das Geschehen als ein seltener Glücksfall in der Welt der Kunstdelikte. Den Berichten zufolge ist die Rückkehr eines gestohlenen Werkes nach einer so langen Zeitspanne keineswegs die Regel. Die Bewertung des Wertes hat sich laut DeLind durch die bewegte Geschichte des Objekts sogar verändert. Während der Schätzwert zum Zeitpunkt des Diebstahls bei maximal 50.000 Dollar lag, geht der Galerist davon aus, dass das Bild aufgrund seiner nun dokumentierten Geschichte heute eher einen Wert von 50.000 Dollar erreichen könnte. Die emotionale Komponente, die der Galerist in seinen Aussagen betont, verdeutlicht, dass es sich für ihn nicht nur um ein finanzielles Gut handelt, sondern um ein Stück Identität seiner Galerie, das nun wieder an seinen Platz zurückgekehrt ist. Die Staubschicht auf dem Rahmen dient dabei als Symbol für die Zeit, in der das Bild der Öffentlichkeit und seinem Besitzer entzogen war. Es zeigt, wie unbemerkt ein wertvolles Kunstwerk in einem privaten Umfeld existieren kann, ohne dass die Bewohner oder Besucher um dessen Bedeutung wussten.

Offene Fragen und ungeklärte Aspekte

Trotz der erfolgreichen Wiederbeschaffung des Werkes bleiben einige Fragen offen, auf die der vorliegende Sachverhalt keine Antworten liefert. Es ist beispielsweise nicht geklärt, wer die Radierung im Jahr 2018 entwendet hat und wie sie in die Wohnung gelangte, in der sie nun gefunden wurde. Der Quelltext macht keine Angaben dazu, ob die ehemaligen Bewohner der Wohnung in irgendeiner Weise mit dem Diebstahl in Verbindung stehen oder ob sie das Bild von einer dritten Person erworben oder erhalten haben. Auch bleibt unklar, ob gegen die ehemaligen Bewohner der Wohnung strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet wurden oder ob diese überhaupt identifizierbar sind. Zudem wird nicht explizit ausgeführt, ob der Vermieter oder der Antiquitätenhändler eine Belohnung für die Wiederbeschaffung erhalten haben oder ob diesbezüglich Absprachen getroffen wurden. Die genauen Umstände, wie das Bild in die Wohnung gelangte und warum es dort an einer „ungewöhnlichen Stelle“ aufgehängt wurde, bleiben somit Gegenstand von Spekulationen, da der Quelltext hierzu keine gesicherten Informationen liefert.

Wie es weitergeht

Obwohl das Werk wieder in den Händen seines rechtmäßigen Besitzers ist, ist der Fall für die Behörden noch nicht vollständig abgeschlossen. Das Milwaukee Police Department hat mitgeteilt, dass der Vorfall weiterhin untersucht wird. Dies geschieht trotz des Hinweises auf die allgemeine Verjährungsfrist für Diebstahl und Eigentumsdelikte in Wisconsin, die üblicherweise sechs Jahre beträgt. Die Polizei hält an der Untersuchung fest, um möglicherweise Licht in die Hintergründe des Diebstahls zu bringen. Für Bill DeLind bedeutet die Rückkehr des Bildes, dass er das Werk nun wieder in seine Galerie integrieren kann. Ob er es erneut zum Verkauf anbieten wird oder ob es einen festen Platz in seinem Archiv oder einer Ausstellung erhält, wurde nicht explizit angekündigt. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die polizeilichen Ermittlungen weitere Erkenntnisse über die Täter oder den Verbleib des Bildes in den letzten sechs Jahren liefern werden oder ob der Fall mit der Rückgabe des Kunstwerkes an den Galeristen für die Behörden faktisch beendet ist.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/gebaude-geschichte-museum-struktur-6986295/ · Foto: Akheel Ahamed
Quelle: https://www.spiegel.de/kultur/pablo-picasso-in-wisconsin-gestohlene-radierung-in-wohnung-gefunden-a-33c8c45e-a852-47e5-8f3b-1987da37d84f#ref=rss