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Ozeanien gespalten - Neuseeland gegen Infantino
Sport · 14.08.2026 11:49

Ozeanien gespalten - Neuseeland gegen Infantino

Kurz: Der ozeanische Fußballverband OFC ist im Machtkampf um FIFA-Präsident Gianni Infantino tief gespalten. Während die OFC zögert, stellt sich Neuseeland klar gegen

Ein Riss im ozeanischen Fußballverband

Die aktuelle politische Lage innerhalb der FIFA hat nun auch den Ozeanischen Fußballverband (OFC) erreicht und dort zu einer deutlichen Zäsur geführt. Nach einer internen Sitzung gelang es dem Verband am 14. August 2026 nicht, eine einheitliche Position im Hinblick auf den umstrittenen FIFA-Präsidenten Gianni Infantino zu finden. Während die globale Fußballwelt auf die Entwicklungen in den verschiedenen Kontinentalverbänden blickt, präsentierte sich die OFC in einer offiziellen Mitteilung als gespaltenes Gremium. Besonders brisant ist dabei, dass der neuseeländische Fußballverband (NZF), der als einziges Mitglied der OFC an der Weltmeisterschaft 2026 teilnahm, in einer separaten Erklärung offiziell das Vertrauen in den Schweizer Amtsinhaber aufgekündigt hat. Diese Diskrepanz zwischen der offiziellen, zögerlichen Haltung des Kontinentalverbandes und dem klaren Votum des wichtigsten Mitglieds verdeutlicht, wie tief die Gräben innerhalb der ozeanischen Fußballfamilie mittlerweile verlaufen. Die Situation ist symptomatisch für die globale Unruhe, die den Weltverband derzeit in seinen Grundfesten erschüttert und die Frage aufwirft, wie stabil die Unterstützung für Infantino tatsächlich noch ist.

Details zum Machtkampf und die Positionen

Die OFC veröffentlichte am Freitag, dem 14. August 2026, eine Stellungnahme, die in ihrer Wortwahl sehr vorsichtig und beinahe ausweichend wirkte. In dem Dokument betonte der Verband, dass die Entwicklung des Fußballs in Ozeanien weiterhin oberste Priorität genieße und man Initiativen unterstützen wolle, die den Sport nachhaltig stärken. Diese Rhetorik, die eine enge Zusammenarbeit mit der FIFA und anderen Akteuren betont, wird von Beobachtern als ein Versuch gewertet, den Status quo zu wahren, ohne sich klar gegen den FIFA-Präsidenten zu stellen. Im krassen Gegensatz dazu steht die Haltung des neuseeländischen Verbandes NZF. In einer dezidierten Mitteilung erklärte der NZF, dass man nach eingehender Prüfung zu dem Schluss gekommen sei, dass die Entscheidungen und Handlungen innerhalb der FIFA zu einer massiven Vertrauenskrise und einer zunehmenden Spaltung des internationalen Fußballs geführt hätten. Neuseeland fordert explizit eine unabhängige Überprüfung der Vorgänge, um das verlorene Vertrauen in die Institution wiederherzustellen. Mit diesem Schritt hat der NZF Infantino formell die Unterstützung entzogen, was innerhalb der elf stimmberechtigten Mitgliedsverbände der OFC für erheblichen Zündstoff sorgt.

Der historische Kontext der FIFA-Krise

Die aktuelle Zuspitzung ist das Ergebnis einer längeren Entwicklung, die durch den gescheiterten Investorenplan des FIFA-Präsidenten eine neue Dynamik erhalten hat. Bereits am 10. August 2026 wurde bekannt, dass drei große Kontinentalverbände – die UEFA aus Europa, die AFC aus Asien sowie die CONCACAF aus Nord- und Mittelamerika und der Karibik – geschlossen gegen Infantino agieren. Diese Verbände fordern den Rücktritt des Schweizers und diskutieren bereits offen über die Entwicklung eigener, unabhängiger Wettbewerbe, um sich von der FIFA-Struktur zu emanzipieren. Die Stimmung innerhalb der FIFA ist seitdem von einer massiven Konfrontation geprägt. Während Infantino versucht, seine Machtbasis zu sichern, wächst der Druck durch die Allianz der drei großen Verbände stetig. Die Einmischung externer politischer Akteure, wie etwa die Unterstützung für Infantino durch den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, hat die Gemengelage zusätzlich verkompliziert. Der Konflikt hat sich von einer rein sportpolitischen Auseinandersetzung zu einer globalen Machtprobe entwickelt, bei der die Loyalitäten der einzelnen Verbände zunehmend auf die Probe gestellt werden.

Die Akteure und ihre Interessen

Die Akteurslandschaft in diesem Machtkampf ist komplex und von unterschiedlichen Interessen geprägt. Auf der einen Seite steht die Allianz aus UEFA, AFC und CONCACAF, die insgesamt 136 Mitgliedsverbände repräsentiert, wobei deren Geschlossenheit keineswegs garantiert ist. So haben etwa Katar und der Libanon bereits signalisiert, dass sie trotz der offiziellen Linie der AFC weiterhin hinter Infantino stehen. Auf der anderen Seite steht der afrikanische Verband CAF, der mit seinen 54 Mitgliedern formell geschlossen hinter dem FIFA-Präsidenten steht, wobei auch hier Berichte über interne Abweichler kursieren. Die OFC mit ihren elf Stimmen nimmt eine strategisch interessante Rolle ein, da sie durch ihre interne Zerrissenheit kein einheitliches Gewicht in die Waagschale werfen kann. Gianni Infantino selbst steht im Zentrum dieser Angriffe und muss versuchen, die verbliebenen Unterstützer zu halten, während er gleichzeitig mit dem Vorwurf konfrontiert ist, die Integrität des Weltverbandes durch seine Amtsführung gefährdet zu haben. Die Situation ist geprägt von diplomatischem Ringen und dem Versuch, Mehrheiten für die anstehenden Entscheidungen zu sichern.

Einordnung der aktuellen Situation

Einzuordnen ist das Geschehen als eine der schwersten Führungskrisen in der Geschichte des Weltverbandes. Die Tatsache, dass sich drei der wichtigsten Kontinentalverbände offen gegen den amtierenden Präsidenten stellen, ist ein beispielloser Vorgang, der die FIFA in ihrer jetzigen Form in Frage stellt. Den Berichten zufolge ist die Spaltung der OFC ein deutliches Signal dafür, dass der Widerstand gegen Infantino nicht nur auf die großen Verbände begrenzt ist, sondern bis in die kleineren Regionen vordringt. Die zögerliche Haltung der OFC-Führung lässt darauf schließen, dass man sich der Tragweite einer Entscheidung gegen den Amtsinhaber bewusst ist, während der Vorstoß Neuseelands als mutiger, aber riskanter Alleingang gewertet werden kann. Die politische Dimension wird durch die Einmischung von Persönlichkeiten wie Donald Trump unterstrichen, was den Sport endgültig in den Hintergrund drängt. Es zeigt sich ein Riss, der nicht nur die sportliche Führung betrifft, sondern auch die moralische Glaubwürdigkeit der FIFA, die durch die Forderung nach einer unabhängigen Überprüfung durch den NZF erneut in den Fokus rückt.

Offene Fragen und der weitere Weg

Zahlreiche Fragen bleiben in diesem Machtkampf unbeantwortet. Es ist völlig unklar, wie viele der 136 Mitgliedsverbände der UEFA, AFC und CONCACAF tatsächlich gegen Infantino stimmen würden, sollte es zu einer erneuten Kandidatur kommen. Ebenso bleibt offen, welche konkreten Konsequenzen die Forderung nach einer unabhängigen Überprüfung für die FIFA haben wird und ob der Weltverband bereit ist, sich einem solchen Prozess zu unterziehen. Die OFC hat zudem nicht geklärt, wie sie in Zukunft mit der abweichenden Haltung Neuseelands umgehen will und ob dies zu einer dauerhaften Entfremdung innerhalb des Kontinentalverbandes führen wird. Der Blick richtet sich nun auf den 18. März 2027, an dem im marokkanischen Rabat der Kongress des Weltverbandes stattfindet. Dort steht die Wahl des Präsidenten auf der Tagesordnung. Bis zu diesem Termin bleibt die Frage bestehen, ob Infantino seine Kandidatur überhaupt aufrechterhalten kann oder ob der Druck der Allianz aus UEFA, AFC und CONCACAF zu einem vorzeitigen Rücktritt führt. Die kommenden Monate werden entscheidend dafür sein, ob der Weltverband eine Einigung findet oder ob eine Zersplitterung des internationalen Fußballs in verschiedene Lager unvermeidlich ist.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/fussball-auf-leerem-grunen-fussballfeld-33456923/ · Foto: Haitham Almasari
Quelle: https://www.sportschau.de/fussball/ozeanien-gespalten-neuseeland-gegen-infantino,fifa-infantino-neuseeland-ofc-100.html