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ORF-III-Chef Peter Schöber abberufen und beurlaubt
Kultur · 05.08.2026 17:28

ORF-III-Chef Peter Schöber abberufen und beurlaubt

Kurz: Der ORF steckt erneut in einer Führungskrise: Peter Schöber, Geschäftsführer von ORF III, wurde mit sofortiger Wirkung abberufen und beurlaubt.

Erneute Personalentscheidung beim ORF

Der österreichische öffentlich-rechtliche Rundfunk (ORF) sieht sich mit einer weiteren personellen Erschütterung konfrontiert. Wie das Medienhaus offiziell bekannt gab, wurde Peter Schöber, der als Geschäftsführer des Spartensenders ORF III fungierte, mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden und beurlaubt. Dieser Schritt markiert einen weiteren Tiefpunkt in einer Serie von Kontroversen, die den Sender in den vergangenen Jahren immer wieder in die Schlagzeilen brachten.

Interne Untersuchungen als Grundlage

Die Entscheidung zur Abberufung wurde von ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher getroffen. Sie informierte sowohl die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Senders als auch die Stiftungsräte in einem Schreiben über die Konsequenzen. Grundlage für diesen drastischen Schritt waren umfassende Untersuchungen, die sowohl durch die interne Compliancestelle des ORF als auch durch externe Experten durchgeführt wurden.

In ihrer Begründung betonte Thurnher, dass die Ergebnisse der Prüfungen eindeutig seien. Demnach wurden Verhaltensweisen dokumentiert, die in vielfacher Hinsicht nicht mit den Anforderungen und Standards vereinbar seien, die an eine Führungskraft innerhalb des ORF gestellt werden. Details zu den spezifischen Vorfällen wurden im Rahmen der offiziellen Kommunikation nicht genannt.

Hintergrund der Vorwürfe

Die aktuelle Entwicklung kommt nicht völlig überraschend. Bereits Ende 2024 hatte die österreichische Tageszeitung „Der Standard“ über massive Vorwürfe berichtet, die von aktuellen sowie ehemaligen Mitarbeitern gegen Schöber erhoben wurden. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich sowohl der Sender als auch Schöber selbst nicht zu den Anschuldigungen geäußert.

Wie geht es weiter?

Nach der erfolgten Beurlaubung stehen nun weitere rechtliche Schritte an. Laut Angaben der Generaldirektorin werden zeitnah Gespräche über die Zukunft des Dienstverhältnisses zwischen Peter Schöber und dem ORF geführt. Über den Ausgang dieser Gespräche und eine mögliche endgültige Trennung ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nichts bekannt.

Ein Sender im Strudel der Kritik

Die Personalie Schöber reiht sich ein in eine lange Liste von Skandalen, die das Ansehen des ORF in den letzten Jahren belastet haben. Die Institution steht seit geraumer Zeit in der öffentlichen Kritik, wobei Führungskräften immer wieder ein selbstherrliches Auftreten vorgeworfen wird.

Die Liste der Vorfälle ist lang:

* Im März musste der damalige Generaldirektor Roland Weißmann seinen Posten räumen, nachdem eine Mitarbeiterin Vorwürfe wegen Belästigung gegen ihn erhoben hatte.

* Wenige Wochen darauf wurde ein weiterer Manager freigestellt. Ihm wurde vorgeworfen, während einer Krankschreibung Honorare als freiberuflicher Berater bezogen zu haben. Zudem soll er Mitarbeiter mit unangemessenen Inhalten, namentlich Penisbildern, belästigt haben.

Die Häufung dieser Vorfälle zeichnet das Bild eines Unternehmens, das sich in einem komplexen Geflecht aus internen Intrigen und schwerwiegenden Vorwürfen verfangen hat. Die Abberufung von Peter Schöber ist somit ein weiteres Kapitel in der anhaltenden Krise des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Österreich.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/kunst-wahrzeichen-gebaude-historisch-7317006/ · Foto: MART PRODUCTION
Quelle: https://www.spiegel.de/kultur/tv/orf-iii-chef-peter-schoeber-abberufen-und-beurlaubt-a-d163491f-c944-40d1-b1d8-7fcf67846225#ref=rss