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Weißes Haus verweigert Journalisten von CNN, MS NOW und Politico Zugang
Schlagzeilen · 19.09.2026 17:53

Weißes Haus verweigert Journalisten von CNN, MS NOW und Politico Zugang

Kurz: US-Präsident Trump setzt seine Drohung um: Journalisten von CNN, MS NOW und Politico wurde der Zugang zum Weißen Haus verwehrt und ihre Ausweise deaktiviert.

Ein beispielloser Eingriff in die Pressefreiheit

Was US-Präsident Donald Trump am Freitag als Drohung in den Raum gestellt hatte, wurde am Samstag, den 19. September 2026, zur Realität. Journalisten der Medienhäuser CNN, MS NOW und Politico wurden am Zugang zum Gelände des Weißen Hauses in Washington D.C. abgewiesen. Mitarbeiter des Secret Service agierten dabei als ausführende Organe und informierten die betroffenen Reporter vor Ort darüber, dass ihre offiziellen Presseausweise mit sofortiger Wirkung deaktiviert worden seien. Dieser Vorgang markiert eine deutliche Eskalation im angespannten Verhältnis zwischen der amtierenden US-Regierung und großen Teilen der nationalen Medienlandschaft. Die Betroffenen, die üblicherweise als akkreditierte Korrespondenten über die Vorgänge in der Regierungszentrale berichten, fanden sich plötzlich vor verschlossenen Türen wieder. Während die Reporter vor den Absperrungen des Geländes über die Vorfälle berichteten, blieb die offizielle Begründung seitens der Sicherheitskräfte vage. Die Deaktivierung der Ausweise erfolgte nur einen Tag nach Trumps öffentlicher Ankündigung, genau diese Medienorganisationen aufgrund ihrer kritischen Berichterstattung aus dem Weißen Haus zu verbannen. Die physische Blockade der Pressevertreter wirft grundlegende Fragen über den Zugang zur Exekutive und die Rolle der freien Presse in den Vereinigten Staaten auf.

Die konkreten Vorfälle vor Ort

Die Schilderungen der betroffenen Journalisten zeichnen ein einheitliches Bild der Vorgehensweise. Die CNN-Reporterin Betsy Klein berichtete am Samstagmorgen live in der Sendung von Moderatorin Kasie Hunt von ihrer Erfahrung. Ein Beamter des Secret Service habe ihr mitgeteilt, dass ihr Ausweis nicht mehr funktioniere. Auf ihre direkte Nachfrage nach dem Grund für diese Maßnahme habe der Beamte lediglich erklärt, er verfüge über keine weiteren Informationen und könne ihr nicht weiterhelfen. Er verwies sie stattdessen an das Pressebüro des Weißen Hauses. Ähnlich erging es der MS NOW-Korrespondentin Akayla Gardner. Auch sie wurde von einem Mitarbeiter des Secret Service aufgefordert, ihren Ausweis abzugeben, da dieser deaktiviert sei. Auf ihre Frage, warum ihr der Zutritt verwehrt werde, erhielt sie die knappe Antwort, dies liege nicht in der Macht des Beamten. Auch bei Politico bestätigte der globale Chefredakteur Jonathan Greenberger den Vorfall: Die Kollegin Cheyenne Haslett habe versucht, das Gelände zu betreten, sei jedoch vom Secret Service gestoppt und ihres Ausweises beraubt worden. Diese Berichte verdeutlichen, dass die Anweisung zur Sperrung zentral gesteuert wurde, während die ausführenden Sicherheitskräfte vor Ort keine inhaltliche Begründung für die Maßnahme liefern konnten oder durften.

Der Hintergrund der Eskalation

Der Konflikt zwischen Donald Trump und den betroffenen Medienhäusern ist kein isoliertes Ereignis, sondern das Resultat einer langjährigen, zunehmend aggressiven Rhetorik. Bereits am Freitag hatte Trump über seine Plattform Truth Social die Absicht geäußert, CNN, MS NOW und Politico den Zugang zu entziehen. Er begründete dies mit dem Vorwurf, diese Medien würden "Fake News" verbreiten. In seinem Beitrag warf er den Journalisten vor, ständig Fiktion und Lügen zu verbreiten, wenn sie über den Präsidenten, die Regierung oder die Vereinigten Staaten berichten. Trump kündigte zudem an, dass weitere Medienhäuser folgen könnten. Diese Haltung spiegelt sich in einer Reihe von Maßnahmen wider, die bereits in der Vergangenheit getroffen wurden. So hatte der Präsident im Februar 2025 der Nachrichtenagentur AP den Zugang zum Oval Office und zur Air Force One verweigert. Hintergrund war damals die Weigerung der Agentur, die von Trump forcierte Umbenennung des Golfs von Mexiko in "Golf von Amerika" in ihrer Berichterstattung zu übernehmen. Das gegen diese Maßnahme laufende Klageverfahren der AP ist bis heute anhängig. Die aktuelle Sperrung ist somit als Fortsetzung einer Strategie zu sehen, die auf die Disziplinierung und Schwächung kritischer Berichterstattung abzielt.

Die betroffenen Akteure und ihre Reaktionen

Die betroffenen Medienhäuser reagierten prompt und geschlossen auf die Aussperrung ihrer Mitarbeiter. CNN betonte in einer offiziellen Stellungnahme, dass die Mission des Senders, über die US-Regierung zu berichten, ungeachtet der physischen Einschränkungen fortgesetzt werde. Der Sender bezeichnete das Verbot als einen rechtswidrigen Angriff auf das Grundrecht der Pressefreiheit. Auch MS NOW stellte sich hinter seine Korrespondenten. In einer Mitteilung betonte der Sender, dass das Weiße Haus dem amerikanischen Volk gehöre und die dort getroffenen Entscheidungen durch Steuergelder finanziert würden. Man werde alle notwendigen Schritte unternehmen, um die Rolle des unabhängigen Journalismus zu verteidigen. Politico schloss sich dieser Haltung an und kündigte an, die Rechte aus dem Ersten Verfassungszusatz energisch zu verteidigen. Experten für Verfassungsrecht, die von CNN konsultiert wurden, bewerten die Maßnahme als verfassungswidrig. Die US-Verfassung garantiert im ersten Zusatzartikel die Freiheit der Presse und schützt sie vor staatlicher Einmischung. Die Fronten zwischen der Trump-Regierung und den genannten Medienhäusern sind damit verhärtet, wobei die Medien den Rechtsweg als notwendige Konsequenz betrachten.

Einordnung der Ereignisse

Einzuordnen ist das Vorgehen der Trump-Regierung als ein schwerwiegender Eingriff in die demokratische Struktur der USA. Den Berichten zufolge handelt es sich nicht um eine bloße organisatorische Entscheidung, sondern um eine gezielte Maßnahme zur Unterbindung kritischer Beobachtung der Machtzentrale. Die Verweigerung des Zugangs für akkreditierte Korrespondenten erschwert die unabhängige Berichterstattung über den Präsidenten massiv. Beobachter sprechen in diesem Zusammenhang von Einschüchterungsversuchen, die darauf abzielen, die Pressefreiheit durch staatliche Sanktionen zu beschneiden. Dass der Präsident selbst bereits gegen renommierte Medien wie die New York Times, das Wall Street Journal und die BBC rechtliche Schritte eingeleitet hat, unterstreicht die Systematik hinter diesem Vorgehen. Die Berufung auf den Ersten Verfassungszusatz durch die betroffenen Sender ist dabei die logische Antwort auf den Versuch, die Presse als "vierte Gewalt" im Staat zu schwächen. Die Situation stellt eine Zäsur dar, da der physische Zugang zum Weißen Haus für Korrespondenten bisher als Standard für die Transparenz einer demokratischen Regierung galt.

Offene Fragen und Lücken in der Berichterstattung

Trotz der klaren Faktenlage bleiben wesentliche Fragen unbeantwortet. Der Quelltext lässt offen, auf welcher rechtlichen Grundlage der Secret Service die Ausweise konkret deaktiviert hat. Es wird nicht deutlich, ob es eine schriftliche Anordnung gibt und wer diese unterzeichnet hat. Zudem ist unklar, wie die Regierung den Ausschluss rechtlich gegen den Ersten Verfassungszusatz verteidigen will. Die Ankündigung, dass "weitere Fake-News-Medien folgen" werden, lässt offen, welche Kriterien für eine solche Einstufung durch die Regierung gelten und welche Medienhäuser als Nächstes ins Visier geraten könnten. Auch die Frage, ob es eine formelle Anhörung oder eine Möglichkeit zum Einspruch für die betroffenen Journalisten gibt, wird nicht geklärt. Es bleibt zudem offen, wie sich die Sperrung auf die Berichterstattung auswirkt, wenn der Präsident nicht in Washington, sondern auf seinem Landsitz in Camp David weilt, wo die Korrespondenten üblicherweise ebenfalls präsent sind. Die langfristigen Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen der Journalisten im Weißen Haus bleiben damit ebenso unklar wie die genaue Strategie der Regierung für die kommenden Wochen.

Ausblick auf die weitere Entwicklung

Die kommenden Tage werden entscheidend dafür sein, wie sich der Konflikt weiterentwickelt. Die Medienhäuser CNN, MS NOW und Politico haben explizit angekündigt, rechtliche Schritte einzuleiten. Dies deutet darauf hin, dass die Auseinandersetzung in den kommenden Tagen und Wochen vor den US-Gerichten ausgetragen wird. Da das Verfahren der Nachrichtenagentur AP gegen die Regierung bereits anhängig ist, könnte es zu einer Bündelung oder einer grundsätzlichen gerichtlichen Klärung kommen, inwieweit der Präsident befugt ist, Journalisten den Zugang zu Regierungsgebäuden zu verwehren. Die betroffenen Sender haben deutlich gemacht, dass sie ihre Berichterstattung trotz der physischen Blockade fortsetzen werden, was auf eine weitere Zuspitzung der Konfrontation hindeutet. Termine für erste gerichtliche Anhörungen zu den aktuellen Vorfällen wurden im vorliegenden Quelltext noch nicht genannt, jedoch ist davon auszugehen, dass die rechtliche Aufarbeitung nun höchste Priorität für die Rechtsabteilungen der betroffenen Medienhäuser hat. Die Entwicklung bleibt somit dynamisch und wird maßgeblich davon abhängen, wie die US-Justiz auf die Klagen reagieren wird.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/geschaftsmann-mann-person-sitzung-5511632/ · Foto: Mike van Schoonderwalt
Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/trump-presse-weisses-haus-102.html