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Nach Song gegen Palästina-Unterstützer: Boy George steigt aus »Jesus Christ Superstar« aus
Kultur · 31.07.2026 12:15

Nach Song gegen Palästina-Unterstützer: Boy George steigt aus »Jesus Christ Superstar« aus

Kurz: Nach der Veröffentlichung eines umstrittenen KI-Songs zieht Boy George Konsequenzen: Der Musiker verlässt die Musical-Produktion »Jesus Christ Superstar«.

Rückzug aus dem Londoner Palladium

Der britische Musiker Boy George hat sich überraschend aus der prominent besetzten Musical-Produktion »Jesus Christ Superstar« zurückgezogen. Der Sänger war für die Rolle des König Herodes am Londoner Palladium vorgesehen, deren Aufführungen kurz bevorstanden. Der Schritt folgt auf eine heftige öffentliche Debatte, die durch die Veröffentlichung seines neuesten Musikstücks ausgelöst wurde.

Wie das Management des Künstlers mitteilte, sei die Entscheidung auch aus Respekt gegenüber dem Ensemble und den Produzenten der Show gefallen. Es ist davon auszugehen, dass der interne Druck innerhalb der Produktion nach den jüngsten Äußerungen des Sängers erheblich gewachsen war.

Kontroverse um KI-Song »We Will Dance Again«

Auslöser der Kontroverse ist der Song »We Will Dance Again«, ein politischer Reggae-Track, den Boy George mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt und Anfang der Woche veröffentlicht hat. In dem Lied bezieht der Musiker eine dezidiert pro-israelische Position im Nahost-Konflikt und rechtfertigt das militärische Vorgehen der israelischen Regierung.

Die Liedtexte enthalten dabei explizite und provokante Aussagen. So thematisiert der Text den Vorwurf des Genozids, dem George mit der Einordnung als notwendiger Krieg entgegnet. Er singt davon, dass ein Angriff eine Reaktion der Armee erfordere und räumt dabei ein, dass dies ein schmutziges Unterfangen sei, begründet durch die existenzielle Bedrohung Israels.

Polemik gegen propalästinensische Stimmen

Neben der Rechtfertigung des Militäreinsatzes richtet sich der Song gegen jene, die sich öffentlich mit der palästinensischen Seite solidarisieren. Boy George greift dabei insbesondere Teile der Musikbranche an, die bei Auftritten oder in sozialen Medien durch das Zeigen von Flaggen politisch Stellung beziehen. Er bezeichnet diese Akteure in seinem Songtext als »Schafe«, die lediglich Internet-Propaganda nachplappern würden. Diese Formulierungen wurden als direkter Angriff auf Kollegen und die aktuelle Stimmung in der internationalen Musikszene wahrgenommen.

Boy Georges Positionierung im Nahost-Konflikt

Der Rückzug aus dem Musical markiert einen weiteren Höhepunkt in der politischen Isolation des Sängers innerhalb der britischen Musikszene. Boy George hat sich in der Vergangenheit mehrfach öffentlich auf die Seite Israels gestellt. Unter anderem unterstützte er die Organisation »Creative Community For Peace«, die sich gegen den Ausschluss Israels vom Eurovision Song Contest (ESC) aussprach.

Mit seinem aktuellen Vorgehen scheint der Musiker bewusst in Kauf genommen zu haben, dass seine politische Haltung berufliche Konsequenzen nach sich zieht. Während viele Fans bereits Tickets für die Aufführungen von »Jesus Christ Superstar« erworben hatten, bleibt abzuwarten, wie das Londoner Palladium den kurzfristigen Ausfall des prominenten Darstellers kompensiert.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/mann-sitzung-sitzen-retro-11264471/ · Foto: Sami Abdullah
Quelle: https://www.spiegel.de/kultur/musik/nach-song-gegen-palaestina-unterstuetzer-boy-george-steigt-aus-jesus-christ-superstar-aus-a-9b1a19eb-9465-41f8-bed9-7710e3036764#ref=rss