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Nach Guerilla-Brücken: Biedenkopf hat neuen Sachsenhäuser Steg über die Lahn
Regional · 03.08.2026 18:10

Nach Guerilla-Brücken: Biedenkopf hat neuen Sachsenhäuser Steg über die Lahn

Kurz: In Biedenkopf endet eine lange Wartezeit: Der neue Sachsenhäuser Steg über die Lahn steht kurz vor der Eröffnung und verkürzt Wege für Anwohner erheblich.

Ein wichtiger Lückenschluss für Biedenkopf

Für die Bewohner des Wohngebiets an der Bundesstraße 62 in Biedenkopf naht das Ende einer langen Durststrecke. Nach mehr als einem Jahr ohne direkte Verbindung über die Lahn steht der neue Sachsenhäuser Steg kurz vor seiner offiziellen Inbetriebnahme. Die Brücke ist ein zentrales Element für die lokale Infrastruktur, da sie eine direkte und zeitsparende Verbindung zwischen dem Wohngebiet und dem angrenzenden Gewerbegebiet herstellt.

Bisher mussten Anwohner für den Weg zum Einkaufen oder in den Arbeitsbereich Umwege durch die Innenstadt in Kauf nehmen, die mindestens 15 Minuten Zeit in Anspruch nahmen. Mit der Fertigstellung des Stegs entfällt diese Belastung künftig, was die Lebensqualität im Quartier spürbar verbessern dürfte.

Letzte Schritte vor der Freigabe

Obwohl die Statiker die Brücke bereits am vergangenen Donnerstag offiziell freigegeben haben, bleibt der Übergang noch für wenige Tage gesperrt. Derzeit finden letzte Asphaltierungsarbeiten an den Verbindungswegen statt, die den Steg direkt an das Supermarktgelände anbinden. Nach Angaben von Bürgermeister Jochen Achenbach (CDU) ist damit zu rechnen, dass die Arbeiten bis Mittwoch abgeschlossen sein werden. Erst danach wird der Steg für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Neben dem Straßenbau stehen noch weitere Restarbeiten an. So wird der provisorische Bauzaun gegen ein dauerhaftes, festes Geländer ausgetauscht, um die Sicherheit der Fußgänger langfristig zu gewährleisten.

Kosteneffizienz durch Planungsanpassung

Ein bemerkenswerter Aspekt des Projekts ist die wirtschaftliche Bilanz. Obwohl die endgültige Abrechnung der Baukosten noch aussteht, zeichnet sich bereits ab, dass das Vorhaben deutlich günstiger wird als ursprünglich veranschlagt. Dies ist auf eine fundamentale Überarbeitung der ursprünglichen Entwürfe zurückzuführen.

Ursprünglich war ein Mittelpfeiler vorgesehen, der direkt im Flussbett der Lahn hätte errichtet werden müssen. Durch eine Umplanung konnte auf dieses Bauelement verzichtet werden. Diese Entscheidung führte laut Stadtverwaltung zu einer Kostenersparnis im sechsstelligen Bereich.

Rückblick: Die Ära der Guerilla-Brücken

Der Neubau markiert das Ende einer kuriosen und medienwirksamen Episode in der Geschichte der Stadt. Nachdem die alte Brücke aufgrund ihres maroden Zustands im vergangenen Jahr gesperrt werden musste, ließen Unbekannte in Eigenregie hölzerne Ersatzkonstruktionen errichten. Diese sogenannten „Guerilla-Brücken“ erregten bundesweit Aufmerksamkeit und wurden in sozialen Netzwerken intensiv diskutiert.

Die Behörden sahen sich jedoch gezwungen, beide illegalen Bauwerke zeitnah wieder abreißen zu lassen. Als Begründung führten die Verantwortlichen Sicherheitsbedenken sowie negative Auswirkungen auf den Hochwasserschutz an. Mit der baldigen Eröffnung des offiziellen, statisch geprüften Sachsenhäuser Stegs findet diese Phase der Provisorien nun einen geordneten Abschluss.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/charmanter-kanal-einer-kleinstadt-mit-zugbrucke-in-deutschland-36770990/ · Foto: Gundula Vogel
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-nach-guerilla-bruecken-biedenkopf-hat-einen-neuen-steg-ueber-die-lahn-100.html