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Nach Dopingsperre: Victoria Carl hat ihr Comeback vor Augen und Falun im Hinterkopf
Sport · 28.07.2026 13:59

Nach Dopingsperre: Victoria Carl hat ihr Comeback vor Augen und Falun im Hinterkopf

Kurz: Nach einer 18-monatigen Dopingsperre bereitet sich Olympiasiegerin Victoria Carl auf ihr Comeback im Skilanglauf-Weltcup vor. Der Blick richtet sich auf die WM

Ein Neuanfang nach der Zwangspause

Für Victoria Carl beginnt in wenigen Wochen ein neues Kapitel ihrer sportlichen Laufbahn. Nachdem die Skilanglauf-Olympiasiegerin aus Zella-Mehlis über ein Jahr lang von jeglichem organisierten Training ausgeschlossen war, markiert der 26. September einen entscheidenden Wendepunkt. An diesem Tag darf die 31-Jährige offiziell in das Training der Nationalmannschaft zurückkehren. Für die Athletin ist dies mehr als nur eine Rückkehr in den Sportbetrieb; es ist die langersehnte Rückkehr in den Teamverbund, die sie nach einer Phase der Isolation herbeisehnt.

Hintergrund der Dopingsperre

Die Karriere der Weltklasseathletin erlitt im Frühjahr 2025 einen abrupten Einbruch. Nach einer positiven Dopingprobe bei den Militärweltspielen im März 2025 wurde Carl für 18 Monate gesperrt. Der Befund: Clenbuterol. Wie der Deutsche Skiverband (DSV) in der Folge aufklärte, war die Substanz in einem Kombinationspräparat enthalten, das ihr ein Bundeswehrarzt zur Behandlung einer schweren Bronchitis verabreicht hatte – ohne dass Carl Kenntnis über die dopingrelevante Zusammensetzung hatte. Trotz dieser Umstände bestätigte das Deutsche Sportschiedsgericht (DIS) die Sperre, was für die Athletin, die kurz zuvor noch als Gesamtweltcup-Zweite geglänzt hatte, einen schweren mentalen Schlag bedeutete.

Isolation und Eigenverantwortung

Die Zeit der Suspendierung war für Carl von einer tiefen persönlichen Krise geprägt. Während sie von ihrem Arbeitgeber, der Bundeswehr, sowie ihrem privaten Umfeld und dem DSV Unterstützung erfuhr, war sie sportlich vollkommen auf sich allein gestellt. Ohne die gewohnte Anleitung durch Trainer oder den Austausch mit Teamkolleginnen musste sie ihr Training eigenständig planen und durchführen. Diese Phase beschreibt die Sportlerin als ein ständiges Auf und Ab, das ihr viel Disziplin abverlangte. Um sich mental zu schützen, zog sie sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück und mied den Skisport, um die schmerzhafte Erinnerung an die verpasste Saison und die Olympischen Winterspiele 2026 zu bewältigen.

Der Blick nach vorne: Falun als Fernziel

Mit dem Auslaufen der Wettkampfsperre am 25. November 2026 richtet sich der Fokus nun wieder auf den Wettkampf. Bereits zwei Tage später steht der Weltcup-Auftakt im finnischen Ruka an, bei dem Carl wieder angreifen möchte. Ihr langfristiges Ziel ist die Nordische Skiweltmeisterschaft 2027 im schwedischen Falun. Der Ort ist für die Thüringerin mit positiven Erinnerungen verknüpft, da sie dort 2015 ihr WM-Debüt gab. Sie fühlt sich auf den dortigen Strecken wohl und hat den klaren Anspruch, wieder um Medaillen mitzukämpfen. Ob sie an ihre Leistungen vor der Sperre anknüpfen kann, wird sich in den kommenden Monaten zeigen, wenn sie im direkten Vergleich mit der Mannschaft ihre aktuelle Form unter Beweis stellt.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/kalt-schnee-dammerung-landschaft-6495062/ · Foto: KoolShooters
Quelle: https://www.sportschau.de/regional/mdr/olympiasiegerin-victoria-carl-hat-ihr-comeback-vor-augen-und-falun-im-hinterkopf,victoria-carl-vor-comeback-100.html