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Nach Angriffen durch USA: Irans Fußball-Präsident streut Zweifel an WM-Teilnahme
Sport · 02.03.2026 19:40

Nach Angriffen durch USA: Irans Fußball-Präsident streut Zweifel an WM-Teilnahme

Kurz: Irans Fußball-Präsident äußert Bedenken über die WM-Teilnahme nach US-Angriffen.

Irans Zweifel an der WM-Teilnahme 2026

Irans Fußball-Präsident Mehdi Taj hat kürzlich Bedenken hinsichtlich der Teilnahme seines Landes an der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft 2026 geäußert. Diese Äußerungen kommen nach jüngsten militärischen Konflikten zwischen den USA und dem Iran, die die Sicherheit und die politischen Rahmenbedingungen im Land stark beeinflussen.

Hintergrund der Konflikte

Am 28. Februar 2026 begann die US-Regierung mit Luftangriffen auf den Iran, unterstützt von israelischen Streitkräften. Diese militärischen Aktionen wurden in der internationalen Presse breit diskutiert und führten zu einer Eskalation der Spannungen in der Region. Laut dem Politik-Experten Sanam Vakil von Chatham House in London, ist die Situation im Iran äußerst instabil, insbesondere nach dem Tod des obersten Führers Ayatollah Ali Chamenei. Vakil beschreibt die aktuelle Lage als existenziell für das iranische Regime, was die Wahrscheinlichkeit eines schnellen Konfliktendes verringert.

Äußerungen des Verbandspräsidenten

In einem Interview mit dem iranischen Fernsehen erklärte Mehdi Taj, dass es angesichts der aktuellen Situation „schwer vorstellbar“ sei, mit Zuversicht auf die WM zu blicken. Er betonte, dass die Entscheidung über die Teilnahme an dem Turnier von „den Führern des Sports“ getroffen werden müsse, was als indirekte Ansprache an FIFA-Präsident Gianni Infantino interpretiert werden kann. Diese Äußerungen spiegeln die Unsicherheit wider, die durch die militärischen Angriffe entstanden ist.

Auswirkungen auf die WM-Teilnahme

Der Iran hat alle seine Vorrundenspiele in den USA angesetzt. Diese Spiele sind für den 15. Juni gegen Neuseeland in Los Angeles, am 21. Juni gegen Belgien in Los Angeles und am 26. Juni in Seattle gegen Ägypten geplant. Ein Boykott oder freiwilliger Rückzug könnte erhebliche finanzielle Folgen für den iranischen Fußballverband haben. Laut den FIFA-Regularien würden bei einer Absage mehr als 30 Tage vor der WM Kosten von 250.000 Schweizer Franken (ca. 275.000 Euro) anfallen, während bei einer kurzfristigen Absage diese Summe auf 500.000 Schweizer Franken (ca. 550.000 Euro) steigen könnte.

Finanzielle Folgen eines Rückzugs

Zusätzlich zu den Rücktrittskosten müsste der Iran auch die erhaltenen Vorbereitungsgelder und andere turnierspezifische Zahlungen zurückerstatten. Jedes qualifizierte Team erhält 1,5 Millionen US-Dollar zur Deckung der Vorbereitungskosten. Ein Rückzug könnte dem Iran Einnahmen im sechsstelligen Bereich entziehen, und zudem würde er ein Risiko für einen Ausschluss von der WM 2030 darstellen.

Mögliche Nachrücker

Sollte der Iran tatsächlich von der WM zurücktreten, könnten andere Teams aus der Asien-Konföderation, wie der Irak oder die Vereinigten Arabischen Emirate, als Nachrücker in Betracht gezogen werden. Diese Option wurde bereits von der BBC angesprochen, die die FIFA bezüglich eines möglichen Boykotts des Iran befragte.

Einreiseproblematik

Ein weiteres Hindernis könnte das von der Trump-Administration verhängte Einreiseverbot für iranische Bürger darstellen. Aktuell ist vorgesehen, dass keine Fans aus dem Iran während der WM in die USA reisen dürfen, während für die Mannschaft und die Team-Offiziellen eine Ausnahmegenehmigung beantragt werden kann. Diese Regelung könnte die Unterstützung der iranischen Mannschaft erheblich einschränken.

Reaktionen der FIFA

Die FIFA hat nach den jüngsten militärischen Auseinandersetzungen noch keine offiziellen Erklärungen abgegeben. Eine Anfrage der Sportschau bezüglich der Situation des Iran im Hinblick auf die WM blieb bisher unbeantwortet. Mattias Grafström, der Generalsekretär der FIFA, betonte jedoch, dass das Hauptziel darin bestehe, eine sichere WM auszurichten, an der alle teilnehmen können.

Die nächsten Monate werden entscheidend sein. Die politischen Entwicklungen im Iran und die Reaktionen der internationalen Gemeinschaft auf die militärischen Konflikte werden maßgeblich darüber entscheiden, ob der Iran an der WM 2026 teilnehmen kann und unter welchen Bedingungen dies geschehen wird. Die Unsicherheit bleibt sowohl für die Spieler als auch für die Fans bestehen, während die Welt auf eine Klärung der Situation wartet.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/belebte-teheraner-strasse-mit-moschee-und-verkehr-29786929/ · Foto: Necati Ömer Karpuzoğlu
Quelle: https://www.sportschau.de/fussball/fifa-wm-2026/iran-streut-zweifel-an-wm-teilnahme,iran-wm-teilnahme-100.html