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Ifo-Studie zu Einwanderung - Staatsbürgerschaft durch Geburt reduziert Kriminalität
Schlagzeilen · 25.03.2026 06:03

Ifo-Studie zu Einwanderung - Staatsbürgerschaft durch Geburt reduziert Kriminalität

Kurz: Eine neue Studie zeigt, dass die deutsche Staatsbürgerschaft bei Geburt die Kriminalitätsrate unter Jugendlichen senkt.

Auswirkungen der Staatsbürgerschaft auf Kriminalität

Eine aktuelle Untersuchung des ifo Instituts in Zusammenarbeit mit der Universität Passau hat herausgefunden, dass Jugendliche, die bei ihrer Geburt die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten, signifikant seltener in kriminalistische Statistiken auftauchen. Dies gilt insbesondere für Kinder eingewanderter Eltern oder Großeltern.

Weniger Kriminalität durch Staatsbürgerschaft

Laut der Studie wurden Jugendliche der zweiten und dritten Einwanderergeneration, die von Geburt an die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, etwa 70 Prozent seltener als Tatverdächtige registriert als ihre Altersgenossen, die keinen deutschen Pass hatten.

Rückgang bei Eigentums- und Drogendelikten

Der Rückgang der Kriminalitätsrate war besonders ausgeprägt bei Eigentums- und Drogendelikten. Dies legt nahe, dass die Verleihung der Staatsbürgerschaft durch Geburt einen positiven Einfluss auf das Verhalten junger Menschen hat.

Datenbasis der Studie

Die Analyse stützt sich auf Daten der polizeilichen Kriminalstatistik aus den Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen und Berlin. Die Forscher, unter der Leitung von Ifo-Experte Andres, identifizieren mehrere Faktoren, die zu diesen Ergebnissen beitragen.

Identitätsbildung und soziale Integration

Ein zentraler Aspekt der Studie ist die Rolle der Staatsbürgerschaft bei der Identitätsbildung. Laut den Forschern stärkt die Verleihung der Staatsbürgerschaft nicht nur das soziale Vertrauen, sondern verbessert auch die Chancen auf Bildung, Beschäftigung und politische Teilhabe.

Bessere schulische Leistungen

Die Untersuchung zeigt, dass Kinder mit Migrationshintergrund, die bei ihrer Geburt die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten, tendenziell bessere schulische Leistungen erzielen.

Zugang zu Bildung und Beschäftigung

Ein verbesserter Zugang zu Bildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten ist ein weiterer Schlüsselfaktor. Die Studie legt nahe, dass diese Faktoren die Wahrscheinlichkeit verringern, dass Jugendliche in die Kriminalität abrutschen.

Reform des Staatsangehörigkeitsrechts

Seit dem Jahr 2000 gilt in Deutschland eine Reform des Staatsangehörigkeitsrechts, die es in Deutschland geborenen Kindern ausländischer Eltern ermöglicht, automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft zu erwerben. Die Bedingungen hierfür sind, dass mindestens ein Elternteil seit mindestens acht Jahren seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat und über eine Aufenthaltsberechtigung verfügt.

Vor der Reform

Vor der Reform erhielten nur Kinder mit mindestens einem deutschen Elternteil die Staatsbürgerschaft bei Geburt. Diese Änderung hat demnach nicht nur rechtliche, sondern auch soziale Auswirkungen auf die Integration von Migrantenfamilien in die deutsche Gesellschaft.

Ausblick und nächste Schritte

Die Ergebnisse der Studie werfen ein Licht auf die positiven Effekte der Staatsbürgerschaft durch Geburt auf die Kriminalitätsrate und die Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Es bleibt abzuwarten, wie diese Erkenntnisse in die politische Diskussion um Einwanderungs- und Integrationspolitik einfließen werden.

Politische Relevanz

Die Erkenntnisse könnten auch Auswirkungen auf zukünftige politische Entscheidungen haben, insbesondere in Bezug auf die Förderung von Integrationsmaßnahmen und Bildungsangeboten für Migrantenfamilien.

Insgesamt zeigt die Studie, dass die Verleihung der Staatsbürgerschaft durch Geburt nicht nur rechtliche, sondern auch tiefgreifende soziale Vorteile mit sich bringt, die sich positiv auf die Gesellschaft auswirken können.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/crop-student-der-text-auf-papier-am-tisch-liest-5537544/ · Foto: Zen Chung
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/staatsbuergerschaft-durch-geburt-reduziert-kriminalitaet-104.html