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Musiker Amitai Kurtz: Mozart geht auf Tiktok viral – mit Samba
Kultur · 21.08.2026 18:24

Musiker Amitai Kurtz: Mozart geht auf Tiktok viral – mit Samba

Kurz: Der israelische Musiker Amitai Kurtz begeistert Millionen auf Social Media: Er verwandelt klassische Meisterwerke in Samba-Rhythmen und geht damit viral.

Was geschehen ist – die Kernmeldung

Der israelische Arrangeur, Bandleader und Multiinstrumentalist Amitai Kurtz hat mit einem ungewöhnlichen musikalischen Konzept weltweit für Aufsehen gesorgt. Innerhalb von nur neun Wochen erzielte er auf den Plattformen Instagram und TikTok rund 50 Millionen Aufrufe. Der Kern seines Erfolgs liegt in einer kreativen Transformation: Kurtz nimmt berühmte klassische Kompositionen von Meistern wie Mozart, Beethoven, Bach, Chopin, Vivaldi und Tschaikowsky und arrangiert diese in einem Samba-Stil neu. Was ursprünglich als bloßes Werbevideo für seine Social-Media-Kanäle geplant war, entwickelte sich durch einen spontanen Einfall zu einem globalen Phänomen. Die Videos, in denen er und seine Mitstreiter die Klassiker mit lateinamerikanischem Groove unterlegen, haben eine enorme Reichweite erzielt. Das Projekt, das unter dem Namen „Samba Project“ bekannt wurde, hat mittlerweile den Sprung von der digitalen Kurzvideo-Welt in die professionelle Musikindustrie geschafft. Am 18. August 2026 veröffentlichte Kurtz ein Album mit dem Titel „But He Was Born in BRAZIL“, das die in den Videos vorgestellten Stücke in voller Länge präsentiert. Die Resonanz ist überwältigend: Neben Millionen von Aufrufen verzeichnet der Musiker fast 200.000 Follower und erhält Anfragen für Festivalauftritte aus der ganzen Welt.

Die Einzelheiten des Projekts

Der Startschuss für diesen Erfolg fiel am Donnerstag, dem 18. Juni 2026. An diesem Tag veröffentlichte Amitai Kurtz ein Video, das eigentlich nur als Promotion-Clip dienen sollte. Spontan entschied er sich jedoch, gemeinsam mit seinen Kollegen eine Interpretation von Chopins „Nocturne in Es-Dur, Op. 9 Nr. 2“ aufzunehmen, jedoch nicht in der klassischen Form, sondern als Samba. Das Video entstand im Garten des Schlagzeugers Omer Pank. Die Resonanz war unmittelbar und positiv, wobei sogar brasilianische Nutzer die Authentizität des Rhythmus lobten. Zu den weiteren Musikern, die an dem Projekt beteiligt sind, gehört unter anderem der Bassist Tom Pfeifel. Die Auswahl der Stücke scheint dabei kein Zufall zu sein: Kurtz betont, dass der Groove in vielen klassischen Werken bereits angelegt sei. Zu den erfolgreichsten Interpretationen zählen die Arie der Königin der Nacht aus Mozarts „Zauberflöte“, Bachs „Badinerie“, Vivaldis „Frühling“ aus den „Vier Jahreszeiten“ sowie Tschaikowskys „Schwanensee“, welches allein über neun Millionen Aufrufe generierte. Am 30. Juli 2026 kündigte Kurtz auf seine Follower-Anfragen hin ein Album an, das schließlich auf Plattformen wie Spotify, Amazon Music und Apple Music erschien.

Hintergrund und Entstehung

Die Idee für das „Samba Project“ ist tief in der persönlichen Leidenschaft des Musikers verwurzelt. Amitai Kurtz berichtet, dass er bereits vor zwei Jahren Brasilien besuchte und sich schon lange vor diesem Aufenthalt für Samba begeisterte. Diese Begeisterung wollte er mit seinem professionellen Hintergrund als Arrangeur und klassisch geschulter Musiker verbinden. Die konzeptionelle Idee hinter den Videos, die er oft mit dem Slogan „Chopin, but he was born in Brazil“ versah, zielt darauf ab, die Melodien so zu transformieren, dass sie wie lateinamerikanische Klassiker klingen. Obwohl Crossover-Projekte zwischen Klassik und Jazz oder Latin-Musik keine neue Erfindung sind – man denke an Jacques Loussier mit „Play Bach“ oder Eugen Cicero mit „Rokoko Jazz“ –, gelingt es Kurtz, dieses Genre für eine neue, schnelllebige Generation auf Social Media zu adaptieren. Er erkennt selbst, dass die Kombination aus Samba und klassischer Musik in der Theorie nischig wirkt, doch die Praxis hat das Gegenteil bewiesen. Die kurze, prägnante Form der Videos, die teils nur etwa 30 Sekunden dauern, scheint perfekt auf die Sehgewohnheiten des modernen Publikums zugeschnitten zu sein.

Die Beteiligten und ihre Rollen

Im Zentrum steht der israelische Musiker Amitai Kurtz, der als Arrangeur, Bandleader und Multiinstrumentalist fungiert. Er ist der kreative Kopf hinter der Transformation der klassischen Stücke. Unterstützt wird er dabei von einem festen Kern an Musikern, die für den rhythmischen Erfolg des Projekts entscheidend sind. Dazu gehören der Schlagzeuger Omer Pank, in dessen Garten die ersten Aufnahmen entstanden, sowie der Bassist Tom Pfeifel. Gemeinsam bilden sie das „Amitai Kurtz SAMBA PROJECT“. Die Entscheidungsgewalt über die Auswahl der Stücke und die Art der musikalischen Umsetzung liegt bei Kurtz selbst. Er tritt zudem als Kommunikator auf, der direkt mit seiner Community interagiert, auf Anfragen reagiert und die Veröffentlichung des Albums vorantreibt. Die Reaktionen der internationalen Community, insbesondere aus Brasilien, haben das Projekt maßgeblich beeinflusst und legitimiert. Festivalveranstalter weltweit treten nun als neue Akteure auf, die den Musiker für Auftritte gewinnen wollen, was die Transformation vom reinen Online-Phänomen hin zum professionellen Live-Act unterstreicht.

Einordnung des Erfolgs

Den Berichten zufolge lässt sich das „Samba Project“ als ein Paradebeispiel für die heutige Mediennutzung und die Vermarktung von Kunst verstehen. Einzuordnen ist das so: Amitai Kurtz hat eine Lücke gefunden, in der die Ernsthaftigkeit klassischer Kompositionen auf die Leichtigkeit und den „Joie de vivre“ des Samba trifft. Die Tatsache, dass er innerhalb von neun Wochen über 41 Millionen Aufrufe allein auf Instagram und mehr als acht Millionen auf TikTok generierte, zeigt, dass die Hemmschwelle zur klassischen Musik durch eine rhythmische Neugestaltung massiv gesenkt werden kann. Es ist ein Lehrstück darüber, wie Künstler heute direkt mit ihrem Publikum in Kontakt treten können, ohne auf klassische Gatekeeper angewiesen zu sein. Die Bewertung des Erfolgs durch den Musiker selbst fällt bescheiden aus; er zeigt sich überrascht von der globalen Resonanz. Kritisch lässt sich anmerken, dass die Kommerzialisierung durch das Album der logische nächste Schritt ist, um die digitale Aufmerksamkeit in eine nachhaltige Karriere zu überführen. Es ist ein Beweis dafür, dass das „Samba-Herz“, das Kurtz in den Werken von Bach oder Mozart zu finden glaubt, ein breites Publikum anspricht.

Offene Fragen und Ausblick

Der Quelltext lässt einige Aspekte der weiteren Entwicklung offen. So bleibt beispielsweise unklar, welche spezifischen Festivals den Musiker kontaktiert haben und ob es bereits konkrete Termine für eine Tournee gibt. Auch die langfristige strategische Ausrichtung des „Samba Projects“ wird nicht detailliert erläutert; es ist unklar, ob Kurtz plant, das Repertoire über die bereits bekannten Stücke hinaus signifikant zu erweitern oder ob er sich auf die bestehende Auswahl konzentrieren wird. Ebenso wenig wird thematisiert, wie die klassische Musikwelt, abseits der Social-Media-Community, auf diese Transformationen reagiert. Die Frage, ob das Projekt auch außerhalb der digitalen Welt als ernstzunehmender Beitrag zur Musikgeschichte wahrgenommen wird oder primär als Unterhaltungsformat fungiert, bleibt unbeantwortet. Was die Zukunft betrifft, so ist der nächste Schritt bereits vollzogen: Mit der Veröffentlichung des Albums „But He Was Born in BRAZIL“ am 18. August 2026 hat Kurtz den Grundstein für eine professionelle Fortführung gelegt. Die kommenden Monate werden zeigen, ob das Interesse der Festivalveranstalter in konkrete Verträge mündet und ob der Musiker den Erfolg aus dem digitalen Raum erfolgreich auf die Live-Bühnen übertragen kann.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/mann-spielen-musik-musiker-18078245/ · Foto: José Luis Reveles
Quelle: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien-und-film/medienpolitik/amitai-kurtz-mischt-mozart-mit-samba-und-geht-damit-auf-instagram-und-tiktok-viral-201142862.html