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Malta - Mann von Vorwurf des Mordes an Journalistin freigesprochen
Schlagzeilen · 02.09.2026 20:55

Malta - Mann von Vorwurf des Mordes an Journalistin freigesprochen

Kurz: Ein maltesisches Gericht hat den Geschäftsmann Fenech vom Vorwurf der Verwicklung in den Mord an der Journalistin Daphne Caruana Galizia freigesprochen.

Was geschehen ist: Der Freispruch im Fall Caruana Galizia

In Malta hat ein aufsehenerregender Gerichtsprozess ein überraschendes Ende gefunden. Der Geschäftsmann Fenech, der lange Zeit im Zentrum der Ermittlungen zum Mord an der Investigativjournalistin Daphne Caruana Galizia stand, wurde von einer Jury von den schwerwiegenden Vorwürfen freigesprochen. Die Geschworenen befanden den Unternehmer für nicht schuldig in Bezug auf die ihm zur Last gelegten Anschuldigungen der Mittäterschaft und der kriminellen Verschwörung. Damit endet ein juristisches Verfahren, das seit Jahren die maltesische Öffentlichkeit und die europäische Medienlandschaft beschäftigt hat. Die Tat, die sich im Oktober 2017 ereignete, hatte das Land in eine tiefe politische Krise gestürzt. Der Freispruch markiert einen Wendepunkt in der juristischen Aufarbeitung eines Verbrechens, das weit über die Grenzen des EU-Inselstaates hinaus für Entsetzen gesorgt hatte. Die Entscheidung der Jury steht nun im Mittelpunkt einer intensiven gesellschaftlichen Debatte über Gerechtigkeit und die Wirksamkeit der maltesischen Justiz bei der Verfolgung von Verbrechen gegen die Pressefreiheit.

Die Einzelheiten des Falls und die Anklage

Die Hintergründe des Falls reichen bis in das Jahr 2017 zurück, als die 53-jährige Journalistin Daphne Caruana Galizia durch eine Autobombe in unmittelbarer Nähe ihres Wohnhauses getötet wurde. Der nun freigesprochene Unternehmer Fenech war im Jahr 2021 offiziell wegen Mittäterschaft und krimineller Verschwörung angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm vorgeworfen, als Drahtzieher fungiert und den tödlichen Anschlag in Auftrag gegeben zu haben. Fenech hatte diese Vorwürfe während des gesamten Verfahrens konsequent zurückgewiesen. Das Gericht sah es nach der Beweisaufnahme jedoch nicht als erwiesen an, dass der Geschäftsmann in die Planung oder Durchführung des Attentats verwickelt war. Es ist festzuhalten, dass in diesem komplexen Fall bereits zwei andere Personen wegen ihrer Beteiligung an dem Mord zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt worden waren. Die juristische Aufarbeitung des Attentats, das durch den Einsatz eines Sprengsatzes an einem Fahrzeug verübt wurde, zieht sich somit bereits über Jahre hin und bleibt trotz des aktuellen Urteils ein hochsensibles Thema.

Hintergrund und politischer Kontext

Das Verbrechen an Daphne Caruana Galizia war kein isolierter Vorfall, sondern steht in engem Zusammenhang mit der journalistischen Arbeit der Verstorbenen. Die Reporterin hatte sich in ihrer Laufbahn intensiv mit Korruptionsvorwürfen im EU-Inselstaat Malta befasst und dabei hochrangige Kreise ins Visier genommen. Ihre Recherchen deckten Missstände auf, die eine enorme politische Sprengkraft entwickelten. Die Ermordung der Journalistin führte in der Folge zu massiven landesweiten Protesten, die den Druck auf die damalige Regierung massiv erhöhten. Diese Unruhen mündeten schließlich in den Sturz des maltesischen Ministerpräsidenten, der infolge der Ereignisse sein Amt aufgeben musste. Die Ermittlungen zum Mordfall waren von Beginn an von einer hohen medialen Aufmerksamkeit begleitet, da sie die Frage nach der Sicherheit von Journalisten in Europa und der Integrität staatlicher Institutionen aufwarfen. Die Geschichte des Falls ist somit untrennbar mit dem Kampf gegen Korruption und dem Schutz der Pressefreiheit auf Malta verbunden.

Die Beteiligten und ihre Rollen

Die Akteure in diesem Verfahren sind vielfältig und spiegeln die Schwere der Vorwürfe wider. Im Zentrum steht der Unternehmer Fenech, der als Drahtzieher beschuldigt wurde und nun durch das Urteil der Jury rehabilitiert ist. Auf der anderen Seite steht das Andenken an die 53-jährige Investigativjournalistin Daphne Caruana Galizia, deren Arbeit den Anstoß für die Ermittlungen gab. Ebenfalls involviert sind die maltesische Justiz und die Geschworenen, die über die Schuldfrage zu entscheiden hatten. Bereits in der Vergangenheit waren zwei weitere, nicht namentlich genannte Personen wegen des Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden, was zeigt, dass die Justiz bereits Erfolge bei der Identifizierung der direkten Täter erzielen konnte. Der ehemalige maltesische Ministerpräsident, der im Zuge der Proteste nach dem Mord zurücktreten musste, bleibt eine zentrale Figur im historischen Kontext, auch wenn er nicht direkt als Angeklagter in diesem spezifischen Verfahren gegen Fenech geführt wurde. Die Rollenverteilung zwischen den mutmaßlichen Auftraggebern und den ausführenden Tätern blieb während des gesamten Prozesses ein zentraler Streitpunkt.

Einordnung und offene Fragen

Einzuordnen ist der Freispruch als ein Ereignis, das in der maltesischen Gesellschaft für erhebliche Diskussionen sorgen dürfte. Den Berichten zufolge stellt der Ausgang des Verfahrens eine Zäsur dar, da die Erwartungen an eine lückenlose Aufklärung des Mordes an Caruana Galizia in der Öffentlichkeit sehr hoch waren. Die Entscheidung der Jury unterstreicht die Komplexität der Beweisführung in Fällen, in denen es um komplexe kriminelle Verschwörungen geht. Dennoch bleiben zahlreiche Fragen offen, die der Quelltext nicht beantworten kann. Es bleibt unklar, welche Beweise die Staatsanwaltschaft genau vorgelegt hat und welche entlastenden Argumente die Verteidigung von Fenech letztlich überzeugten. Ebenso wenig wird detailliert erläutert, wie die Verbindung zwischen den bereits verurteilten Tätern und dem nun freigesprochenen Unternehmer aus Sicht des Gerichts zu bewerten ist. Auch über die zukünftige politische Stimmung auf Malta nach diesem Urteil gibt der vorliegende Bericht keine Auskunft. Die Lücke zwischen der gesellschaftlichen Forderung nach Gerechtigkeit und dem juristischen Freispruch bleibt somit ein zentraler Punkt, der auch in Zukunft für Debatten sorgen wird.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/historische-gebaudefassade-mit-polizeiautos-38094382/ · Foto: Oleksiy Yeshtokyn,🌻🇺🇦🌻
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/mann-von-vorwurf-des-mordes-an-journalistin-freigesprochen-100.html