Ein gemischter Start in Birmingham
Der erste Wettkampftag der Leichtathletik-Europameisterschaften 2026 im Alexander Stadium von Birmingham verlief für die deutsche Delegation mit einer Achterbahnfahrt der Gefühle. Während einige Athleten ihre Ambitionen auf Edelmetall unterstrichen, endeten die Hoffnungen für andere bereits in der Qualifikationsphase – teils durch bittere Verletzungen.
Kugelstoßen: Mabry mit Souveränität, Harpf mit Pech
Yemisi Mabry unterstrich ihre Ambitionen eindrucksvoll. Die Kugelstoß-Olympiasiegerin benötigte in der Qualifikation lediglich einen einzigen Versuch, um die geforderte Weite von 18,20 Metern deutlich zu übertreffen. Mit 19,25 Metern sparte die Mannheimerin wertvolle Kräfte für das anstehende Finale. Auch Nina Ndubuisi und Katharina Maisch gelang der Einzug in die Endrunde, wobei Maisch erst im dritten Versuch die nötige Sicherheit fand.
Bei den Männern verlief der Tag zwiegespalten: Eric Maihöfer sicherte sich mit 19,90 Metern souverän seinen Platz im Finale der besten Zwölf. Für Georg Harpf hingegen endete der Wettkampf nach einer unglücklichen Serie. Mit einer Weite von 19,45 Metern aus dem ersten Versuch belegte er den 13. Platz – lediglich acht Zentimeter fehlten zum Einzug in die nächste Runde.
Weitsprung: Bitteres Aus für Batz
Besonders schwer traf es den deutschen Weitsprung-Meister Simon Batz. Der 29-Jährige, der mit einer persönlichen Bestleistung von 8,29 Metern in einer Top-Verfassung angereist war, verletzte sich bereits beim Einspringen am linken Oberschenkel. Ein Absprungschmerz zwang ihn zum sofortigen Abbruch, womit eine mögliche Medaillenchance jäh endete. Auch der italienische Favorit Mattia Furlani musste den Wettkampf nach einer Verletzung im Rollstuhl verlassen. Die Konkurrenz um Miltiadis Tentoglu und Simon Ehammer zeigte sich hingegen unbeeindruckt und qualifizierte sich sicher.
Hammerwurf und Laufdisziplinen
Im Hammerwurf erlebte Merlin Hummel eine Zitterpartie. Mit 75,49 Metern blieb er unter der geforderten Qualifikationsweite von 78,00 Metern. Als Gesamt-Zehnter schaffte er es jedoch gerade noch in das Finale am Dienstag. Sein Teamkollege Sören Klose erreichte mit 75,80 Metern ebenfalls die nächste Runde.
Auf der Laufbahn gab es sowohl Grund zur Freude als auch Enttäuschung:
* **800 Meter:** Alexander Stepanov qualifizierte sich als Dritter seines Laufs (1:46,27 Min.) für das Halbfinale am Mittwoch.
* **400 Meter:** Torben Finke überzeugte mit einer Zeit von 45,79 Sekunden und sicherte sich den Einzug in das Halbfinale am Dienstag.
* **100 Meter:** Für die Debütantin Chelsea Kadiri endete der Wettbewerb nach dem Vorlauf.
* **400 Meter Hürden:** Vanessa Baldé verpasste das Halbfinale äußerst knapp. Mit 56,52 Sekunden fehlten ihr lediglich 18 Hundertstelsekunden zur Qualifikation über die Zeitregel.
Die kommenden Tage werden zeigen, wie die Athleten mit dem Druck der Finalwettkämpfe umgehen. Während für einige die Vorbereitung nicht optimal verlief, bleibt das Ziel für alle Finalisten bestehen: Im Kampf um die Medaillen werden die Karten neu gemischt.