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Leichtathletik-EM: Gina Lückenkemper weint Freudentränen trotz Halbfinal-Aus
Sport · 10.08.2026 22:56

Leichtathletik-EM: Gina Lückenkemper weint Freudentränen trotz Halbfinal-Aus

Kurz: Gina Lückenkemper verpasst bei der Leichtathletik-EM in Birmingham das 100-Meter-Finale, zeigt sich aber dennoch emotional und zufrieden mit ihrer Leistung.

Ein emotionaler Abschied vom Einzelsprint

Bei den Leichtathletik-Europameisterschaften 2026 in Birmingham endete der Traum vom Einzelfinale über 100 Meter für Gina Lückenkemper bereits in der Vorschlussrunde. Doch anstelle von Enttäuschung oder sportlicher Frustration prägten ungewöhnliche Emotionen den Auftritt der 29-Jährigen: Sie verließ die Bahn unter Freudentränen. Für die Athletin war allein die Tatsache, nach einer schwierigen Saisonvorbereitung überhaupt an den Start gehen zu können, ein persönlicher Erfolg.

Schwierige Vorzeichen und ein kämpferischer Auftritt

Die Ausgangslage für Lückenkemper war vor den Titelkämpfen in Birmingham alles andere als ideal. Eine gesundheitliche Schwächung durch einen Zeckenbiss sowie eine bereits zuvor holprige Saisonvorbereitung hatten die Erwartungen gedämpft. Die Sprinterin hatte im Vorfeld offen gelassen, wohin die Reise bei dieser EM führen würde. Im Halbfinale traf sie auf ein hochkarätiges Feld, darunter die britischen Favoritinnen Dina Asher-Smith und Amy Hunt sowie die für Portugal startende Tatjana Pinto.

Lückenkemper erwischte einen schwierigen Start, da sie die schwächste Reaktionszeit im Feld aufwies. Trotz eines kämpferischen Rennverlaufs reichte es am Ende nur für den fünften Platz in 11,28 Sekunden. Um den Einzug in den Endlauf zu sichern, fehlten ihr letztlich 0,16 Sekunden. Es war erst das zweite Mal in ihrer fünfmaligen EM-Teilnahme, dass sie den Sprung ins Finale verpasste.

Dankbarkeit statt Enttäuschung

Im Anschluss an ihren Lauf zeigte sich Lückenkemper im Interview mit der Sportschau tief bewegt. Sie betonte, dass sie keinen Hehl aus den schwierigen Trainingsbedingungen gemacht habe. Dass sie trotz der gesundheitlichen Rückschläge die Kraft gefunden habe, auf der Bahn zu stehen, sei für sie keineswegs selbstverständlich gewesen. Die Tränen, die sie nach dem Rennen vergoss, beschrieb sie als reine Glückstränen. Medaillenambitionen rückten angesichts der persönlichen Hürden in den Hintergrund; die reine Teilnahme an diesem Wettkampf empfand sie als besonderen Moment.

Auch Rebekka Haase vorzeitig ausgeschieden

Neben Lückenkemper musste auch Rebekka Haase das Aus im Halbfinale hinnehmen. Haase, die als deutsche Jahresschnellste und mit der Erfahrung der WM-Bronze-Staffel von Tokio angereist war, konnte ihre Form nicht wie erhofft abrufen. Mit einer Zeit von 11,36 Sekunden beendete sie ihren Halbfinallauf auf dem siebten Platz und blieb damit deutlich hinter ihrer Vorleistung von 11,04 Sekunden zurück.

Der weitere Verlauf der EM

Während das deutsche Duo den Einzug in den Endlauf verpasste, sicherte sich die Britin Amy Hunt den Titel. Trotz eines schwachen Starts setzte sie sich in 11,00 Sekunden gegen die Konkurrenz durch. Silber ging an die Polin Ewa Swoboda (11,02 Sekunden), Bronze sicherte sich Delphine Nkansa aus Belgien (11,06 Sekunden).

Für Gina Lückenkemper bedeutet das Aus im 100-Meter-Einzel jedoch nicht das Ende ihrer EM-Reise. Der Fokus verschiebt sich nun auf die Staffelwettbewerbe. Hier rechnet sich die erfahrene Sprinterin deutlich größere Chancen auf einen Erfolg aus. Ob sie dort an ihre früheren EM-Erfolge anknüpfen kann, bleibt abzuwarten, doch die mentale Stärke, die sie nach ihrem Ausscheiden zeigte, könnte ein wichtiger Faktor für die kommenden Tage in Birmingham sein.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/mann-feld-spielen-sport-24589151/ · Foto: Luke Miller
Quelle: https://www.sportschau.de/leichtathletik/em/trotz-halbfinal-aus-lueckenkemper-weint-freudentraenen,la-em-2026-birmingham-100-meter-frauen-100.html