News aus aller Welt
Start
Leichtathletik-EM: Armand Duplantis - Es menschelt beim Außerirdischen
Sport · 15.08.2026 16:04

Leichtathletik-EM: Armand Duplantis - Es menschelt beim Außerirdischen

Kurz: Armand Duplantis dominiert den Stabhochsprung, doch zwei Niederlagen in diesem Jahr lassen die Konkurrenz bei der EM in Birmingham auf eine Sensation hoffen.

Ein Favorit mit Rissen in der Fassade

In der Welt der Leichtathletik galt der Stabhochsprung über Jahre hinweg als eine Disziplin, deren Ausgang bereits vor dem ersten Sprung feststand. Armand Duplantis, der schwedische Superstar, schien unbesiegbar. Doch kurz vor dem Finale der Europameisterschaften in Birmingham, das für Sonntagabend um 20.30 Uhr angesetzt ist, herrscht eine ungewohnte Spannung. Während der Sieg bei großen internationalen Meisterschaften für den 24-jährigen Schweden in der Vergangenheit fast schon als Formsache galt, haben zwei Niederlagen in der laufenden Saison die Konkurrenz aufhorchen lassen. Der deutsche Athlet Bo Kanda Lita Baehre, der sich erfolgreich für das Finale qualifizierte, geht mit einer Portion Zuversicht in den Wettkampf. Auch wenn Duplantis weiterhin als der haushohe Favorit gilt, sind die Zeiten der absoluten Unantastbarkeit zumindest kurzzeitig ins Wanken geraten. Die Sportwelt fragt sich nun, ob der "Außerirdische" der Szene in Birmingham tatsächlich verwundbar ist oder ob er seine Kritiker mit einer erneuten Machtdemonstration zum Schweigen bringen wird. Es ist ein Szenario, das den Stabhochsprung in den Fokus des öffentlichen Interesses rückt, da die bloße Möglichkeit eines anderen Siegers für eine völlig neue Dynamik im Stadion sorgt.

Die Faktenlage zum Wettkampf

Der deutsche Stabhochspringer Bo Kanda Lita Baehre, der bereits im vergangenen Monat in Madrid eine beachtliche Höhe von 5,90 Metern übersprang, zeigt sich kämpferisch. Nach seiner erfolgreichen Qualifikation betonte der 27-Jährige, dass er im Finale voll angreifen werde. Seine Aussage, dass im Stabhochsprung alles möglich sei, auch gegen einen Athleten wie Duplantis, unterstreicht den neuen Glauben der Konkurrenz an die eigene Chance. Armand Duplantis, der in seiner Karriere bereits 15-mal den Weltrekord um jeweils einen Zentimeter verbesserte, hält die aktuelle Bestmarke bei 6,31 Metern, aufgestellt im März in Uppsala. Sein Palmarès ist beeindruckend: Zwei Olympiasiege, sieben Weltmeistertitel in der Halle und unter freiem Himmel sowie vier Europameisterschaftserfolge stehen zu Buche. Bis zum 7. Juni dieses Jahres konnte er eine beeindruckende Serie von 40 Siegen in Folge vorweisen. Doch diese Serie riss ausgerechnet bei seinem Heimspiel in Stockholm, wo er mit 5,80 Metern nur den zweiten Platz belegte. Eine weitere Niederlage folgte vor rund einem Monat in London, als er aufgrund von Oberschenkelproblemen vorzeitig aus dem Wettkampf aussteigen musste und erneut den zweiten Rang belegte.

Der Weg zur vermeintlichen Verwundbarkeit

Die Dominanz von Armand Duplantis schien über Jahre hinweg unerschütterlich. Der Schwede, der die Sportart wie kaum ein anderer geprägt hat, wirkte bei seinen Auftritten oft unangreifbar. Doch die Niederlage in Stockholm am 7. Juni markierte einen Wendepunkt. Duplantis selbst analysierte sein Scheitern damals ungewohnt selbstkritisch und bezeichnete seine Leistung als armselig. Beobachter spekulierten, dass die bevorstehende Hochzeit mit seiner Partnerin Desiré Inglander den Fokus des Athleten abgelenkt haben könnte. Doch während die erste Niederlage in Stockholm noch rätselhaft blieb, lieferte der Wettkampf in London eine physische Erklärung: Probleme mit dem Oberschenkel zwangen den Schweden zum Abbruch. Diese körperlichen Einschränkungen waren es, die den Konkurrenten wie Bo Kanda Lita Baehre Hoffnung gaben. Wenn der Körper des Ausnahmesportlers streikt, schwindet der Nimbus der Unbesiegbarkeit. Die Leichtathletik-Welt, die sich an die ständigen Rekordjagden gewöhnt hatte, sah sich plötzlich mit einem menschlichen Duplantis konfrontiert, der mit Verletzungssorgen und Formschwankungen zu kämpfen hatte. Diese Vorfälle haben das Selbstverständnis der Konkurrenz nachhaltig verändert und die Erwartungen an den EM-Wettkampf in Birmingham in neue Bahnen gelenkt.

Die Akteure und ihre Ausgangslage

Im Zentrum des Geschehens steht zweifellos Armand Duplantis, der trotz der Rückschläge gelassen wirkt. In einem Interview mit dem schwedischen Medium "Aftonbladet" betonte er, dass er sich nun so fokussiert fühle, wie es für diesen Teil der Saison notwendig sei. Er versicherte, dass er in guter Form nach Birmingham gereist sei und die gleichen Leistungen abrufen könne wie in der Vergangenheit. Für ihn ist die Europameisterschaft ein zentrales Ziel, weshalb er in London kein Risiko eingegangen sei. Auf der anderen Seite steht die Riege der Herausforderer, angeführt von Athleten wie dem deutschen Springer Bo Kanda Lita Baehre. Diese Sportler sehen in den jüngsten Ereignissen eine Einladung, den Thron des Schweden ins Wanken zu bringen. Die Institutionen und Experten, wie etwa der ARD-Leichtathletik-Experte Frank Busemann, haben die Entwicklung genau verfolgt und die Bedeutung des Stabhochsprungs als Highlight der EM hervorgehoben. Die Stimmung unter den Athleten ist geprägt von einer Mischung aus Respekt vor der historischen Leistung des Schweden und dem neu erwachten Ehrgeiz, die eigene Chance in einem Finale zu suchen, das nun offener erscheint als noch vor wenigen Monaten.

Einordnung der aktuellen Situation

Einzuordnen ist die aktuelle Situation so: Auch wenn Duplantis zwei Niederlagen hinnehmen musste, bleibt er der mit Abstand stärkste Springer im Feld. Die Qualifikation in Birmingham, bei der er die geforderten 5,60 Meter mit einer Leichtigkeit übersprang, die ihn gefühlt einen Meter über der Latte schweben ließ, unterstreicht seine Ausnahmestellung. Den Berichten zufolge ist seine körperliche Verfassung wieder stabil, was die Hoffnung der Konkurrenz auf einen leichten Sieg schnell wieder zunichtemachen könnte. Die Niederlagen in Stockholm und London könnten als Ausnahmen betrachtet werden, die eher auf spezifische Umstände – wie private Ablenkung oder leichte Verletzungen – zurückzuführen sind, als auf einen echten Leistungsabfall. Dennoch hat sich die psychologische Ausgangslage gewandelt. Die Konkurrenz weiß nun, dass Duplantis nicht unfehlbar ist. Dies führt dazu, dass die anderen Athleten mit einem anderen Mindset in den Wettkampf gehen. Sie treten nicht mehr als Statisten auf, sondern als echte Herausforderer, die darauf lauern, dass der Schwede einen Fehler macht. Es ist ein spannendes psychologisches Spiel, das den Wettkampf in Birmingham zu einem der am meisten erwarteten Ereignisse der Meisterschaft macht.

Was bleibt offen und der Blick nach vorn

Der Quelltext lässt einige Fragen unbeantwortet, die erst am Sonntagabend geklärt werden können. Es bleibt offen, wie stark die Oberschenkelprobleme, die Duplantis in London zur Aufgabe zwangen, tatsächlich noch präsent sind. Ebenso ist unklar, ob der Schwede in Birmingham erneut eine Weltrekord-Show abliefern wird oder ob er sich auf das bloße Gewinnen konzentriert. Auch die genaue psychologische Verfassung der Herausforderer nach der Qualifikation wird sich erst im direkten Duell zeigen. Die Lücke zwischen der theoretischen Leistungsfähigkeit und der tatsächlichen Umsetzung am Wettkampftag ist im Stabhochsprung besonders groß, da kleinste technische Fehler oder Windbedingungen den Ausgang beeinflussen können. Wie es weitergeht, ist klar definiert: Am Sonntagabend um 20.30 Uhr findet das Finale statt. Alle Augen werden auf die Latte gerichtet sein, wenn Duplantis und seine Konkurrenten zum Sprung ansetzen. Es wird sich zeigen, ob die Ankündigung von Lita Baehre, alles zu geben, gegen die Routine und Klasse des Weltrekordhalters ausreicht. Die Entscheidung in Birmingham wird nicht nur über Gold und Silber bestimmen, sondern auch darüber, ob die Ära der absoluten Dominanz von Armand Duplantis fortgesetzt wird oder ob eine neue Phase der Ausgeglichenheit im Stabhochsprung begonnen hat.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/nahaufnahme-einer-fussballplatz-ecke-in-istanbul-36386778/ · Foto: Onur Can Elma
Quelle: https://www.sportschau.de/leichtathletik/em/armand-duplantis-es-menschelt-beim-ausserirdischen,la-em-2026-birmingham-armand-duplantis-vorschau-100.html