Ein starker Auftakt für das deutsche Team
Bei der Leichtathletik-Europameisterschaft 2026 in Birmingham hat Yemisi Mabry für einen erfolgreichen Start der deutschen Delegation gesorgt. Die 27-jährige Kugelstoßerin sicherte sich mit einer Weite von 19,50 Metern die Bronzemedaille. Für die Athletin, die nach ihrem Olympiasieg in Paris unter ihrem Mädchennamen Ogunleye bekannt wurde, ist dies die Fortsetzung eines sportlich überaus erfolgreichen Jahres, das für sie zudem durch eine Hochzeit geprägt war.
Der Weg zum Edelmetall
Der Wettkampf im Alexander Stadium verlief für Mabry nicht ohne Nervenkitzel. Bereits mit ihrem ersten Stoß von 19,20 Metern setzte sie ein Zeichen und positionierte sich früh auf dem dritten Rang. Diese Weite hätte bereits ausgereicht, um sich den Platz auf dem Podium zu sichern. Dennoch war der weitere Verlauf des Abends von einer gewissen Hängepartie geprägt. Nachdem sie im vierten Versuch lautstark ihren Unmut über die eigene Leistung geäußert hatte, gelang ihr im fünften Durchgang die entscheidende Steigerung auf 19,50 Meter. Drei weitere Versuche waren zwar ungültig, doch der zwischenzeitliche Erfolg reichte aus, um die Medaille zu festigen.
Die Athletin selbst zeigte sich nach dem Wettkampf zufrieden mit ihrer Leistung und betonte, dass sie sich das Edelmetall hart erarbeitet habe. Sie habe sich dabei nicht von der Konkurrenz ablenken lassen, sondern den Fokus konsequent auf ihre eigene Technik und jeden einzelnen Versuch als neue Chance gelegt.
Dominanz aus den Niederlanden
An der Spitze des Feldes präsentierten sich die Athletinnen aus den Niederlanden in überragender Form. Die Weltmeisterin Jessica Schilder sicherte sich mit einer beeindruckenden Weite von 20,73 Metern den Europameistertitel. Dies markiert die größte Weite bei europäischen Titelkämpfen seit fast drei Jahrzehnten. Silber ging an ihre Landsfrau Jorinde van Klinken, die mit 19,64 Metern zudem eine neue persönliche Bestleistung aufstellte.
Weitere deutsche Platzierungen
Neben Mabry konnten sich auch zwei weitere deutsche Kugelstoßerinnen im Finale behaupten und den Sprung unter die besten Acht schaffen. Katharina Maisch beendete den Wettkampf mit einer Weite von 18,39 Metern auf dem siebten Platz. Nina Chioma Ndubuisi, die ihr erstes großes Finale bestritt, erreichte mit 18,21 Metern den achten Rang. Damit unterstrich das deutsche Team eine geschlossene Mannschaftsleistung in einer technisch anspruchsvollen Disziplin.
Einordnung des Erfolgs
Für Yemisi Mabry reiht sich dieser Erfolg nahtlos in ihre bisherige Karriere ein. Bereits vor zwei Jahren hatte sie bei der EM in Rom Bronze gewonnen. Ihr sensationeller Olympiasieg in Paris, bei dem sie als Außenseiterin überraschte, bleibt jedoch der bisherige Höhepunkt. Die aktuelle Platzierung in Birmingham bestätigt ihre Konstanz auf internationalem Top-Niveau. Nach der Qualifikation, in der sie mit 19,25 Metern noch die Tagesbestweite erzielt hatte, war die Erwartungshaltung hoch. Dass sie trotz der fehlenden Explosivität in den ersten Stößen die Nerven behielt, unterstreicht ihre mentale Stärke in großen Finals.