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AfD gewinnt vor der SPD - CDU fliegt aus dem Landtag
Schlagzeilen · 21.09.2026 00:38

AfD gewinnt vor der SPD - CDU fliegt aus dem Landtag

Kurz: Historischer Umbruch in Mecklenburg-Vorpommern: Die AfD gewinnt die Landtagswahl, während die CDU erstmals aus dem Parlament in Schwerin ausscheidet.

Ein historischer Machtwechsel im Nordosten

Die politische Landschaft in Mecklenburg-Vorpommern hat sich bei der jüngsten Landtagswahl grundlegend gewandelt. In einem engen Rennen zwischen den etablierten Kräften und dem politischen Herausforderer hat die AfD die Oberhand gewonnen und ist zur stärksten politischen Kraft im Bundesland aufgestiegen. Dieses Ergebnis markiert einen signifikanten Einschnitt in der Geschichte des Landesparlaments in Schwerin. Während die AfD unter ihrem Spitzenkandidaten Leif-Erik Holm einen massiven Stimmenzuwachs verzeichnen konnte und ihr Ergebnis im Vergleich zur vorangegangenen Wahl im Jahr 2021 mehr als verdoppelte, musste die SPD unter der amtierenden Ministerpräsidentin Manuela Schwesig leichte Verluste hinnehmen. Dennoch bleibt die SPD die zweitstärkste Kraft und beansprucht weiterhin die Regierungsführung für sich. Besonders dramatisch ist die Situation für die CDU: Die Partei, die über Jahre hinweg eine feste Größe im Landtag war, ist bei dieser Wahl an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. Damit ist die Union erstmals in der Geschichte des Bundeslandes nicht mehr im Parlament vertreten, was das politische Gefüge in Schwerin nachhaltig erschüttert und die Parteienlandschaft auf vier Fraktionen reduziert.

Die detaillierten Ergebnisse der Wahl

Bei der Auszählung der Stimmen am 20. September 2026 ergab sich ein deutliches Bild der neuen Machtverhältnisse. Die AfD erreichte 38,2 Prozent der Stimmen und festigte damit ihre Position als stärkste Kraft, was sie nach Thüringen und Sachsen-Anhalt nun auch in Mecklenburg-Vorpommern zur dominierenden politischen Gruppierung macht. Die SPD kam auf 35,5 Prozent der Stimmen. Die Linke, die bisher gemeinsam mit der SPD die Regierung bildete, erzielte 6,5 Prozent und zieht damit als drittstärkste Kraft erneut in den Landtag ein. Die Grünen erreichten 5,7 Prozent und sichern sich ebenfalls einen Platz im Parlament. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) verpasste mit 4,8 Prozent den Einzug in den Landtag nur knapp, ebenso wie die CDU, die bei 4,9 Prozent landete. Die FDP spielt mit einem Ergebnis von lediglich einem Prozent keine Rolle mehr. Die Wahlbeteiligung stieg im Vergleich zu 2021 von 70,8 Prozent auf 78,0 Prozent deutlich an. Im neuen Landtag, der insgesamt 71 Sitze umfasst, entfallen 32 Sitze auf die AfD und 29 auf die SPD, während Linke und Grüne jeweils fünf Abgeordnete stellen.

Der Weg zur aktuellen politischen Lage

Der Ausgang dieser Wahl ist das Ergebnis einer längeren Entwicklung, die sich bereits in den vergangenen Jahren abgezeichnet hatte. Bei der Landtagswahl 2021 war die Ausgangslage noch eine völlig andere: Damals konnte die SPD mit 39,6 Prozent einen klaren Vorsprung verbuchen, während die AfD lediglich 16,7 Prozent erreichte. Die CDU war damals mit 13,3 Prozent die drittstärkste Kraft, gefolgt von den Linken mit 9,9 Prozent, den Grünen mit 6,3 Prozent und der FDP mit 5,8 Prozent. Dass sich das Blatt nun derart gewendet hat, führen Beobachter auf eine veränderte Stimmungslage in der Bevölkerung zurück. Die Zuspitzung des Wahlkampfes zwischen den beiden großen Blöcken, der SPD und der AfD, hat insbesondere die CDU in eine schwierige Lage gebracht. Die Partei wurde in diesem Duell förmlich zerrieben, wie auch der Bundesvorsitzende Friedrich Merz konstatierte. Zudem spielte die bundespolitische Großwetterlage eine Rolle, da die CDU im Norden nicht von einem entsprechenden Rückenwind profitieren konnte, was letztlich zum historischen Ausscheiden aus dem Landtag führte.

Die Akteure und ihre Reaktionen

Die Reaktionen auf das Wahlergebnis fallen in den betroffenen Parteien sehr unterschiedlich aus. Manuela Schwesig, die SPD-Spitzenkandidatin, zeigte sich im ZDF heute journal erleichtert darüber, dass die AfD ihr Ziel einer absoluten Mehrheit verfehlt hat. Sie betonte, dass eine Mehrheit der Wähler für demokratische Parteien gestimmt habe und sie nun sondieren werde, wie eine stabile Regierung gebildet werden könne. Sie bekräftigte ihren Willen, als Ministerpräsidentin weiterzuarbeiten. Leif-Erik Holm von der AfD räumte ein, dass es für eine Alleinregierung nicht gereicht habe, betonte aber den Erfolg seiner Partei und forderte die anderen Fraktionen zu Gesprächen auf. Der CDU-Landesvorsitzende Daniel Peters muss sich mit dem Ausscheiden seiner Partei auseinandersetzen. Auf Bundesebene äußerte sich Friedrich Merz, der das Ergebnis als „Desaster“ bezeichnete und trotz des Drucks an seinem Reformkurs festhalten will. Auch Alice Weidel, die Bundesvorsitzende der AfD, äußerte sich und bezeichnete ihre Partei als neue Volkspartei, während SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf und andere Parteigrößen über die Notwendigkeit nachdachten, Reformen in der Bundesregierung künftig besser zu kommunizieren.

Einordnung der Wahlergebnisse

Die Bedeutung dieses Wahlausgangs ist für die politische Stabilität des Landes von großer Tragweite. Dass die CDU, eine der traditionellen Volksparteien, den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde nicht geschafft hat, ist ein beispielloser Vorgang in Mecklenburg-Vorpommern. Einzuordnen ist das so, dass die Polarisierung im Wahlkampf die traditionellen Strukturen aufgebrochen hat. Die SPD konnte ihren Status als führende Kraft zwar verteidigen, ist aber durch das Erstarken der AfD in eine schwierige Position geraten. Den Berichten zufolge ist die Regierungsbildung nun komplexer geworden, da die bisherige Koalition aus SPD und Linken keine absolute Mehrheit mehr besitzt. Eine rechnerische Mehrheit wäre zwar durch eine Koalition aus SPD, Linken und Grünen möglich, doch stellt dies die Beteiligten vor neue Herausforderungen bei der inhaltlichen Abstimmung. Die AfD hingegen sieht sich durch ihr Ergebnis in einer gestärkten Rolle, auch wenn die anderen Parteien eine Zusammenarbeit mit ihr kategorisch ausschließen. Die Wahl zeigt somit eine tiefe Spaltung der Wählerschaft, die sich zunehmend von den traditionellen Parteien abwendet und den politischen Rändern oder neuen Bewegungen zuneigt.

Noch offene Fragen zum Prozess

Obwohl die Wahlergebnisse vorliegen, bleiben zahlreiche Fragen für die kommenden Wochen und Monate unbeantwortet. Der Quelltext gibt beispielsweise keinen Aufschluss darüber, welche konkreten inhaltlichen Kompromisse eine mögliche Koalition aus SPD, Linken und Grünen eingehen müsste, um eine stabile Regierung zu bilden. Auch bleibt offen, wie die CDU auf Landesebene mit dem Ausscheiden aus dem Landtag umgehen wird und welche personellen oder strukturellen Konsequenzen sie daraus zieht. Des Weiteren ist unklar, wie die AfD auf die angekündigte Ablehnung der anderen Parteien reagieren wird, Gespräche mit ihr zu führen. Ob die AfD ihre Rolle als stärkste Kraft im Parlament nutzen kann, um die politische Agenda in Schwerin zu beeinflussen, obwohl sie keine Regierungsverantwortung trägt, ist ebenfalls eine offene Frage. Ebenso ist nicht geklärt, wie die Wähler, die sich für das BSW oder andere Parteien entschieden haben, auf die nun anstehenden Koalitionsverhandlungen reagieren werden. Die Lücken in der Berichterstattung betreffen vor allem die internen Strategien der Parteien für die Zeit nach der Wahl und die konkreten Zeitpläne für die Regierungsbildung.

Ausblick auf die kommenden Schritte

Wie es in Schwerin weitergeht, hängt nun von den anstehenden Sondierungsgesprächen ab. Die SPD als zweitstärkste Kraft steht vor der Aufgabe, eine tragfähige Mehrheit zu organisieren. Manuela Schwesig hat bereits angekündigt, Gespräche mit den demokratischen Kräften zu suchen, um eine Regierung zu bilden. Da die bisherige Koalition aus SPD und Linken nicht mehr ausreicht, liegt der Fokus nun auf einer möglichen Dreier-Koalition unter Einbeziehung der Grünen. Wann genau diese Gespräche beginnen und bis zu welchem Zeitpunkt ein Ergebnis erwartet werden kann, ist noch nicht öffentlich kommuniziert worden. Auch die AfD hat angekündigt, ihrerseits Gespräche anzubieten, wobei die anderen Parteien eine Zusammenarbeit bereits im Vorfeld ausgeschlossen haben. Die politische Arbeit im Landtag wird sich in der neuen Legislaturperiode grundlegend verändern, da nur noch vier Parteien im Parlament vertreten sind. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob eine stabile Mehrheit gefunden werden kann oder ob das Land vor einer schwierigen Regierungsbildung steht, die möglicherweise sogar Neuwahlen oder eine Minderheitsregierung als letzte Option in den Raum stellen könnte.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/leerer-regierungssitzungssaal-in-niedersachsen-34672722/ · Foto: Andre
Quelle: https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/landtagswahl-mecklenburg-vorpommern-wahlergebnisse-afd-spd-holm-schwesig-100.html