News aus aller Welt
Start
Köpp disqualifiziert - Linke noch auf Marathon-Strecke
Sport · 15.08.2026 10:04

Köpp disqualifiziert - Linke noch auf Marathon-Strecke

Kurz: Bei der Leichtathletik-EM in Birmingham endete der Medaillentraum für Leo Köpp abrupt, während Christopher Linke im Marathon-Gehen weiter um die Plätze kämpft.

Ein jähes Ende für den Medaillentraum

Bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in Birmingham kam es am Samstagvormittag zu einem dramatischen Zwischenfall im Wettbewerb der Geher. Der 28-jährige deutsche Athlet Leo Köpp, der als einer der großen Hoffnungsträger für einen Podestplatz auf der Halbmarathon-Distanz galt, musste das Rennen vorzeitig beenden. Köpp, der im Vorfeld des Wettbewerbs eine starke Form angedeutet hatte und sich während der ersten Rennhälfte konsequent in der Spitzengruppe behaupten konnte, wurde von den Kampfrichtern aus dem Wettkampf genommen. Die Disqualifikation erfolgte auf dem anspruchsvollen Rundkurs in der Innenstadt von Birmingham, als Köpp gerade auf dem zweiten Platz liegend um die Medaillen kämpfte. Für den Athleten und das deutsche Team kam dieser Ausschluss völlig unerwartet, da er bis zu diesem Zeitpunkt taktisch klug agierte und den führenden Spanier Paul McGrath nicht aus den Augen ließ. Der Vorfall unterstreicht die hohen Anforderungen an die technische Ausführung der Geher-Disziplin, bei der schon kleinste Abweichungen von den strengen Regeln zu einem sofortigen Ausschluss führen können. Für Köpp bedeutete dies das Ende eines langen und intensiven Vorbereitungsprozesses, der auf diesen einen Höhepunkt in Birmingham ausgerichtet war.

Die technischen Details und der Rennverlauf

Der Ausschluss von Leo Köpp wurde durch eine Häufung von vier sogenannten Qualifikationsanträgen ausgelöst, die innerhalb kürzester Zeit von den Kampfrichtern gegen ihn ausgesprochen wurden. Diese Anträge beziehen sich auf den Geh-Stil, der bei internationalen Meisterschaften streng überwacht wird. Der Vorfall ereignete sich bei Kilometer 12 des Halbmarathons. Während Köpp ausschied, sicherte sich der 24-jährige Spanier Paul McGrath den Europameistertitel mit einer Zeit von 1:23:23 Stunden. McGrath, der bereits vor zwei Jahren in Rom auf der 20-km-Distanz den zweiten Platz belegt hatte, verwies Francesco Fortunato (1:23:36 Stunden) und Andrea Cosi (1:23:49 Stunden), beide aus Italien, auf die Plätze zwei und drei. Der zweite deutsche Starter, Frederick Weigel, absolvierte bei seiner EM-Premiere ein kontrolliertes Rennen und überquerte die Ziellinie nach 1:30:04 Stunden auf dem 18. Rang. Bei den Frauen, wo keine deutschen Geherinnen am Start waren, triumphierte die Spanierin Maria Pérez in 1:30:06 Stunden vor der Italienerin Alexandrina Mihai (1:31:04 Stunden) und der Ukrainerin Lyudmila Olyanovska (1:31:07 Stunden). Diese Zahlen verdeutlichen das hohe Niveau und die Leistungsdichte bei den diesjährigen Titelkämpfen.

Der Hintergrund der neuen Distanzen

Die diesjährige Leichtathletik-EM in Birmingham markiert eine Zäsur in der Geschichte der Geher-Wettbewerbe. Erstmals bei einem internationalen Großereignis wurden die Medaillen auf der Halbmarathon- sowie der Marathondistanz vergeben. Diese strukturelle Änderung stellt eine signifikante Abkehr von den traditionellen 20-km- und 50-km-Wettbewerben dar, die über Jahrzehnte das Bild des Gehens prägten. Die Einführung dieser neuen Distanzen erforderte von den Athleten eine Anpassung ihrer gesamten Trainingsplanung und Renntaktik. Da beide Wettbewerbe zudem zeitgleich ausgetragen wurden, war es den Sportlern unmöglich, an beiden Disziplinen teilzunehmen. Dies schränkte die taktischen Optionen für Athleten wie Christopher Linke ein, der einen Doppelstart durchaus in Erwägung gezogen hatte. Die Entscheidung für diese neuen Formate soll das Gehen möglicherweise attraktiver oder kompakter gestalten, stellt jedoch die Verbände und Athleten vor die Herausforderung, sich auf völlig neue Belastungsprofile einzustellen. Die Umstellung ist Teil einer breiteren Entwicklung im internationalen Leichtathletik-Kalender, die darauf abzielt, die Wettbewerbsformate an moderne Anforderungen anzupassen.

Die Akteure im Fokus des Geschehens

Die deutsche Delegation erlebte einen Vormittag der Kontraste. Während Leo Köpp nach seinem Ausschluss tief enttäuscht war, richtet sich alle Aufmerksamkeit nun auf Christopher Linke. Linke, der im Vorfeld als einer der aussichtsreichsten Medaillenkandidaten gehandelt wurde, bestreitet den Marathon. Er konnte sich zur Halbzeit des Rennens auf dem sechsten Rang behaupten, wobei sein Rückstand zur Spitze bei etwa 70 Sekunden lag. Ein weiterer deutscher Starter im Marathon ist Johannes Frenzl, der bei der Halbmarathon-Marke auf dem zehnten Platz lag und einen Rückstand von knapp vier Minuten aufwies. Die deutschen Geherinnen Bianca Dittrich und Ada Junghannß hatten zur Halbzeit des Marathon-Rennens bereits einen deutlichen Rückstand von über neun beziehungsweise zwölf Minuten auf die Spitze. Ein herber Rückschlag war zudem der kurzfristige Ausfall von Karl Junghannß, der seinen Start wegen Problemen am Beuger absagen musste. Junghannß äußerte gegenüber der Sportschau sein Bedauern über die verpasste Chance, da er sich in einer sehr guten körperlichen Verfassung wähnte und die EM-Vorbereitung als äußerst positiv empfunden hatte.

Einordnung der Geschehnisse

Einzuordnen ist das Ausscheiden von Leo Köpp als eine der bittersten Erfahrungen für einen Athleten bei einem Großereignis. Die Disqualifikation im Gehen ist ein ständiges Risiko, das die Sportart prägt, doch das plötzliche Aus nach einer so starken Phase in der Spitzengruppe wiegt besonders schwer. Den Berichten zufolge kam das Ende für Köpp völlig unerwartet, was die psychologische Belastung verdeutlicht. Die Tatsache, dass das Gehen in Birmingham auf neuen Distanzen ausgetragen wird, erhöht zudem den Druck auf die Kampfrichter, da die Athleten noch keine umfassende Routine auf diesen Streckenlängen besitzen. Dass der spanische Athlet Paul McGrath erneut seine Klasse unter Beweis stellen konnte, zeigt, dass die internationale Spitze in dieser Disziplin sehr eng beieinander liegt. Für die deutschen Athleten, insbesondere für Christopher Linke, bedeutet die aktuelle Situation, dass sie unter den Augen der Öffentlichkeit und mit der Last der Erwartungen in einem Feld agieren, das durch die neuen Distanzen unvorhersehbarer geworden ist. Die Verletzung von Karl Junghannß zeigt zudem, wie fragil die körperliche Verfassung der Athleten nach einer intensiven Vorbereitungsphase ist.

Offene Fragen und ungeklärte Sachverhalte

Der vorliegende Bericht lässt einige Aspekte offen, die für ein vollständiges Bild des Wettbewerbs von Bedeutung wären. So wird nicht explizit erläutert, welche spezifischen technischen Fehler Leo Köpp bei den vier Qualifikationsanträgen unterlaufen sind. Es bleibt unklar, ob es sich um den Verlust des Bodenkontakts oder eine mangelnde Streckung des Knies handelte, was für das Verständnis der strengen Regelanwendung hilfreich gewesen wäre. Zudem fehlen detaillierte Informationen über die genauen Wetterbedingungen oder die Beschaffenheit des Rundkurses in Birmingham, die möglicherweise einen Einfluss auf die Geh-Technik der Athleten gehabt haben könnten. Auch über die langfristigen Auswirkungen der neuen Distanzen auf die Gesundheit der Athleten oder die künftige Ausrichtung des Gehens als olympische oder internationale Disziplin gibt der Text keine Auskunft. Die genauen Gründe für die kurzfristige Verletzung von Karl Junghannß bleiben ebenfalls auf die vage Erwähnung von Problemen am Beuger beschränkt, ohne dass eine medizinische Diagnose oder die Dauer der zu erwartenden Ausfallzeit präzisiert wird. Auch der weitere Verlauf des Marathon-Rennens für die deutschen Athleten bleibt zum Zeitpunkt der Berichterstattung offen.

Der weitere Weg der Athleten

Für die verbleibenden deutschen Athleten im Marathon-Gehen steht nun die entscheidende Phase des Rennens an. Christopher Linke und Johannes Frenzl müssen ihre Kräfte auf der zweiten Hälfte der Strecke einteilen, um den Rückstand zur Spitze gegebenenfalls noch zu verkürzen oder ihre Platzierungen zu verteidigen. Für die Geherinnen Bianca Dittrich und Ada Junghannß geht es in der zweiten Rennhälfte primär darum, das Rennen trotz des deutlichen Rückstands erfolgreich zu beenden und wertvolle Erfahrungen auf der neuen Distanz zu sammeln. Der Wettkampftag in Birmingham ist damit jedoch noch lange nicht beendet. Die Leichtathletik-EM bietet am Abend weitere Höhepunkte, darunter die Entscheidungen im Siebenkampf sowie acht weitere Finals, unter anderem im Speerwurf und über die 4x100-Meter-Staffel. Die Verantwortlichen des DLV werden nach Abschluss der Geher-Wettbewerbe eine Bilanz ziehen müssen, wie die Athleten mit den neuen Anforderungen der Halbmarathon- und Marathondistanzen zurechtgekommen sind. Die Fans können die weiteren Entwicklungen über die angebotenen Livestreams und Re-Live-Angebote der Sportschau verfolgen, die eine umfassende Berichterstattung über den gesamten Verlauf der Europameisterschaft sicherstellen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/menschen-stadion-spiel-gucken-12537022/ · Foto: Md Jawadur Rahman
Quelle: https://www.sportschau.de/leichtathletik/em/koepp-disqualifiziert-linke-noch-auf-marathon-strecke,la-em-2026-birmingham-gehen-100.html