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Kinderärzte: Social Media macht junge Menschen "krank und dumm"
Technik · 08.08.2026 13:45

Kinderärzte: Social Media macht junge Menschen "krank und dumm"

Kurz: Kinderärzte warnen vor den gravierenden Folgen von Social Media für die Entwicklung junger Menschen und fordern ein gesetzliches Verbot für Minderjährige.

Alarmierende Beobachtungen aus der Kinderarztpraxis

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) schlägt Alarm: Die Nutzung sozialer Medien durch Minderjährige hat nach Einschätzung von Medizinern ein kritisches Ausmaß erreicht. Jakob Maske, Bundessprecher des Verbandes, berichtet aus seinem Praxisalltag von einer kontinuierlichen Verschärfung der Problematik. Die Beeinflussung durch digitale Plattformen sei so massiv, dass sich junge Menschen ihr kaum noch entziehen könnten. Dies führe dazu, dass die Fähigkeit zur freien Meinungsbildung bei Jugendlichen zunehmend eingeschränkt werde.

Die Mediziner gehen dabei so weit, den Plattformen eine direkte negative Auswirkung auf die psychische und kognitive Entwicklung zuzuschreiben. Laut Maske sei es wissenschaftlich belegt, dass soziale Medien junge Menschen sowohl krank als auch in ihrer intellektuellen Entwicklung beeinträchtigen können.

Kritik am Verhalten der Eltern

Ein zentraler Punkt der Kritik richtet sich an die Erziehungsberechtigten. Laut BVKJ herrscht ein gravierendes Versagen in Bezug auf die Begleitung der Mediennutzung. Der Alltag in Wartezimmern spiegele ein Bild wider, in dem sowohl Eltern als auch Kinder den Blick fast ausschließlich auf ihre Smartphones richten. Selbst bei Kleinkindern sei es mittlerweile zum Trend geworden, diese mit Tablets und Kopfhörern ruhigzustellen.

Der Verband betont, dass Eltern hier in der Pflicht stünden, klare Grenzen zu ziehen und als Vorbild zu agieren. In der Realität scheiterten viele Erwachsene jedoch entweder an der konsequenten Durchsetzung solcher Regeln oder ließen es gar nicht erst zu einer Regulierung kommen.

Politische Debatte um Verbote

Angesichts der zunehmenden Sorgen wächst der politische Druck, gesetzliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Der BVKJ zeigt sich mittlerweile offen für ein generelles Verbot von sozialen Netzwerken für Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 14 Jahren. Die Forderung ist an die Bundesregierung sowie den Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) gerichtet, endlich aktiv zu werden.

Die Argumentation stützt sich dabei auf internationale Entwicklungen:

* **Frankreich:** Als erstes EU-Land wurde bereits ein Social-Media-Verbot für Minderjährige unter 15 Jahren beschlossen.

* **Weitere EU-Staaten:** Länder wie Spanien, Griechenland und Österreich prüfen derzeit ähnliche gesetzliche Altersbeschränkungen.

* **Deutschland:** Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) hat bereits angekündigt, ein solches Verbot auch hierzulande etablieren zu wollen.

Der Weg zu nationalen Regulierungen

Die Forderung der Ärzte zielt darauf ab, dass Deutschland nationale Bedingungen für Plattformbetreiber festlegt. Als Vorbild wird hierbei Großbritannien genannt, wo bereits Maßnahmen zur Regulierung digitaler Angebote getroffen wurden. Aus Sicht des BVKJ geht es bei dieser Debatte nicht nur um den Schutz des Einzelnen, sondern um die langfristige Zukunft der Gesellschaft. Die kommenden Schritte der Politik werden zeigen, ob und wie schnell ein solcher gesetzlicher Schutzraum für Minderjährige in Deutschland realisiert werden kann.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/smartphone-mobiltelefon-handy-instagram-7662060/ · Foto: Szabó Viktor
Quelle: https://www.golem.de/news/kinderaerzte-social-media-macht-junge-menschen-krank-und-dumm-2608-211736.html