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Jetzt im Ticker - die Marathons in Birmingham
Sport · 16.08.2026 08:21

Jetzt im Ticker - die Marathons in Birmingham

Kurz: Bei der Leichtathletik-EM in Birmingham kämpfen die Frauen auf einem anspruchsvollen Rundkurs um die Medaillen. Wir begleiten den Marathon im Liveticker.

Der Startschuss in Birmingham: Ein Marathon unter besonderen Bedingungen

Am siebten Tag der Leichtathletik-Europameisterschaften 2026 steht die Stadt Birmingham ganz im Zeichen des Langstreckenlaufs. Pünktlich um 08:32 Uhr fiel der Startschuss für den Marathon der Frauen, bei dem insgesamt 52 Athletinnen an den Start gingen. Die äußeren Bedingungen präsentierten sich dabei als durchaus herausfordernd, aber für Läuferinnen durchaus angenehm: Bei einer Bewölkung und einer vergleichsweise frischen Temperatur von etwa 13 Grad Celsius begaben sich die Sportlerinnen auf den anspruchsvollen Kurs. Die Strecke in Birmingham ist als fünf Kilometer langer Rundkurs konzipiert, der insgesamt achtmal durchlaufen werden muss, bevor die Läuferinnen in der Fußgängerzone des Stadtzentrums ihr Ziel erreichen. Schon kurz nach dem Beginn des Rennens zeichnete sich ein dynamisches Bild ab, als sich die Favoritinnen des Feldes direkt an die Spitze setzten, um das Tempo zu diktieren und das Feld von Beginn an zu sortieren.

Die frühe Dynamik und das Ausscheren der Spitzenläuferinnen

Die Anfangsphase des Rennens war von einer bemerkenswerten Geschwindigkeit geprägt. Bereits vor Erreichen des ersten Kilometers gelang es der Finnin Alisa Vainio, die als WM-Fünfte mit der besten europäischen Saisonleistung angereist war, gemeinsam mit der Deutschen Fabienne Königstein eine deutliche Lücke zum restlichen Feld zu reißen. Diese Tempoverschärfung ging maßgeblich von Vainio aus. Doch die Konstellation an der Spitze blieb nicht lange stabil. Bereits nach wenigen Kilometern zeigte sich, dass das hohe Tempo der Finnin für Königstein nur schwer zu halten war. Gegen 08:40 Uhr wurde deutlich, dass die Deutsche das Tempo nicht länger mitgehen wollte oder konnte, wodurch beide Läuferinnen fortan als Einzelkämpferinnen agierten. Während Vainio ihre Führungsposition festigte, musste Königstein abreißen lassen und sich auf ihren eigenen Rhythmus konzentrieren, während hinter ihnen eine große Verfolgergruppe versuchte, den Anschluss nicht vollständig zu verlieren.

Der Rennverlauf nach den ersten fünf Kilometern

Nachdem die ersten 5,6 Kilometer absolviert waren, bot sich ein klares Bild des aktuellen Leistungsstandes. Alisa Vainio behauptete ihre Führung, während der Rückstand von Fabienne Königstein bereits auf 18 Sekunden angewachsen war. Noch deutlicher fiel der Abstand für das restliche Feld aus: Eine etwa 20-köpfige Verfolgergruppe, die von der deutschen Läuferin Laura Hottenrott angeführt wurde, lag zu diesem Zeitpunkt bereits 16 Sekunden hinter Königstein. In dieser Gruppe befanden sich weitere Medaillenkandidatinnen, die das Ziel hatten, den Abstand zur Spitze zu minimieren. Die Szenerie an der Chamberlain Clock im Jewellery Quarter bot dabei ein markantes Bild, als die Verfolgerinnen die dort vorbeilaufende Königstein bereits im Blick hatten. Weitere deutsche Starterinnen wie Nina Reuter, Tabea Themann und Katharina Saathoff hatten zu diesem frühen Zeitpunkt bereits mit größeren Abständen zu kämpfen, die sich auf bis zu anderthalb Minuten summierten.

Die personelle Besetzung und die deutschen Ambitionen

Das deutsche Team musste vor dem Rennen einen herben Rückschlag hinnehmen, da die Hoffnungsträgerin Domenika Mayer verletzungsbedingt ihre Teilnahme absagen musste. Infolgedessen ruhten die Erwartungen auf Fabienne Königstein, die in der Meldeliste auf dem vierten Platz geführt wurde und somit als aussichtsreiche Kandidatin für eine vordere Platzierung galt. Neben ihr und der erfahrenen Laura Hottenrott, der die hügelige Charakteristik des Kurses als Bergläuferin entgegenkommen sollte, komplettierten Nina Reuter, Katharina Saathoff und Tabea Themann das deutsche Aufgebot. International richteten sich die Blicke vor allem auf die bereits erwähnte Alisa Vainio aus Finnland sowie auf die Spanierin Fatima Azzahraa Ouhaddou Nafie, die Italienerin Rebeca Lonedo und die polnische Läuferin Aleksandra Lisowska, die als Goldmedaillengewinnerin des EM-Marathons von 2022 als eine der Top-Favoritinnen in das Rennen gestartet war.

Einordnung der sportlichen Ausgangslage

Den Berichten zufolge ist der Rennverlauf in Birmingham als taktisch geprägt einzuordnen. Dass sich zwei Athletinnen bereits so früh vom restlichen Feld absetzen konnten, deutet auf eine hohe Risikobereitschaft der Führenden hin. Die kühlen Temperaturen von 13 Grad sind dabei als durchaus leistungsfördernd für Marathonläuferinnen zu bewerten, da sie die thermische Belastung minimieren. Dass eine Gruppe von 20 Läuferinnen geschlossen agiert, spricht für ein hohes taktisches Bewusstsein im Hauptfeld, bei dem sich die Athletinnen gegenseitig Windschatten bieten, um Kräfte für die zweite Rennhälfte zu sparen. Die Tatsache, dass die deutsche Hoffnung Fabienne Königstein bereits nach wenigen Kilometern den Anschluss an die Spitze verlor, könnte ein Indiz dafür sein, dass das von Vainio angeschlagene Tempo über dem Durchschnitt der Konkurrenz lag. Die Entwicklung der nächsten Runden wird zeigen, ob die Verfolgergruppe in der Lage ist, die Lücke zu schließen oder ob die Entscheidung über die Medaillen bereits in der frühen Phase des Rennens durch die Flucht nach vorne eingeleitet wurde.

Offene Fragen zum weiteren Rennverlauf

Der aktuelle Stand lässt einige Fragen offen, die erst im weiteren Verlauf des Vormittags beantwortet werden können. So bleibt unklar, wie die Kräfteverhältnisse nach der Hälfte der Distanz aussehen werden, wenn die Ermüdung auf dem kurvenreichen Kurs zunimmt. Ob Alisa Vainio ihr hohes Tempo über die gesamte Distanz von 42,195 Kilometern halten kann oder ob sie für ihren frühen Vorstoß einen hohen Tribut zahlen muss, ist derzeit noch nicht absehbar. Ebenso ist offen, wie die Verfolgergruppe um Laura Hottenrott taktisch agieren wird: Werden sie versuchen, das Tempo gemeinsam zu verschärfen, um Königstein einzuholen und die Lücke zu Vainio zu schließen, oder wird die Gruppe im weiteren Verlauf des Rennens auseinanderbrechen? Auch die Auswirkungen der hügeligen Streckenabschnitte auf die verschiedenen Läuferinnentypen – insbesondere im Vergleich zwischen den Spezialistinnen für flache Kurse und den Bergläuferinnen – bleiben ein entscheidender Faktor, der erst in den kommenden Runden geklärt werden wird.

Der Ausblick auf das weitere Programm des Tages

Der Marathon der Frauen bildet lediglich den Auftakt zu einem ereignisreichen siebten EM-Tag. Direkt im Anschluss an die Frauen gehen die Männer auf die Strecke, um ihren Sieger zu ermitteln. Insgesamt stehen am heutigen Sonntag noch zehn Entscheidungen auf dem Programm. Der Abend verspricht weitere sportliche Höhepunkte: Ab 20:15 Uhr steht der Stabhochsprung mit Armand Duplantis im Mittelpunkt, gefolgt vom Speerwurf der Frauen, dem Weitsprung mit der Titelverteidigerin Malaika Mihambo und der Premiere der 4x100-Meter-Mixed-Staffel. Auch die 3000 Meter Hindernis, die 1500 Meter der Frauen sowie die 4x400-Meter-Staffeln werden für Spannung sorgen. Die Athletinnen und Athleten sind gefordert, da heute keine Ruhepause vorgesehen ist, sondern das Tempo im Vergleich zu den Vortagen noch einmal deutlich angezogen wird, um die Medaillenentscheidungen unter Dach und Fach zu bringen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/menschen-stadion-spiel-gucken-12537018/ · Foto: Md Jawadur Rahman
Quelle: https://www.sportschau.de/live-und-ergebnisse/leichtathletik/eaa-europameisterschaft/event-konferenz-ticker/dn2026-08-16/