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Jeder achte Erwachsene setzt auf Kryptowährungen
Schlagzeilen · 04.08.2026 14:01

Jeder achte Erwachsene setzt auf Kryptowährungen

Kurz: Rund 12,8 Prozent der Erwachsenen in Deutschland investieren in Kryptowährungen. Eine aktuelle Umfrage beleuchtet die Demografie und die politischen Risiken.

Verbreitung digitaler Vermögenswerte in Deutschland

Der Markt für Kryptowährungen ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen, auch wenn die Begeisterung keineswegs flächendeckend ist. Einer repräsentativen Erhebung des Meinungsinstituts YouGov im Auftrag der Beratungsfirma BearingPoint zufolge halten aktuell rund 12,8 Prozent der volljährigen Bevölkerung in Deutschland digitale Währungen. Das entspricht in absoluten Zahlen etwa neun Millionen Menschen.

Neben den aktiven Anlegern gibt es eine weitere Gruppe: Knapp fünf Prozent der Befragten gaben an, in der Vergangenheit bereits Kryptowährungen besessen zu haben, sich jedoch mittlerweile wieder vom Markt zurückgezogen zu haben. Zudem zeigt sich ein potenzielles Interesse bei weiteren 7,9 Millionen Menschen, die zwar aktuell keine Coins halten, einen Einstieg in die Anlageklasse jedoch nicht ausschließen.

Demografische Unterschiede bei den Anlegern

Das Profil der Krypto-Anleger in Deutschland ist ungleich verteilt. Die Daten zeigen eine deutliche Präferenz bei jüngeren Männern. Während der Anteil der Männer mit Krypto-Beständen bei 18,8 Prozent liegt, sind es bei den Frauen lediglich 7,2 Prozent. Auch das Alter spielt eine entscheidende Rolle: In der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen ist fast jeder Dritte (28,4 Prozent) in digitalen Währungen investiert. Mit zunehmendem Alter sinkt das Interesse deutlich; bei den über 55-Jährigen spielen Kryptowährungen kaum noch eine nennenswerte Rolle.

Was die Wahl der Assets betrifft, bleibt der Bitcoin der unangefochtene Marktführer. Etwa drei Viertel der Anleger (74,6 Prozent) führen die Ur-Kryptowährung in ihrem Portfolio.

Skepsis und Risikowahrnehmung

Trotz der wachsenden Nutzerzahlen bleibt eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung den digitalen Währungen gegenüber distanziert. Rund 67,4 Prozent der Erwachsenen besitzen keine Kryptowährungen und lehnen dies auch für die Zukunft kategorisch ab.

Das Bewusstsein für die Gefahren ist dabei weit verbreitet. Nur eine kleine Minderheit von rund fünf Prozent betrachtet Kryptowährungen als sicheren Hafen in wirtschaftlich unsicheren Zeiten. Stattdessen überwiegt die Einschätzung, dass es sich um hochspekulative Produkte handelt – ein Urteil, das nicht nur von der breiten Masse, sondern auch von etwa 38 Prozent der aktiven Krypto-Anleger selbst geteilt wird. Diese Vorsicht ist begründet: Neben der hohen Volatilität – der Bitcoin-Kurs hat sich nach einem Rekordhoch im vergangenen Herbst zeitweise halbiert – warnen Experten auch vor kriminellen Aktivitäten, wie etwa Betrugsmaschen, bei denen Anleger durch vorgetäuschte Vertrauensverhältnisse um ihr Kapital gebracht werden.

Politische Vorhaben zur Besteuerung

Zusätzlich zur Marktdynamik sorgt die Politik für Verunsicherung unter Anlegern. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) plant eine Anpassung der steuerlichen Rahmenbedingungen für digitale Währungen. Bisher gilt für Kryptowährungen eine Regelung, die sie mit Sachwerten wie Gold, Kunst oder Oldtimern gleichsetzt: Gewinne aus Veräußerungen sind nach einer Haltedauer von mehr als einem Jahr steuerfrei. Bei kürzerer Haltedauer wird der persönliche Einkommensteuersatz angewendet.

Die Pläne des Finanzministers sehen vor, diese einjährige Haltefrist abzuschaffen. Künftig sollen Gewinne aus Kryptowährungen analog zu Aktienerlösen mit einer pauschalen Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer belegt werden.

Ob diese Pläne umgesetzt werden, bleibt abzuwarten. Es sind noch zahlreiche Details ungeklärt, insbesondere hinsichtlich möglicher Übergangsregelungen. Zudem ist offen, ob das Vorhaben im Parlament eine Mehrheit finden wird, da die Zustimmung des Koalitionspartners CDU/CSU noch aussteht.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/schwarz-und-weiss-schwarzweiss-strasse-poster-10959588/ · Foto: Christina Watkins
Quelle: https://www.zdfheute.de/wirtschaft/krypto-anleger-waehrung-bitcoin-steuern-risiko-100.html