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Jeddah Tower: Saudischer Megawolkenkratzer halb fertig
Technik · 13.08.2026 11:21

Jeddah Tower: Saudischer Megawolkenkratzer halb fertig

Kurz: Der Jeddah Tower in Saudi-Arabien wächst: Mit 430 Metern Höhe ist das Megaprojekt nun zu 43 Prozent fertiggestellt und strebt den Weltrekord an.

Ein Meilenstein in der Wüste: Der Jeddah Tower wächst

In der saudi-arabischen Hafenstadt Dschidda nimmt eines der ambitioniertesten Bauvorhaben der modernen Architektur konkrete Formen an. Der Jeddah Tower, ein Megawolkenkratzer, der bei seiner Fertigstellung die magische Marke von 1.000 Metern Höhe durchbrechen soll, hat einen bedeutenden Fortschritt erzielt. Wie aktuelle Berichte vom 13. August 2026 bestätigen, hat das Bauwerk inzwischen eine Höhe von 430 Metern erreicht. Damit ist das Projekt, das als künftiger Anwärter auf den Titel des höchsten Gebäudes der Welt gehandelt wird, zu 43 Prozent fertiggestellt. Während der aktuelle Rekordhalter, der Burj Khalifa in Dubai, mit seinen 828 Metern seit Jahren die Skyline dominiert, zielt Saudi-Arabien mit diesem Bauwerk darauf ab, die globale Rangliste der Wolkenkratzer neu zu definieren. Der Bauprozess ist ein komplexes Unterfangen, das nicht nur durch seine schiere Höhe besticht, sondern auch durch die architektonische Vision einer nadelförmigen Spitze, die nach der Vollendung weit in den Himmel ragen soll. Die Baustelle in Dschidda ist somit ein zentraler Punkt für Ingenieure und Architekten weltweit, die den Fortschritt dieses gigantischen Unterfangens genau beobachten.

Technische Details und architektonische Dimensionen

Die Dimensionen des Jeddah Towers sind beeindruckend und stellen die beteiligten Ingenieure vor enorme technische Aufgaben. Aktuell verfügt der Turm über 107 fertiggestellte Stockwerke. Nach der geplanten Vollendung soll diese Zahl auf insgesamt 157 Etagen anwachsen. Um ein Gebäude dieser Größenordnung sicher zu errichten, waren umfangreiche Vorbereitungen im Fundamentbereich notwendig. Insgesamt wurden 270 Bohrpfähle bis zu einer Tiefe von 105 Metern in den Boden getrieben, um die gewaltigen Lasten des Bauwerks dauerhaft zu tragen. Die statische Stabilität ist dabei eine der größten Herausforderungen, insbesondere aufgrund der extremen Windlasten, die in einer Höhe von einem Kilometer auf die Fassade und die tragende Struktur einwirken. Das Design des Turms, das unter anderem von dem renommierten amerikanischen Architekturbüro Adrian Smith + Gordon Gill stammt, sieht eine spezielle Form vor, um diesen Kräften entgegenzuwirken. Die Kombination aus massiver Fundamentierung und einer aerodynamischen Gestaltung soll sicherstellen, dass der Wolkenkratzer trotz seiner außergewöhnlichen Höhe den klimatischen Bedingungen vor Ort dauerhaft standhält.

Eine bewegte Geschichte: Von der Planung bis zur Wiederaufnahme

Der Weg zum heutigen Baufortschritt war keineswegs geradlinig. Die Geschichte des Jeddah Towers ist geprägt von Verzögerungen und politisch-wirtschaftlichen Turbulenzen. Der offizielle Baubeginn datiert auf den 1. April 2013, doch bereits kurz nach dem Start geriet das Projekt in einen Zeitplan, der weit hinter den ursprünglichen Erwartungen zurückblieb. Ursprünglich war die Fertigstellung bereits für das Ende des Jahres 2016 vorgesehen. Diese Zielsetzung erwies sich jedoch als unrealistisch. Ein massiver Einschnitt erfolgte Ende 2017, als die Bauarbeiten aufgrund von Korruptionsvorwürfen gegen die Haupteigner des Projekts vollständig zum Erliegen kamen. Über Jahre hinweg blieb es ruhig um die Baustelle, was zu Spekulationen über das endgültige Scheitern des Vorhabens führte. Erst im Jahr 2024 kam es zur entscheidenden Wende: Die Arbeiten wurden wieder aufgenommen und seitdem kontinuierlich fortgesetzt. Im Vergleich zu anderen groß angelegten saudischen Bauprojekten, wie etwa der futuristischen Stadtplanung von „The Line“ oder dem würfelförmigen Bauprojekt „Mukaab“, zeigt sich beim Jeddah Tower nun eine positive Dynamik, die das Vertrauen in die Vollendung des Turms stärkt.

Die Akteure hinter dem Megaprojekt

Das Projekt Jeddah Tower ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit verschiedener internationaler und lokaler Akteure. Das Architekturbüro Adrian Smith + Gordon Gill zeichnet für die architektonische Gestaltung verantwortlich und hat die Aufteilung der verschiedenen Nutzungsbereiche innerhalb des Turms konzipiert. Die Nutzung des Gebäudes ist vielfältig geplant: In den unteren Etagen, konkret zwischen dem 7. und 14. Stockwerk, sollen großzügige Büroflächen entstehen, die modernen Arbeitsanforderungen gerecht werden. Ein weiterer wichtiger Partner ist die Luxushotelkette Four Seasons, die die Etagen 20 bis 26 beziehen wird. Hier sind etwa 200 Hotelzimmer vorgesehen, die Gästen einen exklusiven Aufenthalt in luftiger Höhe ermöglichen sollen. Zudem ist eine sogenannte Sky-Lobby auf den Stockwerken 42 und 43 geplant, die als zentraler Knotenpunkt innerhalb des Turms fungieren wird. In den oberen Etagen des Gebäudes sind exklusive Wohnflächen vorgesehen, die den Jeddah Tower zu einem vertikalen Stadtviertel machen sollen. Die Beteiligung solch renommierter Partner unterstreicht den Anspruch, den der Turm sowohl in ästhetischer als auch in funktionaler Hinsicht erhebt.

Einordnung der aktuellen Situation

Einzuordnen ist der aktuelle Baufortschritt als ein Signal der Beständigkeit. Nachdem das Projekt jahrelang als Paradebeispiel für ein stagnierendes Megaprojekt galt, beweist die Wiederaufnahme der Arbeiten im Jahr 2024 die Entschlossenheit der Verantwortlichen, das Ziel der 1.000-Meter-Marke zu erreichen. Den Berichten zufolge ist die Erreichung von 430 Metern Höhe ein psychologisch wichtiger Punkt, da das Gebäude nun fast die Hälfte seiner geplanten Endhöhe erreicht hat. Die technologische Herausforderung, die Windlasten in dieser Höhe zu beherrschen, bleibt jedoch ein zentrales Thema der Ingenieurskunst. Dass das Projekt trotz der globalen Konkurrenz durch andere saudische Großprojekte weiterverfolgt wird, deutet darauf hin, dass der Jeddah Tower weiterhin eine hohe Priorität innerhalb der nationalen Entwicklungsstrategie genießt. Die Tatsache, dass die Arbeiten nun stetig voranschreiten, unterscheidet den Turm von anderen Projekten, die derzeit mit deutlich größeren Unsicherheiten kämpfen oder deren Status unklar bleibt. Es handelt sich somit um ein Bauwerk, das nicht nur durch seine Höhe, sondern auch durch seine Widerstandsfähigkeit gegen externe Krisen auffällt.

Offene Fragen und verbleibende Unbekannte

Trotz der detaillierten Informationen über den aktuellen Stand des Jeddah Towers bleiben wesentliche Fragen unbeantwortet. Der Quelltext enthält beispielsweise keine Informationen über ein neues, verbindliches Datum für die endgültige Fertigstellung des Gebäudes. Zwar wird der Baufortschritt dokumentiert, doch wann die letzten Stockwerke fertiggestellt werden und die Eröffnung stattfinden kann, bleibt offen. Ebenso fehlen Angaben zu den aktuellen Gesamtkosten des Projekts, die nach den langen Unterbrechungen und den technischen Anpassungen vermutlich deutlich von den ursprünglichen Kalkulationen abweichen dürften. Auch über die genaue Finanzierungsstruktur, die nach den Korruptionsvorwürfen gegen die Haupteigner im Jahr 2017 neu geordnet werden musste, gibt der aktuelle Stand keine Auskunft. Zudem bleibt unklar, welche spezifischen Sicherheitsvorkehrungen für die Nutzung der oberen Stockwerke getroffen wurden, um den Brandschutz und die Evakuierung in einer Höhe von über 800 Metern zu gewährleisten. Diese Lücken in der Berichterstattung lassen Raum für Spekulationen über die wirtschaftliche Rentabilität und die langfristige technische Wartung eines solch extremen Bauwerks, das weit über die bisherigen Erfahrungen im Hochhausbau hinausgeht.

Ausblick auf die kommenden Bauphasen

Wie es weitergeht, hängt nun maßgeblich von der Kontinuität der Bauarbeiten ab. Nachdem die Wiederaufnahme im Jahr 2024 erfolgreich vollzogen wurde, liegt der Fokus der kommenden Monate und Jahre auf der weiteren vertikalen Expansion. Da das Gebäude aktuell 107 Stockwerke umfasst und das Ziel bei 157 Stockwerken liegt, stehen noch wesentliche Phasen des Rohbaus bevor, bevor der Innenausbau und die Installation der technischen Gebäudeausrüstung in den oberen Bereichen beginnen können. Die Fertigstellung der Sky-Lobby sowie die Einrichtung der Hotelbereiche der Four Seasons-Kette werden als nächste Meilensteine erwartet. Es bleibt abzuwarten, ob die Baugeschwindigkeit beibehalten werden kann, um den ehrgeizigen Plan einer 1.000-Meter-Spitze zu realisieren. Offizielle Ankündigungen zu weiteren Etappenzielen oder Zeitplänen für die Inbetriebnahme der verschiedenen Nutzungsbereiche stehen derzeit noch aus. Die Baustelle in Dschidda bleibt somit ein dynamischer Ort, an dem die Grenzen des technisch Machbaren kontinuierlich neu ausgelotet werden, während die Weltöffentlichkeit auf den Moment wartet, in dem der Jeddah Tower offiziell den Titel des höchsten Gebäudes der Welt für sich beanspruchen kann.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/skyline-von-kuwait-stadt-mit-moderner-architektur-36333270/ · Foto: Optical Chemist
Quelle: https://www.golem.de/news/jeddah-tower-saudischer-megawolkenkratzer-halb-fertig-2608-211837.html