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Infantino und Grafström kriechen gemeinsam zu Kreuze
Sport · 06.08.2026 00:14

Infantino und Grafström kriechen gemeinsam zu Kreuze

Kurz: Nach internen Spannungen und Kritik an einem gescheiterten Investorendeal haben FIFA-Präsident Infantino und Generalsekretär Grafström ein Krisentreffen absolvi

Ein Zeichen der Einigkeit in Marokko

Die FIFA-Führung hat auf ein Krisentreffen in Marokko reagiert, um die zuletzt deutlich gewordenen internen Spannungen zu beenden. FIFA-Präsident Gianni Infantino und Generalsekretär Mattias Grafström haben in einem gemeinsamen Schreiben an die Council-Mitglieder und Vizepräsidenten Fehler eingeräumt. Dieser Schritt folgt auf eine Phase, in der die interne Kritik an der Verbandsspitze, insbesondere an Infantino, öffentlich wahrnehmbar war.

Das Dokument, das der Sportschau vorliegt, markiert eine deutliche Kehrtwende in der Kommunikation zwischen den beiden Führungspersonen. Noch kurz zuvor hatte sich Grafström in einem internen Schreiben von Infantino distanziert und die Ereignisse rund um das Projekt „FIFA Forward Enterprise“ (FFE) als „verwerflich“ bezeichnet. Nun jedoch betonen beide Seiten ihre gegenseitige Unterstützung.

Aufarbeitung des gescheiterten Investorendeals

Im Zentrum der Kontroverse stand die geplante Ausgründung einer Tochterfirma namens FIFA Forward Enterprise. Der geplante Verkauf von Anteilen an dieser Firma stieß auf massiven Widerstand, da sowohl das FIFA-Council als auch hochrangige Berater und Mitarbeiter in die Entscheidungsprozesse nicht ausreichend eingebunden wurden. Infantino und Grafström räumten nun ein, dass es nicht die Absicht gewesen sei, die Mitgliedsorganisationen vom Prozess auszuschließen.

Die offizielle Entschuldigung umfasst sowohl die ursprüngliche Planung als auch das Verhalten nach dem Bekanntwerden der Pläne durch Medienberichte. Um den Vorfall aufzuarbeiten, ist eine interne Überprüfung angekündigt worden. Die Ergebnisse dieser Untersuchung sollen dem FIFA-Council bei der nächsten Sitzung vorgelegt werden.

Offensive Haltung gegenüber Kritikern

Trotz der Entschuldigung schlägt die FIFA-Spitze auch aggressive Töne an. Da das FFE-Projekt offiziell als beendet gilt, kündigten Infantino und Grafström an, zukünftige Angriffe auf die Integrität und die Führung des Verbandes nicht länger hinnehmen zu wollen. Man werde erforderliche Maßnahmen ergreifen, um den Ruf der Organisation zu schützen. Diese Ankündigung kann als Warnung an interne und externe Kritiker verstanden werden, die den Präsidenten in den vergangenen Tagen scharf angegriffen hatten.

Stabilität statt Rücktritt

Die Spekulationen über einen möglichen Rücktritt von Gianni Infantino, die aufgrund der massiven Kritik – unter anderem durch den ehemaligen Gegenspieler Prinz Ali bin al-Hussein – aufgekommen waren, scheinen derzeit gegenstandslos. Infantino unterstrich seine Position durch eine öffentliche Inszenierung: Auf Instagram veröffentlichte er ein Bild mit Grafström, das eine geschlossene Front suggeriert.

Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass es Infantino gelungen ist, seinen Generalsekretär wieder auf Linie zu bringen. Damit festigt er vorerst seine Machtbasis, auch wenn die Organisation weiterhin mit den Folgen der internen Unruhen und der Kritik an der Führungsweise des Präsidenten zu kämpfen hat. Die nächsten Schritte der FIFA hängen nun maßgeblich davon ab, wie das Council den angekündigten Bericht zur Aufarbeitung des Investorendeals bewerten wird.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/fussballmannschaft-trainiert-auf-dem-feld-mit-fokus-auf-den-ball-30726604/ · Foto: Omar Ramadan
Quelle: https://www.sportschau.de/fussball/infantino-und-grafstroem-kriechen-gemeinsam-zu-kreuze,fifa-infantino-krisentreffen-grafstroem-100.html