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In Salzburgs Galerien: Spielfreude zur Festspielzeit
Kultur · 07.08.2026 18:22

In Salzburgs Galerien: Spielfreude zur Festspielzeit

Kurz: Während der Salzburger Festspiele verwandelt sich die Stadt in ein Zentrum für zeitgenössische Kunst. Ein Rundgang durch die vielfältigen Galerieausstellungen.

Kunst trifft Festspielatmosphäre

Wenn die Salzburger Festspiele das kulturelle Leben der Stadt bestimmen, ziehen die lokalen Galerien und Kunstinstitutionen nach. Während der Sommermonate verwandelt sich Salzburg in einen Schauplatz für anspruchsvolle Ausstellungen, die weit über das musikalische Programm hinausgehen. Von raumgreifenden Installationen bis hin zu intimer Malerei bietet die Stadt ein breites Spektrum an zeitgenössischer Kunst.

Zwischen Spieltrieb und Tiefgang

In der Elektrohalle Rhomberg steht derzeit die Arbeit von Philip Emde im Fokus. Der Künstler, dessen Leidenschaft für Stofftiere eine zentrale Rolle in seinem Schaffen einnimmt, nutzt diese als Motive für eine pastose und ausdrucksstarke Malerei. Seine „Ateliergenossen“ – darunter Tiger, Elefanten und Frösche – dienen ihm als Mittel zur Welterfahrung. Eine Metallkonstruktion in der Halle, auf der Affenfiguren turnen, unterstreicht den spielerischen Ansatz, der jedoch bewusst auf sentimentale oder bizarre Untertöne verzichtet.

Körper, Raum und Metaphysik

Der Großgalerist Thaddaeus Ropac bespielt gleich zwei Standorte. In Schallmoos widmet er sich dem Künstler Not Vital, dessen surrealistische Arbeiten sich intensiv mit dem menschlichen Körper auseinandersetzen. Seine Selbstporträts, die durch zusätzliche Ohren oder Nasen verfremdet werden, sowie Marmor-Skulpturen, die an innere Ohrgewinde erinnern, thematisieren die Wahrnehmung von Umwelt und Identität.

Im Hauptsitz der Galerie, der Villa Kast, sind neue Gemälde von Sean Scully aus der Serie „Wall of Light“ zu sehen. Inspiriert von Licht- und Schattenspielen an Maya-Ruinen, arbeitet Scully mit breiten Pinselstrichen, die an farbige Mauerwerke erinnern. Für den Künstler ist die Wand nicht länger eine Barriere, sondern ein transformatives, metaphysisches Element.

Illusionsmaschinen und atmosphärische Landschaften

Die Galerie Nikolaus Ruzicska präsentiert den Bühnenbildner Philipp Fürhofer. Seine sogenannten „Illusionsmaschinen“ – Bildkästen, die durch den Einsatz von LED-Röhren, Spionspiegeln und Hinterglasmalerei Szenenwechsel ermöglichen – spiegeln die Flüchtigkeit des Theaters wider.

Einen anderen Fokus setzt die Galerie Welz mit Peter Krawagna. Seine Landschaftsmalerei, die atmosphärische Stimmungen in zarte Kompositionen übersetzt, wird durch Bronzeplastiken von Andreas Urteil ergänzt. Urteil, ein Schüler von Fritz Wotruba, ist für seine reduzierten „Knorpelfiguren“ bekannt.

Klang, Zeit und politische Satire

Bei Mario Mauroner trifft die Malerei von Mojé Assefjah, die mit Eitempera und dynamischen Farbschlingen arbeitet, auf die Skulpturen von Koloman Wagner. Wagner, der physikalische Konzepte wie das Raum-Zeit-Kontinuum in Holz- und Steinschichtungen übersetzt, verbindet in seinen Werken Musikpartituren mit räumlicher Bewegung.

Politisch wird es hingegen in der Peter Frey Gallery: Eugenio Merino nutzt seine Kunst für beißende Satire. In einer Installation lässt er eine Spülmaschine laufen, die mit Tellern bestückt ist, welche die Porträts der weltweit reichsten Personen zeigen. Zudem thematisiert er die Menschenrechte, indem er diese in Schuhsohlen graviert – ein Kommentar zum Umgang mit gesellschaftlichen Werten.

Öffentliche Räume und institutionelle Höhepunkte

Neben den privaten Galerien setzen auch die öffentlichen Institutionen Akzente. Das Museum der Moderne auf dem Mönchsberg würdigt das Spätwerk von Georg Baselitz, während das Rupertinum frühe grafische Arbeiten zeigt. Auf dem Residenzplatz sind zudem monumentale Bronze-Opernfiguren von Stephan Balkenhol zu sehen, die nach der Ausstellung in die Sammlung Würth übergehen werden.

Die Ausstellungen sind mehrheitlich bis mindestens Ende August zugänglich und unterstreichen die Bedeutung Salzburgs als lebendigen Ort für den zeitgenössischen Kunstdiskurs.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/eine-statue-einer-frau-vor-einem-gebaude-28377075/ · Foto: MuffinLand
Quelle: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunstmarkt/aktuelle-kunst-in-den-salzburger-galerien-zur-festspielzeit-201093470.html