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Hunters Gathering: Sony streicht Live-Service aus Horizon-Spiel
Technik · 21.08.2026 11:28

Hunters Gathering: Sony streicht Live-Service aus Horizon-Spiel

Kurz: Sony vollzieht bei Horizon Hunters Gathering eine Kehrtwende: Das geplante Live-Service-Konzept wird gestrichen, das Spiel soll nun ein Koop-Titel werden.

Was geschehen ist: Die Kehrtwende bei einem Prestigeprojekt

Sony hat bei einem seiner ambitioniertesten Videospielprojekte eine drastische Kurskorrektur vollzogen. Wie aus Berichten hervorgeht, wird das in Entwicklung befindliche Spiel „Horizon Hunters Gathering“ grundlegend umgestaltet. Das Unternehmen reagiert damit auf enttäuschende Rückmeldungen aus internen und externen Testphasen, die das ursprüngliche Konzept des Spiels als Live-Service-Titel massiv infrage stellten. Anstatt wie geplant ein langfristig angelegtes Online-Spiel mit fortlaufenden Inhalten zu veröffentlichen, soll das Projekt nun in ein Koop-Spiel mit einem dedizierten Storymodus umgewandelt werden. Diese Entscheidung markiert einen bedeutenden Einschnitt in der Strategie des Publishers, der in den vergangenen Jahren versucht hat, verstärkt im Bereich der dauerhaften Online-Dienste Fuß zu fassen. Die Umgestaltung des Spiels, die bereits seit Juni 2026 aktiv vorangetrieben wird, umfasst zudem eine Reduzierung des gesamten Projektumfangs. Ob das Spiel in seiner neuen Form überhaupt den Weg in die Verkaufsregale finden wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht final entschieden, da das Entwicklerstudio Guerrilla Games unter einem hohen Erfolgsdruck steht.

Die Einzelheiten: Testergebnisse und der neue Kurs

Die Entscheidung zur Neuausrichtung basiert auf konkreten Daten aus Testreihen, die Guerrilla Games sowohl intern als auch mit ausgewählten Spielern durchgeführt hat. Besonders die zweite Testphase im Mai 2026 lieferte demnach vernichtende Ergebnisse, die Sony dazu veranlassten, die Reißleine zu ziehen. Das ursprüngliche Konzept sah vor, dass drei Spieler gemeinsam in der Welt von Horizon Maschinen jagen, Beute sammeln und ihre Charaktere über einen langen Zeitraum hinweg weiterentwickeln. Dieses Modell, das erst im Februar 2026 offiziell für die Playstation 5 und den PC angekündigt worden war, wird nun zugunsten eines kooperativen Spielerlebnisses mit einer stärkeren erzählerischen Komponente aufgegeben. Berichten zufolge ist die Situation bei Guerrilla Games so angespannt, dass bereits ein Teil des ursprünglichen Teams anderen Projekten zugewiesen wurde. Die verbleibenden Entwickler haben nun bis Dezember 2026 Zeit, Sony von der Qualität des neuen Konzepts zu überzeugen. Sollte dies nicht gelingen, droht dem Projekt das Aus, ähnlich wie es bereits bei anderen großen Marken des Konzerns der Fall war.

Hintergrund: Die schwierige Suche nach dem nächsten Hit

Die Entwicklung von „Horizon Hunters Gathering“ ist eingebettet in eine jahrelange, von Sony forcierte Live-Service-Offensive. Der Konzern strebte danach, neben seinen hochgelobten Einzelspieler-Erfahrungen eine zweite Säule aus dauerhaft erfolgreichen Onlinespielen zu etablieren. Dieser Weg erwies sich jedoch als äußerst steinig. Das Spiel „Concord“, das im Jahr 2024 startete, musste nach einem katastrophalen Markteintritt bereits wieder eingestellt werden. Auch für andere bekannte Marken wie „The Last of Us“, „God of War“ und „Spider-Man“ waren Live-Service-Projekte geplant, die jedoch allesamt aufgegeben wurden. Bislang konnte lediglich „Helldivers 2“ als echter Erfolg verbucht werden. Auch der Titel „Marathon“ von Bungie kämpft mit Schwierigkeiten: Nach einem vielversprechenden Start mit fast 88.000 gleichzeitig aktiven Spielern auf Steam sind die Nutzerzahlen mittlerweile auf wenige Tausend gesunken. „Marvel Tōkon – Fighting Souls“ erzielt zwar ordentliche Kritiken, leidet jedoch unter technischen Problemen auf dem PC und erreicht mit geschätzten 485.000 Verkäufen in der ersten Woche bisher keinen Status als Blockbuster.

Die Beteiligten: Akteure und betroffene Projekte

Im Zentrum der Entwicklungen steht das Studio Guerrilla Games, das für die „Horizon“-Reihe verantwortlich zeichnet. Die Berichte über die Umstrukturierung gehen auf den Journalisten Jason Schreier zurück, der sich auf mit den Plänen vertraute Personen beruft. Sony als Mutterkonzern fungiert als der entscheidende Akteur, der die strategische Ausrichtung vorgibt und die finanziellen sowie personellen Ressourcen kontrolliert. Während das Team hinter „Hunters Gathering“ nun um das Überleben des Projekts kämpft, gibt es Auswirkungen auf andere Bereiche des Studios: Die Arbeiten am nächsten klassischen Einzelspieler-Titel der „Horizon“-Serie sind offenbar ins Hintertreffen geraten. Einem vergleichsweise kleinen Team fehlt es derzeit an Kapazitäten, weshalb der Nachfolger von „Horizon Forbidden West“ noch mehrere Jahre auf sich warten lassen wird. Die interne Dynamik bei Guerrilla Games ist somit stark durch die Priorisierung der Live-Service-Versuche geprägt, was nun direkte Auswirkungen auf das gesamte Portfolio des Studios hat.

Einordnung: Warum diese Entscheidung so schwer wiegt

Einzuordnen ist das so: Sony befindet sich in einer Phase der strategischen Neufindung. Die Entscheidung, „Hunters Gathering“ umzubauen, zeigt, dass das Unternehmen bereit ist, hohe Entwicklungskosten in Kauf zu nehmen, um eine Veröffentlichung von qualitativ minderwertigen oder bei der Zielgruppe unbeliebten Titeln zu verhindern. Den Berichten zufolge ist die Stimmung bei Sony nach den gescheiterten Versuchen, den Live-Service-Markt zu dominieren, deutlich vorsichtiger geworden. Dass ein so prominent angekündigtes Projekt wie „Hunters Gathering“ kurz nach der offiziellen Ankündigung im Februar 2026 bereits wieder in seinen Grundfesten erschüttert wird, verdeutlicht den enormen Druck, unter dem die Entwickler stehen. Es zeigt auch, dass die „Horizon“-Marke, die bisher als Aushängeschild für hochwertige Singleplayer-Erfahrungen galt, durch die Experimente im Online-Bereich in eine schwierige Lage geraten ist. Die Ressourcenbindung für das Live-Service-Projekt hat die Entwicklung des nächsten großen Einzelspieler-Abenteuers spürbar verlangsamt, was bei Fans der Reihe für Unmut sorgen könnte.

Offene Fragen: Was wir noch nicht wissen

Der Quelltext lässt einige wesentliche Fragen unbeantwortet, die für die Zukunft des Projekts entscheidend sein dürften. Zunächst bleibt unklar, wie genau die neue Koop-Struktur mit Storymodus inhaltlich aussehen soll und inwieweit die bisherigen technischen Grundlagen des Spiels für das neue Konzept weiterverwendet werden können. Auch ist nicht bekannt, wie groß das Team ist, das aktuell noch an „Hunters Gathering“ arbeitet, nachdem bereits Mitarbeiter abgezogen wurden. Eine weitere Lücke betrifft die finanzielle Komponente: Es wird nicht präzisiert, welche Kosten Sony durch die Umstrukturierung bereits entstanden sind und welche wirtschaftlichen Auswirkungen ein mögliches endgültiges Aus im Dezember 2026 hätte. Zudem bleibt offen, ob Sony nach diesem Rückschlag seine Strategie bezüglich Live-Service-Spielen generell überdenkt oder ob man weiterhin an diesem Geschäftsmodell festhalten will, trotz der bisherigen Misserfolge mit Titeln wie „Concord“. Auch Details zur technischen Performance oder dem Stand der Entwicklung des „Horizon“-Einzelspieler-Nachfolgers bleiben vage.

Wie es weitergeht: Die Deadline im Dezember

Die Zukunft von „Horizon Hunters Gathering“ hängt nun von einem festen Zeitplan ab. Guerrilla Games hat von Sony eine klare Frist bis Dezember 2026 gesetzt bekommen. Bis zu diesem Zeitpunkt muss das Studio einen Entwicklungsstand präsentieren, der die Verantwortlichen bei Sony von der neuen Ausrichtung überzeugt. Sollte dieser Meilenstein nicht erreicht werden, ist mit weiteren drastischen Konsequenzen zu rechnen, die bis zur kompletten Einstellung des Projekts führen könnten. Parallel dazu läuft die Arbeit am nächsten klassischen Horizon-Einzelspieler-Titel weiter, allerdings unter erschwerten Bedingungen durch die begrenzte Teamgröße. Die Branche wird genau beobachten, ob es dem Studio gelingt, das Ruder herumzureißen oder ob „Hunters Gathering“ als weiteres Beispiel für eine gescheiterte Live-Service-Ambition in die Geschichte eingehen wird. Die kommenden Monate bis zum Jahresende werden somit entscheidend für die strategische Ausrichtung von Guerrilla Games und den Stellenwert der „Horizon“-Marke innerhalb des Sony-Konzerns sein.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/kamera-felsen-wald-fotografie-19917161/ · Foto: Rajvardhan Singh
Quelle: https://www.golem.de/news/hunters-gathering-sony-streicht-live-service-aus-horizon-spiel-2608-212168.html