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Hessischer Gesundheitspreis 2026 geht nach Kassel
Regional · 24.10.2026 12:00

Hessischer Gesundheitspreis 2026 geht nach Kassel

Kurz: Die Stadt Kassel wurde für ihr Präventionsangebot „Willkommen von Anfang an“ mit dem 10. Hessischen Gesundheitspreis für herausragende Gesundheitskompetenz geeh

Ein bedeutender Erfolg für die Kasseler Familienpolitik

Am 24. Oktober 2026 wurde ein besonderer Meilenstein für die soziale Infrastruktur der Stadt Kassel erreicht. Das städtische Präventionsangebot „Willkommen von Anfang an – Gesunde Kinder in Kassel“ wurde mit dem renommierten 10. Hessischen Gesundheitspreis ausgezeichnet. Die Auszeichnung, die in diesem Jahr unter dem Leitthema „Gesundheitskompetenz stärken – Gute Praxis für mehr Gesundheitskompetenz“ stand, würdigt Projekte, die einen maßgeblichen Beitrag zur Verbesserung der gesundheitlichen Chancengleichheit leisten. Mit dem ersten Platz unterstreicht die Jury die Vorbildfunktion des Kasseler Modells, das durch eine enge Verzahnung von Information, Beratung und direkter Unterstützung vor Ort überzeugt. Die Auszeichnung ist nicht nur eine Anerkennung für die geleistete Arbeit der vergangenen Jahre, sondern auch ein Signal für die Bedeutung kommunaler Präventionsarbeit. Bürgermeisterin Nicole Maisch zeigte sich erfreut über die Prämierung und betonte, dass der Erfolg maßgeblich auf dem engagierten Einsatz der Mitarbeitenden beruht, die mit Herzblut dazu beitragen, dass notwendige Hilfen dort ankommen, wo sie am dringendsten benötigt werden: bei den Familien in der Stadt.

Struktur und Kerninhalte des prämierten Angebots

Das Kernstück des Angebots „Willkommen von Anfang an“ ist seine niedrigschwellige und kostenfreie Ausrichtung. Es richtet sich an einen breiten Kreis von Interessierten, darunter werdende Eltern, Schwangere, Alleinerziehende sowie Familien mit Kindern bis zum ersten Lebensjahr. Dabei spielt die frühzeitige Informationsvermittlung eine zentrale Rolle. Bereits in gynäkologischen Praxen erhalten Schwangere spezielle Mappen, die als Wegweiser durch die erste Zeit dienen. Diese enthalten Informationen zu Vorsorgeuntersuchungen, zur Gesundheit von Mutter und Kind sowie praktische Hinweise zur Beantragung von finanziellen Unterstützungsleistungen. Ein wesentlicher Bestandteil ist zudem die aktive Unterstützung bei der Suche nach Hebammen. Nach der Geburt bieten die Mitarbeitenden persönliche Besuche an, um in einer sensiblen Phase Fragen zu klären. Themen wie Zahngesundheit, Hitzeschutz, Unfallverhütung und die emotionale Begleitung älterer Geschwisterkinder werden hierbei in den Fokus gerückt. Ergänzend dazu stehen Telefon- und Videoberatungen zur Verfügung, um den Zugang so barrierefrei wie möglich zu gestalten.

Der Ansatz der Quartiersarbeit und Vernetzung

Neben den Hausbesuchen verfolgt das Projekt einen innovativen Ansatz unter dem Titel „Wir im Quartier – Gesundheitsförderung in den Stadtteilen“. Hierbei verlassen die Fachkräfte ihre Büros und suchen die Familien dort auf, wo sie sich ohnehin aufhalten, etwa in Sprachkursen oder Elterntreffs. Erfahrene Kinderkrankenschwestern und Hebammen vermitteln an diesen Orten wichtige Impulse zur Kindergesundheit und bieten individuelle Beratungen an. Dieser Ansatz fördert nicht nur den direkten Austausch, sondern sorgt auch für eine stärkere soziale Vernetzung der Eltern untereinander. Die Beratungsinhalte werden dabei bedarfsgerecht und in leichter Sprache vermittelt, unterstützt durch praktische Handouts, die den Familien als dauerhafte Orientierungshilfe dienen. Auch digitale Barrieren werden abgebaut: Die Informationen auf der städtischen Webseite können per Klick in verschiedene Sprachen übersetzt werden, was insbesondere neu zugezogenen Familien den Zugang zu essenziellen Gesundheitsinformationen erleichtert und die langfristige Verankerung der Präventionsinhalte im Alltag unterstützt.

Die Jurybegründung und die Rolle der Laudatoren

Die Entscheidung für den ersten Platz fiel der Jury des Hessischen Gesundheitspreises nicht schwer, da das Kasseler Projekt in mehreren Punkten herausragte. Oliver Mai, der als Laudator und Jurymitglied fungierte, hob insbesondere die kommunale Verstetigung des Programms hervor. Diese habe sich über Jahre hinweg organisch entwickelt und sei heute im städtischen Quartier eng verzahnt. Besonders beeindruckt zeigte sich die Jury von der Nähe zu den Menschen, die durch die persönlichen Begrüßungsbesuche geschaffen wird. Laut Mai ist genau diese Verbindung der entscheidende Faktor für den Erfolg des Projekts. Die Jury bewertete das Programm als exzellentes Beispiel dafür, wie Eltern von Beginn an durch verständliche Informationen und eine bedarfsorientierte Beratung zu Schwangerschaft und Kindergesundheit gestärkt werden können. Die Auszeichnung unterstreicht, dass die Kombination aus fachlicher Kompetenz und menschlicher Zuwendung ein wirksames Instrument zur Förderung der gesundheitlichen Chancengleichheit in einer urbanen Umgebung darstellt.

Hintergrund und Zielsetzung der Preisverleihung

Der Hessische Gesundheitspreis verfolgt das Ziel, Projekte und Maßnahmen sichtbar zu machen, die aktiv die Gesundheit der Bevölkerung fördern und Krankheiten vorbeugen. Er dient als Plattform für gute Beispiele aus ganz Hessen, die aufzeigen, wie die Gesundheitsversorgung und soziale Angebote nachhaltig verbessert werden können. Organisiert wird die Verleihung in einer gemeinsamen Anstrengung des Hessischen Ministeriums für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege (HMFG) sowie der Hessischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. (HAGE). Die Dotierung des Preises spiegelt die Wertschätzung für die Arbeit wider: Der erste Platz ist mit 7.500 Euro dotiert, während der zweite und dritte Platz mit 5.000 beziehungsweise 2.500 Euro ausgezeichnet werden. Die Auszeichnung für Kassel würdigt somit nicht nur den individuellen Erfolg des Projekts „Willkommen von Anfang an“, sondern ordnet sich in einen größeren landesweiten Kontext ein, in dem kommunale Gesundheitsförderung als zentraler Baustein für eine zukunftsfähige Gesellschaft begriffen wird.

Ergänzende Angebote und die digitale Infrastruktur

Über das Kernangebot hinaus hat die Stadt Kassel weitere Initiativen etabliert, die das Ziel der Familienfreundlichkeit und Gesundheitsförderung unterstützen. Ein Beispiel ist die Initiative „Stillen willkommen“, die darauf abzielt, die Akzeptanz für das Stillen und das Füttern mit dem Fläschchen im öffentlichen Raum zu erhöhen. Über 50 Standorte im gesamten Stadtgebiet, darunter Geschäfte, Restaurants und Behörden, sind als stillfreundlich gekennzeichnet und bieten Eltern einen Rückzugsort ohne Kaufzwang. Eine digitale Übersichtskarte im Geoportal der Stadt Kassel macht diese Standorte für Bürgerinnen und Bürger leicht auffindbar. Ergänzend dazu gibt es die Initiative „Spielen willkommen“, die eine interaktive Karte von rund 170 Kinder- und Familientreffs bereitstellt. Diese Angebote fördern die Bewegung, das gemeinsame Spielen und den sozialen Austausch. Sie ergänzen das prämiierte Gesundheitsprogramm sinnvoll, indem sie den öffentlichen Raum als gesundheitsfördernden Lebensraum für Familien gestalten und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erleichtern.

Offene Fragen und Aspekte der Dokumentation

Obwohl das Konzept von „Willkommen von Anfang an“ detailliert beschrieben ist, bleiben einige Aspekte in der vorliegenden Berichterstattung unbeantwortet. So geht aus den Informationen nicht hervor, wie viele Familien das Angebot jährlich genau in Anspruch nehmen oder wie die langfristige Finanzierung über das Preisgeld hinaus gesichert ist. Auch die genaue Anzahl der Mitarbeitenden, die in den verschiedenen Stadtteilen tätig sind, wird nicht explizit beziffert. Zudem fehlen detaillierte statistische Daten darüber, wie sich die Gesundheitskompetenz der Zielgruppe durch das Projekt messbar verändert hat, da der Fokus des Quelltextes primär auf der strukturellen Beschreibung und der Würdigung durch den Preis liegt. Es bleibt zudem offen, ob das Modell in dieser Form auf andere Kommunen übertragbar ist oder ob es spezifische lokale Gegebenheiten in Kassel gibt, die den Erfolg erst ermöglicht haben. Diese Lücken in der Dokumentation bieten Raum für weiterführende Analysen zur Effektivität kommunaler Präventionsarbeit.

Ausblick und zukünftige Entwicklungen

Mit der Auszeichnung durch den Hessischen Gesundheitspreis erfährt das Projekt „Willkommen von Anfang an“ eine hohe öffentliche Aufmerksamkeit, die für die zukünftige Arbeit als Rückenwind dienen dürfte. Die Stadt Kassel hat angekündigt, das Angebot weiterzuführen und die bestehende Vernetzung im Quartier zu festigen. Da das Programm bereits über Jahre gewachsen ist, ist davon auszugehen, dass die bewährten Strukturen beibehalten werden. Die Verantwortlichen, darunter Amtsleiterin Britta Röper und Koordinatorin Petra Haas, betonen weiterhin die Wichtigkeit der niedrigschwelligen Erreichbarkeit. Zukünftige Schritte könnten die weitere Digitalisierung der Beratungsangebote oder die Ausweitung der „Stillen willkommen“-Standorte umfassen, sofern der Bedarf in den Stadtteilen weiter steigt. Die Stadt Kassel setzt damit ihren Weg fort, Familien durch verständliche Informationen und eine enge Begleitung in der frühen Lebensphase zu unterstützen und so einen wesentlichen Beitrag zur gesundheitlichen Chancengleichheit zu leisten.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/gebaude-fenster-pflanzen-hof-18587791/ · Foto: Marcus Lenk
Quelle: https://www.kassel.de/pressemitteilungen/oktober/hessischer-gesundheitspreis.php