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Schülerinnen und Schüler bauen PV-Anlage auf Kasseler Kita
Regional · 23.10.2026 13:22

Schülerinnen und Schüler bauen PV-Anlage auf Kasseler Kita

Kurz: Schüler der SIS Swiss International School installieren eigenhändig eine PV-Anlage auf dem Kasseler Kinderhaus Lumina. Ein Leuchtturmprojekt für Klimabildung.

Ein praktisches Zeichen für die Energiewende

Auf der Marbachshöhe in Kassel vollzieht sich derzeit ein bemerkenswertes Projekt, das den theoretischen Unterricht mit der praktischen Umsetzung der Energiewende verknüpft. Auf dem Dach des Kinderhauses Lumina entsteht eine Photovoltaik-Anlage, die sich deutlich von herkömmlichen Installationen abhebt. Anstatt auf die Dienste eines externen Montageunternehmens zu setzen, haben die Verantwortlichen der Stadt Kassel und der SIS Swiss International School einen anderen Weg gewählt. Schülerinnen und Schüler der neunten Klasse der benachbarten Bildungseinrichtung sind aktiv in den Aufbau involviert. Unter fachkundiger Anleitung montieren die Jugendlichen die Solarmodule selbst. Dieses Vorhaben, das am 23. Oktober 2026 publik gemacht wurde, stellt ein greifbares Beispiel für die Einbindung der jungen Generation in kommunale Klimaschutzprojekte dar. Die Baustelle auf dem Flachdach der Kindertagesstätte dient dabei als lebendiger Lernort, an dem die Jugendlichen nicht nur zusehen, sondern durch eigenes Handeln einen direkten Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung ihrer Stadt leisten. Die Kooperation zwischen Schule, Stadtverwaltung und spezialisierten Bildungsträgern ermöglicht es, dass technisches Know-how direkt vor Ort vermittelt wird, während gleichzeitig die städtische Infrastruktur modernisiert wird.

Die technischen Details und Rahmendaten des Projekts

Das Projekt umfasst die Installation von insgesamt 72 PV-Modulen, die auf einer Fläche von etwa 120 Quadratmetern auf dem extensiv begrünten Flachdach des Kinderhauses Lumina montiert werden. Die Anlage wurde in einer Ost-West-Ausrichtung konzipiert, um eine optimale Energieausbeute über den Tag hinweg zu gewährleisten. Die installierte Leistung der Anlage beläuft sich auf circa 27 kWp. Prognosen zufolge wird das System jährlich etwa 26.000 Kilowattstunden Strom produzieren. Ein wesentlicher Aspekt des Konzepts ist die hohe Eigenverbrauchsquote: Etwa 65 Prozent des erzeugten Stroms sollen direkt vor Ort im Kinderhaus Lumina verbraucht werden, was den Betrieb der Einrichtung nachhaltiger gestaltet. Der verbleibende, überschüssige Strom wird in den Bilanzkreis der Stadt Kassel eingespeist, wo er in anderen städtischen Gebäuden genutzt wird. Dieser Prozess führt zu einer jährlichen Einsparung von rund 17,8 Tonnen CO2-Emissionen. Die technische Umsetzung erfolgt unter der Anleitung des Bildungsträgers SoLocal Energy e.V., der sicherstellt, dass die Arbeiten fachgerecht und sicher durchgeführt werden. Die 14-jährige Schülerin Jasmine, stellvertretend für ihre Mitschüler, ist aktiv an der Montage der Panels beteiligt, was den hohen Grad der praktischen Einbindung unterstreicht.

Der Weg zur Mitmachbaustelle

Die Entstehung dieses Projekts ist das Ergebnis einer langfristigen Strategie der Stadt Kassel, den Ausbau von Photovoltaik auf städtischen Gebäuden voranzutreiben. Dabei setzt die Stadt bewusst auf starke Partnerschaften. Ein zentraler Akteur ist hierbei die cdw Stiftung gGmbH, die nicht nur die Finanzierung der Anlage übernommen hat, sondern auch eine enge Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung pflegt. Die Idee, die Installation in ein Bildungsprojekt umzuwandeln, entstand aus dem Wunsch, die Energiewende für junge Menschen erfahrbar zu machen. Die räumliche Nähe der SIS Swiss International School zum Kinderhaus Lumina bot die ideale Voraussetzung, um die Schülerinnen und Schüler der neunten Klasse direkt einzubinden. Die Vorbereitung erforderte eine enge Abstimmung zwischen der Schulleitung, den Lehrkräften und den Experten von SoLocal Energy e.V. Ziel war es, ein Umfeld zu schaffen, in dem handwerkliche Arbeit mit fundiertem Wissen über erneuerbare Energien verschmilzt. Die bisherige Dynamik der Zusammenarbeit zwischen der cdw-Stiftung und der Stadt Kassel hat bereits dazu geführt, dass durch Zuwendungen und Reinvestitionen aus Stromeinsparungen insgesamt ein halbes Megawatt PV-Leistung auf städtischen Dächern realisiert werden konnte.

Die Akteure und ihre Rollen

An dem Projekt sind diverse Akteure beteiligt, die unterschiedliche Expertisen einbringen. Auf städtischer Seite sind die Stadtklimarätin Simone Fedderke sowie Bürgermeisterin Nicole Maisch maßgeblich involviert. Sie betonen die Vorbildfunktion der Stadt und den Wert der Kooperation. Die operative Leitung der Schulseite liegt bei der Schulleiterin Andrea Maes-Prior und dem Klassenlehrer Samer Alyerf, die das Projekt in den schulischen Alltag integriert haben. Die fachliche Begleitung der Montage erfolgt durch Anna Wiehr von SoLocal Energy e.V., die den Jugendlichen das nötige technische Wissen vermittelt. Thomas Flügge, Geschäftsführer der cdw Stiftung gGmbH, vertritt den Finanzierungspartner und hebt die strategische Bedeutung der Partnerschaft hervor. Das Kinderhaus Lumina selbst wird von der „Impuls Soziales Management GmbH & Co KG“ betrieben, die als Nutzerin des Gebäudes von der neuen Energiequelle profitiert. Auch Stadträtin Christine Hesse war vor Ort präsent, um den Fortschritt der Arbeiten zu begutachten. Die Zusammenarbeit dieser unterschiedlichen Institutionen zeigt, wie durch die Bündelung von finanziellen Mitteln, technischer Expertise und pädagogischem Engagement komplexe Klimaschutzziele erreicht werden können.

Einordnung der Bedeutung für den Klimaschutz

Einzuordnen ist das Projekt als ein Paradebeispiel für die Verzahnung von kommunaler Klimapolitik und Bildung. Den Berichten zufolge geht es der Stadt Kassel nicht nur um den reinen Ausbau der Kapazitäten zur Stromerzeugung, sondern explizit um die Vermittlung von technischem Verständnis. Dass die Schülerinnen und Schüler die Anlage selbst montieren, transformiert abstrakte Klimaziele in eine konkrete, physische Erfahrung. Die Einsparung von 17,8 Tonnen CO2 pro Jahr ist für ein einzelnes Gebäude ein beachtlicher Wert, der die Effizienz der gewählten Ost-West-Ausrichtung unterstreicht. Die Entscheidung, den überschüssigen Strom in den städtischen Bilanzkreis einzuspeisen, zeigt zudem eine systemische Denkweise: Die Stadt agiert hier als Akteurin, die ihre eigenen Liegenschaften vernetzt und so das Maximum aus den installierten Anlagen herausholt. Die Vorbildfunktion, die die Stadt Kassel für sich beansprucht, wird durch die Transparenz und die Einbindung der Öffentlichkeit in dieses Projekt untermauert. Es ist ein Modell, das aufzeigt, wie städtische Klimaziele durch lokale Partnerschaften und die aktive Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger – in diesem Fall der Schüler – erreicht werden können.

Offene Fragen und Lücken in der Berichterstattung

Obwohl der Quelltext detaillierte Informationen zum technischen Aufbau und zu den beteiligten Akteuren liefert, bleiben einige Aspekte unbeantwortet. So wird nicht explizit dargelegt, wie hoch die Gesamtkosten der Anlage waren, die durch die cdw-Stiftung finanziert wurden. Auch die genaue Dauer der Montagearbeiten durch die Schülerinnen und Schüler wird nicht spezifiziert, ebenso wenig wie die Frage, ob das Projekt als dauerhafter Bestandteil des Lehrplans der SIS Swiss International School etabliert werden soll oder ein Einzelvorhaben bleibt. Ebenfalls unklar bleibt, welche spezifischen Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden, um die Arbeit von Neuntklässlern auf einem Dach zu ermöglichen, abgesehen von der allgemeinen Erwähnung der fachkundigen Anleitung. Auch Details zur langfristigen Wartung der Anlage nach Abschluss der Montage durch die Schüler werden nicht thematisiert. Es bleibt offen, ob die Jugendlichen nach der Installation auch in die Überwachung der Ertragsdaten eingebunden werden oder ob diese Aufgabe nach der Inbetriebnahme vollständig an die Stadt oder den Betreiber übergeht. Diese Lücken lassen Raum für weitere Entwicklungen und zukünftige Berichterstattung über den langfristigen Erfolg dieses Pilotprojekts.

Ausblick und nächste Schritte

Die Arbeiten am Kinderhaus Lumina befinden sich in der aktiven Phase, wobei die Montage der 72 Module den Kern des aktuellen Baufortschritts darstellt. Sobald die Installation abgeschlossen ist, wird die Anlage in den Betrieb des Kinderhauses integriert und an das städtische Stromnetz angeschlossen. Die Stadt Kassel hat angekündigt, den Solarausbau auf städtischen Dächern stetig fortzusetzen. Ob und wann weitere Schulen in ähnliche Projekte eingebunden werden, wurde zwar nicht mit einem konkreten Datum genannt, doch die positive Resonanz der Verantwortlichen deutet darauf hin, dass die gewählte Strategie der „Mitmachbaustelle“ als Modell für zukünftige Vorhaben dienen könnte. Die cdw-Stiftung und die Stadtverwaltung setzen ihre Zusammenarbeit fort, um durch weitere Einsparungen und Förderungen die PV-Leistung im Stadtgebiet weiter zu steigern. Die Schülerinnen und Schüler werden nach Abschluss der Montage über die Inbetriebnahme informiert werden können, wobei die Anlage dann dauerhaft ihren Beitrag zur lokalen Energiewende leisten wird. Die nächsten Schritte beinhalten die technische Abnahme und die offizielle Inbetriebnahme, womit das Projekt von der Baustelle in den regulären Betrieb überführt wird.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/teenager-studenten-posieren-in-schuluniformen-32165215/ · Foto: Green odette
Quelle: https://www.kassel.de/pressemitteilungen/oktober/pv-anlage-kinderhaus-lumina.php