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heise-Angebot: heise devSec: Keynote zu Software Security in Zeiten des Cyberkriegs
Technik · 03.09.2026 12:00

heise-Angebot: heise devSec: Keynote zu Software Security in Zeiten des Cyberkriegs

Kurz: Die heise devSec 2026 rückt näher: Der ukrainische Experte Volodymyr Styran eröffnet die Konferenz mit einer Keynote über Software-Sicherheit im Cyberkrieg.

Einblicke in die Sicherheit unter Extrembedingungen

Die kommende Ausgabe der Fachkonferenz heise devSec, die für den 22. und 23. September 2026 terminiert ist, rückt die drängenden Herausforderungen der modernen Softwareentwicklung in den Mittelpunkt. In diesem Jahr findet die Veranstaltung, die bereits auf eine zehnjährige Geschichte zurückblickt, in Marburg statt. Ein besonderes Highlight der diesjährigen Konferenz ist die Eröffnungs-Keynote, die von Volodymyr Styran gehalten wird. Styran ist als Sicherheitsexperte für den State Service of Special Communications and Information Protection of Ukraine (SSSCIP) tätig und verfügt über eine tiefgreifende Expertise, die er direkt aus dem aktuellen Konfliktgeschehen bezieht. In seinem Vortrag wird er seine Erfahrungen aus vier Jahren Cyberkrieg teilen. Dabei geht es ihm nicht nur um eine reine Bestandsaufnahme der Bedrohungslage, sondern vor allem darum, konkrete Lehren für die IT-Sicherheit in friedlicheren Kontexten abzuleiten. Die Teilnehmer dürfen sich auf eine Analyse freuen, die aufzeigt, wie sich die Prinzipien der sicheren Softwareentwicklung unter den extremen Bedingungen eines realen Cyberkriegs bewähren und welche Anpassungen für Unternehmen weltweit notwendig sind, um ihre digitalen Infrastrukturen resilienter zu gestalten.

Struktur und inhaltliche Schwerpunkte der Konferenz

Das Motto der heise devSec bleibt auch in ihrer zehnten Auflage unverändert aktuell: „Sichere Software beginnt vor der ersten Zeile Code“. Dieses Leitmotiv zieht sich durch das gesamte Programm, das insgesamt 36 Vorträge umfasst. Die inhaltlichen Schwerpunkte spiegeln die aktuellen Trends der Branche wider. Besonders intensiv wird in diesem Jahr das Thema der sicheren Software Supply Chain behandelt. Angesichts zunehmender Angriffe auf die Lieferketten von Softwarekomponenten ist dies ein kritischer Bereich für Entwickler und Sicherheitsverantwortliche. Ein weiterer zentraler Fokus liegt auf der Integration von Agentic AI in den Entwicklungsprozess. Hierbei wird untersucht, welche neuen Sicherheitsaspekte entstehen, wenn KI-Agenten autonom auf Unternehmensdaten zugreifen oder in den Software-Lebenszyklus eingreifen. Die Konferenz richtet sich dabei an ein breites Fachpublikum, darunter Softwareentwickler, Architekten, Projektleiter, Teamleiter sowie Qualitäts- und Sicherheitsbeauftragte, die sich den komplexen Anforderungen an eine moderne IT-Sicherheit stellen müssen.

Ein detaillierter Blick auf das Fachprogramm

Das Konferenzprogramm ist so gestaltet, dass es sowohl theoretische Grundlagen als auch hochspezialisierte technische Fragestellungen abdeckt. Zu den angekündigten Themen gehören unter anderem die Absicherung von MCP und RAG (Retrieval-Augmented Generation), insbesondere im Kontext von KI-Agenten, die auf sensible Firmendaten zugreifen. Auch der Vergleich verschiedener Sandboxing-Technologien steht auf der Agenda, um die Frage zu klären, ob viele Sicherheitskonzepte lediglich auf instabilem Fundament gebaut sind. Ein weiterer Block befasst sich mit den Lehren aus Supply-Chain-Angriffen für die Gestaltung von Software-Pipelines. Zudem wird der Bereich Cloud Native unter dem Aspekt „Secure By Design“ mit Open-Source-Lösungen beleuchtet. Auch rechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen werden nicht ausgespart: Der Cyber Resilience Act (CRA) und der Umgang mit technischer Schuld in Legacy-Code sowie die rechtliche Verantwortung beim sogenannten „Vibe Coding“ sind Gegenstand von Vorträgen. Abgerundet wird das Programm durch eine Diskussion über die technische Migration zur Post-Quanten-Kryptografie (PQC) sowie eine Panel-Diskussion zur Sicherheit in Zeiten von Agentic AI.

Die Zielgruppe und die organisatorischen Rahmenbedingungen

Die heise devSec 2026 ist dezidiert als Fachkonferenz für IT-Profis konzipiert. Sie wendet sich an Experten, die Security nicht als isoliertes Add-on, sondern als integralen Bestandteil ihres täglichen Schaffens begreifen. Da die Anforderungen an die Sicherheit in den letzten Jahren durch die zunehmende Komplexität der Systeme und die Professionalisierung der Angreifer massiv gestiegen sind, bietet die Konferenz eine Plattform für den Austausch über aktuelle Best Practices. Die Teilnahmegebühr für die zweitägige Konferenz beträgt 1.349 Euro, wobei zuzüglich 19 Prozent Mehrwertsteuer anfallen. Um die Teilnahme für Teams zu erleichtern, gewährt der Veranstalter Gruppen automatisch einen Rabatt. Neben dem Hauptprogramm gibt es am 21. September einen zusätzlichen Workshop mit dem Titel „Secure Build Pipelines hands-on“, der für 649 Euro gebucht werden kann. Ein weiterer Workshop, der sich mit dem Thema „Security trifft KI: Sichere Softwareentwicklung mit KI-Agenten entlang des SDLC“ befasst, ist bereits vollständig ausgebucht, wobei für Interessenten eine Warteliste eingerichtet wurde.

Einordnung der Sicherheitslage im digitalen Raum

Einzuordnen ist die diesjährige Themenwahl als direkte Reaktion auf die sich rapide verändernde Bedrohungslandschaft. Den Berichten zufolge stellt insbesondere der Einsatz von KI-Agenten ein zweischneidiges Schwert dar: Während sie die Produktivität in der Softwareentwicklung steigern können, eröffnen sie gleichzeitig neue Angriffsvektoren, die bisher kaum in der Breite verstanden sind. Die Einladung von Volodymyr Styran unterstreicht dabei den Ernst der Lage. Es ist davon auszugehen, dass die Erkenntnisse aus der Ukraine, wo die digitale Infrastruktur seit Jahren unter permanentem Beschuss steht, eine neue Perspektive auf die Resilienz von Systemen bieten. Die Konferenz versucht hierbei, die Brücke zwischen der Theorie der sicheren Softwareentwicklung und der harten Realität moderner Cyberkonflikte zu schlagen. Den Berichten zufolge ist die Debatte um den Cyber Resilience Act und die damit einhergehende Haftung für technische Schulden ein weiteres Indiz dafür, dass Sicherheit zunehmend von einer rein technischen Aufgabe zu einer betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Notwendigkeit wird, die von der Geschäftsführung bis zum Entwickler jeden betrifft.

Offene Fragen und verbleibende Unklarheiten

Obwohl das Konferenzprogramm sehr detailliert ist, bleiben einige Aspekte offen. So ist aus dem Quelltext nicht ersichtlich, welche konkreten Sicherheitsstrategien oder Werkzeuge der SSSCIP im Detail einsetzt, um die ukrainische Infrastruktur zu schützen, da dies vermutlich unter Geheimhaltung fällt. Auch bleibt unklar, wie genau die rechtliche Haftung beim „Vibe Coding“ in der Praxis definiert werden soll, da es sich hierbei um ein relativ neues und sich schnell entwickelndes Konzept handelt. Des Weiteren ist nicht spezifiziert, wie viele Teilnehmer die Konferenz insgesamt aufnehmen kann oder ob es für die Workshops eine Kapazitätsgrenze gibt, die über den bereits ausverkauften Kurs hinausgeht. Ebenso fehlen Informationen darüber, ob die Vorträge im Anschluss an die Konferenz digital zur Verfügung gestellt werden oder ob eine Teilnahme zwingend eine physische Präsenz in Marburg erfordert. Auch die genauen Kriterien für die Gruppenrabatte werden nicht weiter spezifiziert, sodass interessierte Unternehmen hierzu vermutlich den direkten Kontakt zum Veranstalter suchen müssen.

Ausblick auf den Konferenzverlauf

Der Zeitplan für die heise devSec 2026 ist klar definiert. Der 21. September dient als Tag für die vertiefenden Workshops, bevor am 22. und 23. September das Hauptprogramm mit den 36 Vorträgen und der Keynote stattfindet. Für die Teilnehmer, die über die Entwicklungen rund um die Konferenz auf dem Laufenden bleiben möchten, bietet der Veranstalter einen Newsletter an. Die Konferenz markiert einen wichtigen Termin im Kalender für IT-Sicherheitsexperten, da sie die Gelegenheit bietet, sich frühzeitig auf die regulatorischen Änderungen durch den Cyber Resilience Act einzustellen und die neuesten Ansätze zur Absicherung von KI-gestützten Entwicklungsprozessen zu diskutieren. Da die Branche derzeit einen Transformationsprozess durchläuft, bei dem klassische Sicherheitsmodelle zunehmend durch Cloud-Native- und KI-zentrierte Ansätze ergänzt oder ersetzt werden müssen, stellt die heise devSec 2026 eine zentrale Anlaufstelle dar, um diese Transformation aktiv mitzugestalten und sich auf die kommenden Herausforderungen in der Softwareentwicklung vorzubereiten.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/kriegsgeschadigte-strassen-von-aleppo-in-syrien-38247295/ · Foto: Mehdi Khoshnejad
Quelle: https://www.heise.de/news/heise-devSec-Keynote-zu-Software-Security-in-Zeiten-des-Cyberkriegs-11421867.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag