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»Heidifest« auf ProSieben: Quotenflop – RTL übernimmt Klums Schunkelshow
Kultur · 08.08.2026 22:11

»Heidifest« auf ProSieben: Quotenflop – RTL übernimmt Klums Schunkelshow

Kurz: Nach enttäuschenden Einschaltquoten bei ProSieben wechselt Heidi Klums »HeidiFest« zum Konkurrenten RTL. Wir analysieren die Hintergründe des TV-Transfers.

Ein TV-Format auf der Suche nach neuem Publikum

Das Fernsehjahr 2026 bringt eine überraschende Veränderung in der deutschen Medienlandschaft mit sich: Das »HeidiFest«, eine Unterhaltungssendung rund um Heidi Klum, verlässt ihren bisherigen Heimatsender ProSieben. Während die langjährige Erfolgssendung »Germany’s Next Topmodel« weiterhin fest im Programm von ProSieben verankert bleibt, hat RTL die Sendelizenz für das aus dem Münchner Hofbräuhaus übertragene Format übernommen.

Die Entscheidung folgt auf eine Phase schwacher Resonanz. Obwohl das Format im vergangenen Jahr in den sozialen Medien durch virale Momente und die Präsenz namhafter Gäste wie Howard Carpendale, Roberto Blanco und den Wildecker Herzbuben Aufmerksamkeit generieren konnte, blieben die klassischen Einschaltquoten hinter den Erwartungen zurück. Im direkten Vergleich mit Klums Topmodel-Show konnte das »HeidiFest« das Publikum vor den Fernsehgeräten nicht in vergleichbarem Maße binden.

Strategische Neuausrichtung bei RTL

Für RTL stellt die Übernahme des Formats einen bemerkenswerten Schritt dar. Der Kölner Sender, der zuletzt mit einem Stellenabbau und der Streichung diverser Sendungen Schlagzeilen machte, setzt verstärkt auf neue Impulse. Inga Leschek, Chief Content Officer bei RTL Deutschland, äußerte sich erfreut über die Zusammenarbeit. Man wolle das Spektakel künftig »größer, lauter« und als echtes Fernsehereignis inszenieren.

Branchenbeobachter deuten den Schritt als Teil einer breiteren Programmoffensive. RTL hat in jüngster Zeit bereits andere Formate wie das »Turmspringen« von der Konkurrenz übernommen. Zudem setzt der Sender verstärkt auf Mixed-Martial-Arts-Events. Beobachter ziehen hierbei eine Parallele: Die Kombination aus Kampfsport-Übertragungen und dem volkstümlichen »HeidiFest« könnte eine neue, kontrastreiche Programmlinie des Senders markieren.

Tradition und Entertainment als Konzept

Heidi Klum selbst betonte gegenüber der »Bild«-Zeitung den kulturellen Aspekt der Sendung. Für sie diene das Format als Plattform, um ein Stück deutscher Tradition zu vermitteln. Sie wolle ihrem amerikanischen Umfeld zeigen, wie in Deutschland gefeiert wird, welche kulinarischen Gewohnheiten bestehen und wie die lokale Musiklandschaft klingt.

Ob dieses Konzept in der neuen Umgebung bei RTL zu einem Quotenerfolg führt, bleibt abzuwarten. Bisher ist noch nicht bekannt, welche Gäste in der kommenden Ausgabe an den Tischen im Hofbräuhaus Platz nehmen werden. Die Übernahme durch RTL wird von der Senderführung als Chance gesehen, eine der weltweit bekanntesten Entertainment-Persönlichkeiten stärker in das eigene Programm zu integrieren.

Ausblick und Einordnung

Der Wechsel des »HeidiFest« markiert eine Zäsur in der Zusammenarbeit zwischen Klum und ProSieben, auch wenn diese durch den Verbleib von »Germany’s Next Topmodel« keineswegs beendet ist. Für RTL ist das Projekt ein Wagnis, das in einem schwierigen Marktumfeld stattfindet. Ob die »DNA« des Senders, die laut Inga Leschek stark auf Anecken und Provozieren setzt, mit dem eher traditionell angehauchten »HeidiFest« harmoniert, wird sich bei der ersten Ausstrahlung unter neuer Regie zeigen. Die Branche blickt gespannt darauf, ob das Format durch die neue Inszenierung die erhoffte Reichweite erzielen kann.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/wahrzeichen-gebaude-flagge-deutschland-21415163/ · Foto: Wolfgang Weiser
Quelle: https://www.spiegel.de/kultur/tv/heidi-klum-heidifest-wandert-von-prosieben-zu-rtl-a-17234536-06f4-4982-a736-8188f5b83c7c#ref=rss