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Flugsicherheit: Fluggesellschaften lassen keine Roboter mehr an Bord
Technik · 02.08.2026 14:42

Flugsicherheit: Fluggesellschaften lassen keine Roboter mehr an Bord

Kurz: Große US-Fluggesellschaften untersagen die Mitnahme von humanoiden Robotern. Grund sind Sicherheitsbedenken bezüglich der leistungsstarken Akkus an Bord.

Verschärfte Sicherheitsregeln für Roboter an Bord

Immer mehr Fluggesellschaften in den USA reagieren auf die zunehmende Verbreitung humanoider und tierähnlicher Roboter mit strikten Beförderungsverboten. Was als technologische Innovation begann, stößt bei der Luftfahrt auf Sicherheitsbedenken. Dabei stehen insbesondere die verbauten Akkus im Fokus, die aufgrund ihrer hohen Kapazität ein potenzielles Risiko für den Flugbetrieb darstellen.

Aktuelle Verbote bei US-Airlines

Die Regelungen wurden in den vergangenen Monaten sukzessive verschärft. Southwest Airlines führte bereits im Mai ein entsprechendes Verbot ein. United Airlines folgte am 23. Juli mit einer umfassenden Richtlinie, die sowohl die Kabine als auch das Aufgabegepäck und die Fracht umfasst. Delta Air Lines hat ebenfalls ein vorläufiges Verbot verhängt. American Airlines hingegen hat bislang von einer vergleichbaren Regelung abgesehen.

Die Problematik der Akkukapazitäten

Der Hintergrund für diese Maßnahmen sind die strengen Vorgaben der US-Luftfahrtbehörde FAA. Diese reguliert die zulässige Batteriekapazität an Bord seit geraumer Zeit:

* **Bis 100 Wattstunden:** Keine gesonderte Genehmigung erforderlich.

* **101 bis 160 Wattstunden:** Zustimmung der Fluggesellschaft notwendig.

* **Über 160 Wattstunden:** Grundsätzlich auf Passagierflügen untersagt.

Moderne humanoide Roboter überschreiten diese Grenzwerte oft massiv. So arbeitet der Unitree G1 mit einem Akku von 421 Wattstunden, während Modelle wie der „Figure“-Roboter auf ein Paket von etwa 2,3 Kilowattstunden kommen. Da sich diese Maschinen technisch kaum so zerlegen lassen, dass die Batterien separat transportiert werden könnten, ist eine Mitnahme auf Linienflügen aktuell kaum praktikabel.

Vorfälle im Frühjahr 2026 als Auslöser

Die Verschärfung der Regeln ist auf konkrete Vorfälle im Frühjahr 2026 zurückzuführen. Ein Unternehmer aus Dallas versuchte, seinen humanoiden Roboter „Stewie“ mit einem regulären Passagierticket an Bord zu bringen. In einem anderen Fall sorgte ein 32 Kilogramm schwerer Roboter namens „Bebop“ auf einem Flug von Oakland nach San Diego für eine einstündige Verspätung. In beiden Situationen musste das Bordpersonal eingreifen, um Akkus zu entfernen oder die Roboter umzusetzen, damit die Evakuierungsvorgaben im Notfall gewahrt blieben.

Unterschiedliche Ansätze im internationalen Vergleich

Während die US-Fluggesellschaften auf Distanz gehen, verfolgen Unternehmen in Asien eine andere Strategie. Japan Airlines testet beispielsweise den Einsatz humanoider Roboter für spezifische Abfertigungsaufgaben am Flughafen Haneda. Die wirtschaftliche Bedeutung des Sektors bleibt trotz der aktuellen Beförderungsverbote hoch: Analysten von Morgan Stanley prognostizieren für den Markt humanoider Roboter bis zum Jahr 2050 ein Volumen von rund fünf Billionen US-Dollar.

Für Passagiere mit herkömmlicher Elektronik oder persönlichen Geräten wie Laptops und Smartphones ändern sich die Bestimmungen durch diese neuen Regeln nicht. Die Einschränkungen betreffen ausschließlich die spezifische Klasse der humanoiden und tierähnlichen Roboter.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/technologie-flugzeug-luftfahrt-instrumententafel-18719092/ · Foto: Miguel Cuenca
Quelle: https://www.golem.de/news/flugsicherheit-fluggesellschaften-lassen-keine-roboter-mehr-an-bord-2608-211520.html