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Film „Jennifer's Body“: Die späte Rache der Megan Fox
Kultur · 01.08.2026 16:55

Film „Jennifer's Body“: Die späte Rache der Megan Fox

Kurz: Einst als Flop verschrien, heute ein Kultklassiker: Die Horrorkomödie „Jennifer’s Body“ mit Megan Fox erlebt eine überraschende Renaissance und erhält eine Fort

Ein missverstandenes Werk der späten Nullerjahre

Als „Jennifer’s Body“ im Jahr 2009 in die Kinos kam, stieß die Horrorkomödie bei Kritikern und Publikum auf Unverständnis. Die Inszenierung von Megan Fox als Sex-Ikone wurde damals als bloße Objektifizierung wahrgenommen, was zu einer ablehnenden Haltung gegenüber dem Film führte. Doch rückblickend lässt sich konstatieren, dass der Film seiner Zeit schlicht voraus war. Was damals als Flop galt, hat sich über die vergangenen 17 Jahre zu einem Kultfilm entwickelt, der heute sogar in kulturwissenschaftlichen Fachjournalen als Gegenstand tiefgründiger Analysen dient.

Die Handlung: Zwischen Emo-Kultur und Dämonen

Die Geschichte spielt in der US-Kleinstadt „Devil’s Kettle“. Im Zentrum steht die komplexe Dynamik zwischen der selbstbewussten Oberstufen-Königin Jennifer Check (Megan Fox) und ihrer zurückhaltenden Freundin Anita „Needy“ Lesnicky (Amanda Seyfried). Die Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt, als Jennifer nach einem Konzert der Emo-Band „Low Shoulder“ in deren Lieferwagen steigt.

Was als Abend voller Musik beginnt, endet in einem satanistischen Ritual: Die Bandmitglieder opfern Jennifer, um sich den erhofften Erfolg in der Musikindustrie zu sichern. Da sie jedoch fälschlicherweise davon ausgehen, Jennifer sei eine Jungfrau, schlägt das Ritual fehl. Statt zu sterben, kehrt Jennifer als männerfressender Dämon zurück. Needy muss daraufhin erkennen, dass sie ihre beste Freundin nicht mehr wiedererkennt, insbesondere als diese ein gefährliches Interesse an Needys Freund Chip entwickelt.

Hintergründe und gesellschaftliche Relevanz

Das Drehbuch stammt von der Oscarpreisträgerin Diablo Cody, die nach ihrem Erfolg mit „Juno“ (2007) die kreative Freiheit nutzte, um ihre Vision eines unkonventionellen Teenager-Horrorfilms umzusetzen. Cody gab rückblickend an, dass ihr bewusst war, wie bizarr das Projekt für das damalige Hollywood-Umfeld wirkte.

Kulturwissenschaftler deuten Jennifers unstillbaren Hunger heute als Metapher für gesellschaftliche Erwartungen an den weiblichen Körper. Der Film thematisiert, wie Frauen dazu gedrängt werden, ihre Begierden zu zügeln und sich in starre Geschlechternormen einzufügen. Dabei nutzt die Inszenierung trockenen Witz, um die Konventionen des Genres zu hinterfragen.

Das Scheitern der Vermarktung

Ein wesentlicher Grund für das anfängliche Scheitern des Films war laut Berichten die fehlerhafte Marketingstrategie. Das Studio fokussierte sich einseitig auf den Sexappeal von Megan Fox, um ein männliches Zielpublikum anzusprechen. Dieses Publikum konnte mit der hintergründigen Handlung wenig anfangen, während das potenzielle Zielpublikum durch die plakative, sexistische Gestaltung der Filmplakate eher abgeschreckt wurde.

Die Zukunft: Eine Fortsetzung in Planung

Die Entwicklung von „Jennifer’s Body“ zu einem queer-feministischen Klassiker gipfelt nun in einer überraschenden Ankündigung: Nach fast zwei Jahrzehnten ist eine Fortsetzung geplant. An dem Projekt sind neben der Drehbuchautorin Diablo Cody auch Megan Fox sowie die ursprüngliche Regisseurin Karyn Kusama beteiligt.

Ob Amanda Seyfried erneut in ihre Rolle als „Needy“ schlüpfen wird, bleibt derzeit noch offen. Da die Schauspielerinnen mittlerweile das vierte Lebensjahrzehnt erreicht haben, stellt sich die Frage, wie die Geschichte fortgesetzt wird, ohne das Setting der Highschool-Zeit unplausibel zu gestalten. Diablo Cody äußerte bereits 2017 ihre Zuversicht, dass eine Fortsetzung qualitativ hochwertig umgesetzt werden könne. Für die Fangemeinde markiert dies den vorläufigen Höhepunkt einer ungewöhnlichen filmischen Erfolgsgeschichte.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/frau-gehen-kleid-festhalten-20785123/ · Foto: Zeynep Sude Emek
Quelle: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien-und-film/kino/warum-der-kino-flop-jennifer-s-body-heute-ein-kultfilm-ist-accg-201072026.html