News aus aller Welt
Start
FIFA-Machtkampf: Offener Brief von UEFA und Co. gegen Infantino
Technik · 10.08.2026 12:36

FIFA-Machtkampf: Offener Brief von UEFA und Co. gegen Infantino

Kurz: Ein Bündnis aus UEFA und weiteren Kontinentalverbänden erhöht den Druck auf FIFA-Präsident Gianni Infantino nach einem massiven Vertrauensbruch.

Ein offener Brief als Zeichen des Widerstands

Im Machtgefüge des Weltfußballs braut sich ein Sturm zusammen. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hat gemeinsam mit den Spitzen der asiatischen (AFC) und der nord- sowie mittelamerikanischen (CONCACAF) Kontinentalverbände ein deutliches Signal gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino gesetzt. In einem offenen Schreiben, das von den jeweiligen Präsidenten und Generalsekretären unterzeichnet wurde, wird eine fundamentale Kritik am aktuellen Führungsstil der FIFA geübt.

Die Verfasser betonen dabei, dass der Fußball ein globales Gemeingut sei, das weder einer einzelnen Institution noch einer Person allein gehöre. Obwohl das Wachstum der FIFA in den letzten Jahren unbestritten sei, so die Unterzeichner, sei dieser Erfolg keinesfalls das Resultat eines einzelnen Akteurs, sondern das Ergebnis kollektiver Anstrengungen.

Vertrauensbruch durch Alleingänge

Im Zentrum der Kontroverse steht der gescheiterte Versuch der FIFA, ein Investorendeal voranzutreiben, ohne die betroffenen Gremien ausreichend einzubinden. Die Kritik der Verbände ist hierbei unmissverständlich: Sie werten das Vorgehen nicht als bloßes Versehen, sondern als bewusste Strategie. Der Vorwurf lautet, dass versucht wurde, die Mitgliedsverbände unter Zeitdruck vor vollendete Tatsachen zu stellen.

Die Unterzeichner des Briefes sprechen von einem "grundlegenden Vertrauensbruch". Sie werfen der FIFA-Spitze vor, die Integrität des Fußballs und der gewählten Führungspersonen gefährdet zu haben. Besonders kritisch wird bewertet, dass der Versuch, Teile der FIFA-Weltmeisterschaft zu kommerzialisieren, ohne vorherige Konsultation der Institutionen erfolgte, denen die FIFA eigentlich dienen sollte.

Kritik an der Aufarbeitung

Ein weiterer Streitpunkt ist die Art und Weise, wie die FIFA mit den internen Vorwürfen umgeht. Die Kontinentalverbände bemängeln, dass die angekündigte Aufarbeitung der Ereignisse nicht durch eine vollkommen unabhängige Instanz erfolgen soll. In dem Schreiben wird beklagt, dass dort, wo Rechenschaftspflicht und Offenheit gefordert wären, derzeit Schweigen und Distanz vorherrschen.

Die FIFA hatte zuvor versucht, die Wogen zu glätten, indem sie von einer "gezielten und anhaltenden Kampagne" sprach, die darauf abziele, den Präsidenten zu untergraben. Diese Replik stieß bei den Kritikern jedoch auf taube Ohren. Sie beharren darauf, dass es ihnen nicht um eine Spaltung der Fußballfamilie gehe, sondern um die Wiederherstellung von Integrität und demokratischen Prozessen innerhalb des Weltverbandes.

Hintergrund und Ausblick

Die Spannungen innerhalb der FIFA-Spitze sind in den vergangenen Wochen deutlich gewachsen. Nachdem bereits FIFA-Berater Carlos Cordeiro sowie hochrangige Funktionäre wie Arsène Wenger und Matthias Grafström Kritik geübt hatten, ist die Front gegen Infantino nun breiter denn je.

Für den FIFA-Präsidenten, der bisher als einziger offizieller Kandidat für die Wahl im März 2027 gehandelt wird, stellt diese Allianz der Kontinentalverbände eine erhebliche Belastung dar. Während die UEFA und ihre Partner betonen, dass sie keine bereits getroffenen Entscheidungen – wie etwa die Vergabe von Weltmeisterschaften – rückgängig machen wollen, bleibt die Frage nach der zukünftigen Governance der FIFA offen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob der Druck ausreicht, um strukturelle Veränderungen im Führungsstil des Weltverbandes zu erzwingen oder ob der Machtkampf die Organisation bis zur nächsten Wahl weiter lähmen wird.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/schwarzer-laptop-eingeschaltet-665214/ · Foto: Ingnio Studio
Quelle: https://www.sportschau.de/fussball/vertrauen-gebrochen-verbaende-legen-gegen-infantino-nach,fifa-infantino-uefa-offener-brief-100.html