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Regional · 23.09.2026 15:00

Fahndung nach Schlägerei wird unbeteiligtem 28-Jährigen mit Pyrotechnik und Drogen zum Verhängnis

Kurz: Eine Polizeifahndung nach einer Schlägerei in der Kasseler Karlsaue endete für einen unbeteiligten 28-Jährigen mit der Entdeckung von Drogen und Pyrotechnik.

Ein Zufallsfund bei der Tätersuche

Was als routinemäßiger Einsatz zur Verfolgung einer körperlichen Auseinandersetzung begann, nahm für die Beamten des Polizeireviers Mitte am Dienstagabend eine unerwartete Wendung. Gegen 19:30 Uhr wurden die Ordnungshüter von besorgten Passanten in die Kasseler Karlsaue gerufen, da es dort zu einer Schlägerei zwischen mehreren Männern gekommen war. Die Polizei leitete umgehend eine Fahndung nach den flüchtigen Tätern ein, wobei sie sich auf die Personenbeschreibungen der Zeugen stützte. Im Zuge dieser großflächigen Suche auf der Karlswiese gerieten zwei Männer, darunter ein 28-Jähriger aus Calden, in das Visier der Einsatzkräfte. Obwohl sich der anfängliche Verdacht, die beiden Männer könnten in die zuvor gemeldete Schlägerei verwickelt sein, bei der Überprüfung als unbegründet herausstellte, förderte die Kontrolle bei dem 28-Jährigen schwerwiegende Verstöße gegen das Gesetz zutage. Die Beamten stießen bei der Durchsuchung auf illegale pyrotechnische Gegenstände sowie eine beachtliche Menge an Betäubungsmitteln.

Die Details der sichergestellten Gegenstände

Die bei dem 28-jährigen Mann aus Calden sichergestellten Objekte werfen ein deutliches Licht auf die Schwere der Verstöße. Bei der Durchsuchung fanden die Polizisten drei pyrotechnische Gegenstände, die aufgrund ihrer Beschaffenheit eine erhebliche Gefahr darstellten. Es handelte sich dabei um ein mutmaßliches Selbstlaborat, einen weiteren Gegenstand, der keinerlei Kennzeichnung aufwies, sowie einen verbotenen Böller der Klasse F4. Aufgrund der vorhandenen Zündschnüre und der unklaren Gefahrenlage mussten die Beamten mit äußerster Vorsicht agieren und die Fundstücke in einer speziellen Sicherheitskiste verwahren. Neben dieser gefährlichen Pyrotechnik förderte die Durchsuchung des Rucksacks des Mannes zudem über 130 Gramm an Betäubungsmitteln zutage. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Nordhessen handelte es sich dabei um Amphetamine und Marihuana. Die Menge der sichergestellten Drogen sowie die Art der pyrotechnischen Gegenstände führten dazu, dass gegen den Mann nun sowohl wegen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz als auch gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt wird.

Der Hintergrund der polizeilichen Maßnahmen

Die Ausgangslage für diesen Einsatz bildete eine körperliche Auseinandersetzung, die sich am Dienstagabend in der Kasseler Karlsaue ereignete. Zeugen hatten die Polizei alarmiert, nachdem sie beobachtet hatten, wie mehrere Männer aufeinander losgingen. Das Ziel der polizeilichen Maßnahmen war es, die Täter dingfest zu machen, die einen 19-jährigen Mann geschlagen und dabei leicht verletzt haben sollen. Die Fahndung wurde mit mehreren Streifen durchgeführt, um das weitläufige Gelände der Parkanlage effektiv abzusuchen. Dass dabei der 28-Jährige und sein Begleiter kontrolliert wurden, war ein direktes Resultat dieser Fahndungsbemühungen, da sie den Beschreibungen der Täter zunächst ähnelten. Die Situation verdeutlicht, wie dynamisch polizeiliche Einsätze verlaufen können: Während die eigentlichen Täter der Schlägerei unerkannt entkommen konnten, führte der Fahndungsdruck dazu, dass andere Straftaten, die in keinem direkten Zusammenhang mit der ursprünglichen Körperverletzung standen, aufgedeckt wurden.

Die beteiligten Akteure und Institutionen

In den Vorfall involviert sind primär die Beamten des Polizeireviers Mitte, die den Einsatz vor Ort koordinierten und die Durchsuchungen vornahmen. Die Pressestelle des Polizeipräsidiums Nordhessen, vertreten durch Ulrike Schaake, fungiert als offizielle Informationsquelle für den Vorfall. Auf der Seite der Betroffenen steht der 28-jährige Tatverdächtige aus Calden, gegen den nun strafrechtlich vorgegangen wird. Er ist der Hauptakteur in Bezug auf die sichergestellten Drogen und die Pyrotechnik. Des Weiteren ist ein 19-jähriger Mann als Opfer der ursprünglichen Körperverletzung zu nennen, der bei der Schlägerei leicht verletzt wurde. Die unbekannten Täter, die den 19-Jährigen angegriffen haben sollen, sind weiterhin flüchtig. Die Polizei hat für Rückfragen zu diesem Fall die Kontaktdaten der Pressestelle sowie des Polizeiführers vom Dienst (PvD) bereitgestellt, um den Informationsfluss zu gewährleisten und die laufenden Ermittlungen zu begleiten.

Einordnung der Geschehnisse

Einzuordnen ist das Geschehen als ein klassisches Beispiel für einen sogenannten Zufallsfund im Rahmen einer polizeilichen Fahndung. Den Berichten zufolge war der 28-Jährige keinesfalls das Ziel der ursprünglichen polizeilichen Suche, sondern geriet durch seine Anwesenheit in der Nähe des Tatortes und eine vermeintliche Ähnlichkeit mit den Täterbeschreibungen in den Fokus. Die Tatsache, dass er eine solche Menge an Betäubungsmitteln und gefährliche, teils verbotene Pyrotechnik mit sich führte, lässt darauf schließen, dass er sich zum Zeitpunkt der Kontrolle in einer hochgradig illegalen Situation befand. Die Einordnung der Pyrotechnik als "Sprengstoffgesetz-relevant" unterstreicht, dass es sich hierbei nicht um handelsübliche Silvesterartikel handelt, sondern um Gegenstände, deren Besitz und Handhabung strengen gesetzlichen Auflagen unterliegen. Die Ermittlungen gegen den 28-Jährigen sind nun ein eigenständiges Verfahren, das parallel zu der Suche nach den Schlägern läuft.

Offene Fragen und der weitere Verlauf

Der vorliegende Sachverhalt lässt einige Fragen offen, die im weiteren Verlauf der Ermittlungen geklärt werden müssen. So ist derzeit nicht bekannt, ob der 28-Jährige die Drogen für den Eigenbedarf oder für den Handel mitführte, was für das Strafmaß von erheblicher Bedeutung sein dürfte. Zudem bleibt unklar, woher die pyrotechnischen Gegenstände stammen und ob der Mann beabsichtigte, diese in der Karlsaue oder an einem anderen Ort zu zünden. Auch die Identität der Täter, die den 19-Jährigen geschlagen haben, bleibt weiterhin ungeklärt. Wie es weitergeht, ist bereits durch die Polizei definiert: Die Ermittlungen zu der Körperverletzung dauern an, während die sichergestellte Pyrotechnik nun einer Begutachtung durch spezialisierte Sprengtechniker unterzogen wird. Der 28-Jährige muss sich für seine Verstöße gegen das Sprengstoff- und das Betäubungsmittelgesetz verantworten. Weitere Schritte hängen von den Ergebnissen der forensischen Untersuchung der sichergestellten Gegenstände ab.

Quelle: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/44143/6357806