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Iran-Demos in Frankfurt: 25.000 Menschen bei unterschiedlichen Iran-Demos - eine Festnahme in Innenstadt
Regional · 07.11.2026 17:46

Iran-Demos in Frankfurt: 25.000 Menschen bei unterschiedlichen Iran-Demos - eine Festnahme in Innenstadt

Kurz: In Frankfurt demonstrierten am Samstag rund 25.000 Menschen anlässlich der Verleihung des Freiheitspreises an den iranischen Oppositionellen Reza Pahlavi.

Was geschehen ist – die Kernmeldung

Am Samstag, den 7. November 2026, stand die Stadt Frankfurt am Main im Zeichen zahlreicher Demonstrationen mit Bezug zum Iran. Anlass der verschiedenen Versammlungen war die Verleihung des Freiheitspreises der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung an den iranischen Oppositionspolitiker im Exil, Reza Pahlavi. Die Polizei schätzte die Gesamtzahl der Teilnehmenden über den gesamten Tag hinweg auf etwa 25.000 Menschen. Während der Großteil der Demonstrierenden im Ostpark zusammenkam, um Pahlavi zu unterstützen, gab es in der Innenstadt, insbesondere am Roßmarkt, auch Gegenproteste. Trotz der hohen Teilnehmerzahlen und der unterschiedlichen politischen Ausrichtungen der Gruppen blieb die Lage nach Angaben der Behörden weitgehend friedlich. Ein Zwischenfall am Rande, bei dem ein Mann festgenommen wurde, stand laut Polizei nicht in direktem Zusammenhang mit den politischen Versammlungen. Die Veranstaltungen, die zu temporären Sperrungen im öffentlichen Nahverkehr führten, lösten sich im Laufe des Nachmittags zügig auf, nachdem Pahlavi den Ostpark verlassen hatte.

Die Einzelheiten der Ereignisse

Die polizeiliche Bilanz beziffert die Gesamtzahl der Demonstrierenden im Stadtgebiet auf rund 25.000 Personen. Die größte Versammlung fand im Ostpark statt, wo Pahlavi zu seinen Anhängern sprach. Die Veranstalter der Ostpark-Demo schätzten die Teilnehmerzahl dort sogar auf etwa 50.000 Menschen und sprachen von einem voll besetzten Gelände, während Beobachter vor Ort die Dichte als „ziemlich voll“ mit noch freien Randbereichen beschrieben. Am Roßmarkt versammelten sich zeitgleich etwa 100 bis 150 Personen, die dem aktuellen iranischen Mullah-Regime nahestehen. Diese Gruppe reiste teilweise mit Bussen aus Städten wie Köln, Düsseldorf und Berlin an. Die Polizei musste kurzzeitig eingreifen, als es am Roßmarkt zu verbalen Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Lagern kam, die sich jedoch nach wenigen Minuten beruhigten. Eine Festnahme an der Konstablerwache am frühen Nachmittag betraf einen Mann, der in einem Livestream angeblich Gewalttaten angekündigt hatte; die Polizei ermittelt hierzu, betonte jedoch die fehlende Verbindung zum eigentlichen Demonstrationsgeschehen.

Hintergrund der Geschehnisse

Der Ursprung der Demonstrationen liegt in der Entscheidung der Friedrich-Naumann-Stiftung, den Freiheitspreis an Reza Pahlavi zu vergeben. Pahlavi, der Sohn des letzten iranischen Schahs, lebt im Exil und gilt als eine der prominentesten Figuren der iranischen Opposition. Die Preisverleihung in der Frankfurter Paulskirche diente als zentraler Auslöser für die Mobilisierung. Pahlavi nahm den Preis nach eigenen Worten stellvertretend für das iranische Volk entgegen. Er betonte, den Preis lediglich als Treuhänder zu verwahren, bis er ihn eines Tages in der iranischen Hauptstadt Teheran weitergeben könne. Die Vorgeschichte ist geprägt von der seit Jahrzehnten andauernden Kritik an den politischen Verhältnissen im Iran. Während Pahlavi von seinen Anhängern als Hoffnungsträger für eine demokratische Zukunft gefeiert wird, sehen Kritiker in ihm eine problematische Figur, da er die autoritäre Herrschaft seines Vaters nicht ausreichend aufgearbeitet habe. Diese historische Belastung war ein zentraler Punkt der Gegenproteste am Roßmarkt.

Die Beteiligten und ihre Positionen

Zentrale Figur des Tages war Reza Pahlavi, der den Freiheitspreis in der Paulskirche entgegennahm und anschließend im Ostpark zu seinen Anhängern sprach. Er bezeichnete das iranische Regime als „Dunkelheit“ und die Demonstrierenden als „Licht“. Unterstützt wurde er von einer internationalen Anhängerschaft, die unter anderem aus Großbritannien, Dänemark, Norwegen sowie vereinzelt aus den USA und Kanada angereist war. Auf der Gegenseite standen Organisationen und Einzelpersonen, die das Mullah-Regime unterstützen oder Pahlavi kritisch gegenüberstehen. Die Gesellschaft für bedrohte Völker äußerte sich kritisch hinsichtlich Pahlavis Distanzierung von den Verbrechen seines Vaters, unter dessen Herrschaft der Geheimdienst SAVAK politische Gegner verfolgte und folterte. Die Polizei Frankfurt war mit einem Großaufgebot im Einsatz, unterstützt durch Hubschrauber, um die Sicherheit in der Innenstadt und im Ostpark zu gewährleisten. Die Friedrich-Naumann-Stiftung fungierte als institutioneller Ausrichter der Preisverleihung, die den Anlass für die gesamte Dynamik bot.

Einordnung der Geschehnisse

Einzuordnen ist das Geschehen als Ausdruck einer tiefen Spaltung innerhalb der iranischen Diaspora. Während die eine Seite in Pahlavi eine Symbolfigur für den Kampf gegen das aktuelle Regime sieht, betonen Kritiker die historische Kontinuität von Unterdrückung, die sie mit der Ära seines Vaters verbinden. Den Berichten zufolge war die Stimmung im Ostpark von einer hohen emotionalen Aufladung geprägt, wobei die Teilnehmenden den Preis als Anerkennung für das Leiden des iranischen Volkes werteten. Die Tatsache, dass die Demonstrationen trotz der gegensätzlichen politischen Lager weitgehend friedlich verliefen, lässt sich laut polizeilicher Einschätzung auf das konsequente Sicherheitskonzept zurückführen. Die schnelle Auflösung der Versammlungen nach Pahlavis Abreise deutet darauf hin, dass die physische Präsenz des Oppositionellen das primäre Ziel der Mobilisierung war. Die Kritik der Gegner an der Preisverleihung verdeutlicht zudem, dass es innerhalb der Opposition keinen Konsens über die Rolle Pahlavis als künftiger Repräsentant gibt.

Offene Fragen

Obwohl die Polizei eine detaillierte Bilanz des Tages vorlegte, bleiben einige Punkte unklar. So ist die exakte Differenz zwischen den polizeilichen Schätzungen und den Angaben der Veranstalter im Ostpark signifikant; während die Polizei von 25.000 Menschen insgesamt ausging, sprachen die Organisatoren allein im Ostpark von 50.000. Der Quelltext liefert keine abschließende Erklärung für diese Diskrepanz, außer dem Hinweis auf eine „zurückhaltende“ Einschätzung der Reporter vor Ort. Ebenfalls offen bleibt die Frage nach der tatsächlichen Herkunft und den Hintergründen der Personen, die am Roßmarkt gegen Pahlavi demonstrierten, abgesehen von der Erwähnung der organisierten Anreise per Bus. Auch die polizeilichen Ermittlungen gegen den Mann, der an der Konstablerwache festgenommen wurde, stehen noch am Anfang; es ist nicht bekannt, welche konkreten Gewalttaten er in seinem Livestream angekündigt haben soll oder ob er tatsächlich ein politisches Motiv im Kontext der Iran-Demos verfolgte.

Wie es weitergeht

Nachdem Reza Pahlavi den Ostpark verlassen hatte und die Demonstrationen sich zügig auflösten, kehrte in Frankfurt am späten Samstagnachmittag weitgehend wieder Normalität ein. Die zuvor eingerichteten Sperrungen des öffentlichen Nahverkehrs, insbesondere der Straßenbahnlinien 10, 11, 12, 14 und 18, wurden durch den RMV aufgehoben, wobei bis zum frühen Abend noch mit Fahrplanabweichungen zu rechnen war. Für die Sicherheitsbehörden ist der Einsatz laut Polizeisprecher zwar noch nicht vollständig beendet, da die Abreise der Teilnehmenden überwacht werden muss, doch sind keine weiteren Großveranstaltungen im Zusammenhang mit dem Besuch Pahlavis angekündigt. Die politischen Debatten über die Vergabe des Freiheitspreises und die Rolle Pahlavis dürften jedoch in den kommenden Tagen sowohl innerhalb der iranischen Community als auch in der deutschen Öffentlichkeit weitergeführt werden. Weitere offizielle Termine oder Konsequenzen aus den Demonstrationen wurden im Quelltext nicht genannt.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/iranische-kundgebung-in-london-fur-politischen-wandel-36167546/ · Foto: Tony Zohari
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-iran-demos-in-frankfurt-umstrittener-freiheitspreis-mehrere-demonstationen-in-frankfurt-100.html